L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Nightfall“

L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Nightfall“

Reihe: The Vampire Diaries

Band: 5

Verlag: Hachette Children’s Books (März 2010)

Seiten: 471

ISBN: 9781444900637

Preis: 7,38 €

Inhalt

Elena lebt wieder – doch ganz auf der Erde angekommen ist sie noch nicht. Mühsam lernt sie sprechen, laufen und andere Dinge, die sie vor ihrem Tod perfekt beherrscht hat. Alles mit der Unterstützung Stefans. Damon hat derweil ein ganz anderes Problem –  er fühlt eine Macht, die versucht, auf ihn einzuwirken, kann sich aber nicht dagegen wehren. Und auch andere Menschen in der Stadt – darunter Caroline – benehmen sich äußerst seltsam.

Meinung

Wie schon versprochen dreht sich die „The Return“ – Reihe mehr um Damon, was mir als Damonfan ja sehr gelegen kommt. Dabei darf man aber nicht glauben, dass man übermäßig viel Einblick in die Psyche des „wahren“ Damons bekommt, denn er wird sofort zu Anfang des Buches von einer dunklen Macht infiziert. Zwar ist er daraufhin noch stellenweise der Alte, bemüht sich sogar darum, Bonnies Leben zu retten. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr Kontrolle bekommt die Macht über ihn und verstärkt jedes negative Gefühl, das Damon in sich trägt, um ein Vielfaches – Eifersucht, Neid, Verletztheit, Rachsucht und Arroganz. Als sich die Macht Damon zu Erkennen gibt und sich als Allianz anbietet, ist es für Damon schon längst zu spät, umzudrehen – stattdessen lockt er seinen Bruder in eine Falle.

Von Stefan selbst bekommt man nicht viel mit. Er verbringt am Anfang viel Zeit damit, sich um Elena zu kümmern – wobei „kümmern“ einen Beigeschmack bekommt. Von Damon erfährt der Leser, dass Vampire keinen normalen Sex mehr haben und dass der Austausch von Blut einen Ersatz dafür darstellt. Das wirft rückwirkend ein interessantes Bild auf alle Vorgänge in den vorherigen Bänden, aber auch darauf, dass Stefan und Elena fast nichts anderes machen als sich gegenseitig auszusaugen. Mal abgesehen davon bleibt er der selbe Stefan wie immer – übertrieben galant und honigschmiererisch.

Elena selbst ist nur zu Anfang des Buches verwirrt, was aber zu mehr als skurrilen Szenen führt. Sie trägt ungerne Kleidung und hat sich mit viel Anstrengung überreden lassen, ein halb durchsichtiges Nachthemd anzuziehen. Ihre Freunde begrüßt sie mit einem innigen Kuss – ähnlich wie Erdmännchen – um sie in Zukunft wiederzuerkennen. Zusätzlich dazu schwebt sie. Dieser Schwebezustand liefert dann auch die absurdeste Szene des ganzen Buches: Stefan fährt in einem nagelneuen Ferrari zum Schauplatz eines Angriffs auf Elenas Freunde. Elena selbst ist mit Schnüren an den Vordersitz des Cabrios gebunden und schwebt somit hinterher wie ein Luftballon. Sobald Elena ihren normalen geistigen Zustand wiedererlangt, verliert sie auch ihren leicht lächerlichen Charakter wieder.

Zwischen Damon und Elena entwickeln sich durchaus interessante Szenen, vor allem dann, wenn Damon wieder Herr seiner Sinne ist. In der Regel muss er dann das wieder gerade biegen, was er in seiner Besessenheit angerichtet hat – und kann sich nicht einmal daran erinnern, was genau er getan hat, denn er wird von der bösen Macht komplett zurückgedrängt. Trotz allem erkennt Elena in solchen Momenten, dass es sich nicht um Damon handeln kann.

Die Macht, die sich in Fell’s Church eingenistet hat, bietet eine angenehme Abwechslung zu den bisherigen spitzzahnigen Bösewichten. Lisa Jane Smith greift hier auf japanische Mythologie zurück, was in Amerika vielleicht etwas weit gegriffen ist, aber immerhin Abwechslung in die Geschichte bringt.

„Nightfall“ ist vor allem für Fans von Damon ein wunderbares Buch und so manche Szene zwischen Damon und Elena lässt den Leser auch über einige wirklich seltsame Begebenheiten wie die Ballon-Elena hinwegsehen.

Vampire Diaries – Ein erster Eindruck

Vampire Diaries – Ein erster Eindruck

Da sitze ich nun und weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin ja so gar nicht der Typ, der sich beschwert, dass Filme nicht wie die Bücher sind. Ich war sogar gnädig mit P.S. Ich liebe dich.
Doch  jetzt sitze ich vor „The Vampire Diaries“ und weiß nicht, ob ich es mag oder nicht. Für geneigte Leser unverkennbar ist Lisa Jane Smith die Autorenheldin meiner frühen Teenagerzeit. The Forbidden Game ist und bleibt meine absolute Lieblingsreihe. Es ist toll, wenn dieser Autorin soviel Aufmerksamkeit zukommt, dass ihre Reihe verfilmt wird.

Ich habe bis jetzt die ersten 4 Bände gelesen. Die nächsten folgen noch und zwar, weil Damon mein absoluter Lieblingscharakter ist. Umso mehr sitze ich ungläubig vor dem Fernseher und sehe, wie die Serienmacher meinen Damon vermurksen. Da hat der Fernsehdamon eine Krähe als Begleiter, während der Buchdamon die Krähe _ist_. Macht ja auch viel mehr Sinn. Wieso sollte eine Kumpelkrähe Elena stalken, außer Damon kann mit ihr reden. ( Was er doch bitte nicht können soll. Pfui. ) Da werden Damon nach zwei Folgen schon Unmengen an Sachen in die Schuhe geschoben, die er im Buch _nicht_ getan hat und die gerade deswegen wichtig für den Fortgang der Serie wären, eben _weil_ er sie nicht getan hat. Und ich rede nicht von Anspielungen, ich rede von Dingen, die er selbst in der Serie offen zugibt.

Und während Elena im Buch eine blonde (!), arrogante (!), anfangs mehr als unsympathische (!) Protagonistin ist, schreit die Serienelena nur so: Ich surfe auf der Bellawelle! Und dass Stefan sowohl den Robert Pattinson-typischen „Ich bin ein innerlich gequälter Vampir“-Gesichtsausdruck inklusive der Frisur hat, ist sicher auch reiner Zufall……. nicht. Als könne die Serie nicht überleben, wenn sie nicht wenigstens ein bisschen nach Twilight klingt.Komisch, dass man dann _gerade_ die wirklich twilightparalellen Geschehnisse weggelassen hat. Man will es ja doch nicht zu offensichtlich machen. Ich finde ja, wenn schon, denn schon. Und Lisa Jane Smith hat sich ja wirklich nichts vorzuwerfen, außer sie kann in die Zukunft reisen, Stephenie Meyer bespitzeln, zurückreisen und dann ihre Bücher schreiben. Das wäre gerissen…

Ich kann mir nicht helfen. Ich bin irgendwie irritiert. Mir fehlt hier hier wohl einfach der Abstand, um das anständig beurteilen zu können.

L. J. Smith „The Vampire Diaries 1“

L. J. Smith „The Vampire Diaries 1“

Reihe: The Vampire Diaries

Band: 1

Verlag: Harper Teen (Juni 2007)

Seiten: 512

ISBN: 006114097X

Preis: 6,75 €

Inhalt

Als mit Schulanfang der gutaussehende Stefan Salvatore an Elenas Schule kommt, weiß die Königin der Schule nur eines: Den und keinen anderen will sie haben. Blöd nur, dass Stefan anfangs gar kein Interesse an ihr zu haben scheint. Elena tut alles, um ihren Angebeteten zu bekommen. Doch erst, als sie fast vergewaltigt wird und Stefan sie rettet, zeigt er wirklich, dass auch er Interesse an Elena hat. Doch Elena sieht aus wie seine alte Liebe Katherine. Und seit Stefan in Elenas Stadt lebt, werden plötzlich Leute angegriffen und fast blutleer aufgefunden.

Meinung

„The Vampire Diaries“ ist spätestens seit der gleichnamigen Fernsehserie bekannt, die im Frühjahr 2010 auf Pro 7 anlaufen wird, in den USA aber schon ihre erste Staffel hinter sich gebracht hat. Doch geschrieben wurde die Reihe schon in den 1990ern von L. J. Smith.

Die Kritik, dass Twilight und The Vampire Diaries starke Parallelen aufweist, ist wohl nicht ganz unbegründet. An mehreren Stellen fühlte ich mich – auf den ersten Blick! – stark an Edward und Bellas Geschicht erinnert. Doch auf den zweiten Blick hat The Vampire Diaries seinen ganz eigenen Charme, der über unvermeidliche Probleme hinausgeht, die ein Vampir und ein menschliches Mädchen eben haben, wenn sie sich aufeinander einlassen wollen.

Dabei ist Elena anfangs ein sehr nervtötender Charakter ( und wohl nicht grundlos nicht so in die Serie übernommen worden ). Zwar steckt hinter dem Mädchen eine sehr tragische Geschichte, denn ihre Eltern sind gestorben und sie lebt mit ihrer kleinen Schwester bei ihrer Tante. Doch anfangs ist sie für den Leser dann doch nur eines: Eine verwöhnte Göre, die nur allzugut weiß, dass sie gut aussieht und beliebt in der Schule ist und deswegen der Meinung ist, alle Menschen, bis auf ihre zwei besten Freundinnen, herumschubsen zu können, wie es ihr gerade passt. Als Stefan Salvatore, der gutaussehende Italiener, an ihre Schule wechselt, interessiert sie nur, wieso er sie keines Blickes würdigt und wie sie diese Situation zu ihren Gunsten ändern kann. Dafür lässt sie dann auch ihren Freund Matt fallen, benutzt ihn aber nur zu gern dazu, Infos über Stefan herauszubekommen. Mehr als einmal bekommt sie die Meinung gesagt und merkt wohl erst in diesen Momenten, was für ein grauenvoller Mensch sie zu sein scheint. Ihr Verhalten ändert sich im Laufe der Zeit drastisch, was der Geschichte aber nur zuträglich ist.

Stefan ist der typische Vampir: Umwerfend schön, blass und schweigsam. Elena will er eigentlich nur deswegen nicht, weil sie aussieht wie seine geliebte Katharine, die ihn und seinen Bruder Damon zu Vampiren gemacht hat. Außerdem traut er sich nicht in ihre Nähe, da er das Gefühl hat, nicht Herr seiner Sinne zu sein. Mehr als einmal überkommt ihn das Gefühl, jemanden beißen zu müssen und er kommt erst dann wieder zu Besinnung, wenn der Schaden oft schon passiert ist. Dabei ernährt sich Stefan normal nur von Tieren.

Sein Bruder damon hingegen hat gar keine Probleme damit, Menschenblut zu trinken, ist dementsprechend stärker und eine viel größere Bedrohung für Elena. Vor allem, weil zum einen ihre Ähnlichkeit zu der Frau so groß ist, um die er und sein Bruder sich schon einmal gestritten haben, zum anderen, weil sie ihn irgendwie fasziniert.

Die Geschichte schafft es, den Leser zu fesseln. Sie ist schnell und leicht zu lesen und ist gerade so durchschaubar, wie es noch gut für die Handlung ist. Die Bände einzeln sind dabei so aufgebaut, dass sie nahtlos ineinander übergehen, was bedeutet, dass dem Leser unnötige Wiederholungen erspart bleiben.