|Rezension| L. J. Smith „Stefan’s Diaries: Origins“

|Rezension| L. J. Smith „Stefan’s Diaries: Origins“

Stefan’s Diaries #1

L. J. Smith @ LJaneSmith.net

Harper Teen (2. November 2010)

256 Seiten, 7,40 € TB

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Inhalt

Set during the Civil War, against a backdrop of grand estates, unimaginable riches, and deadly secrets, three teenagers in Mystic Falls, Virginia enter a torrid love triangle that will span eternity.

Brothers Stefan and Damon Salvatore are inseparable until they meet Katherine, a stunning, mysterious woman who turns their world upside down. Siblings turned rivals, the Salvatores compete for Katherine’s affection, only to discover that her sumptuous silk dresses and glittering gems hide a terrible secret: Katherine is a vampire. And she is intent on turning them into vampires so they can live together-forever.

Meinung

Es ist ja nun wirklich keine Überraschung, dass ich Stefan nicht mag und noch weniger, dass ich den Serienstefan nicht ausstehen kann. Das einzige, was aus dessen Mund kommt, ist nur „Buhuhu, ich armer gequälter Vampir“. Das mag bei Edward mehr schlecht als recht funktionieren, aber nicht bei jemandem mit Stefans Vorgeschichte. Also schwante mir schon Böses, als ich Band 1 zur Serie begonnen habe. Ich finde es ja sowieso schon schrecklich, dass meine heilige, seit meiner Jugend geliebte L. J. Smith sich hat überreden lassen, diesen Käse mitzumachen. Aber was für ein Fehler das war, wird erst richtig deutlich, wenn man das Machwerk wirklich liest.

Um das nochmal klarzustellen: Stefan’s Diaries ist keine Fortsetzung der Buchreihe, sondern die Vorgeschichte zur Fernsehserie.

Und tatsächlich ist auch der Stefan hier im Buch eine ganz arme Sau – zumindest sieht er das so. Während sein Bruder Damon in den Krieg gezogen ist (Der Glückliche… ), muss er zu Hause sitzen und wird darauf vorbereitet, das große Anwesen seines Vaters zu erben. Wirklich arm dran, der Gute. Dafür wird für ihn eine Ehe mit einer alten Kindheitsfreundin arrangiert. Die ist weder hübsch noch besonders helle, hat aber reiche Eltern. Zeitgleich zieht Katherine auf das Land von Stefans Familie und Stefan verkuckt sich sofort, was ihn zu seitenweisen Ausschweifungen darüber führt, was für eine arme Sau er ist und wie gut Damon dran ist, dass er sich „mit Frauen umtreiben kann“, denn das würde er auch lieber mit Katherine machen als mit seiner öden schnöden Verlobten. Das hindert Stefan später aber auch nicht daran, sich tagelang nach einem pathetischen Szenario in seinem Bett zu verkriechen, als seine Verlobte mit aufgerissener Kehle aufgefunden wird. Er ist also ganz der Stefan, wie wir ihn kennen. Die einzigen Protagonisten, die das Buch erträglich machen, sind Damon und Katherine. Damon selbst erkennt man kaum wieder, da er sich aufopfernd und liebevoll um seinen Bruder kümmert und auch sonst noch nichts von seiner verbitterten Seite zeigt. Katherine ist dagegen ganz das spritzige, freche, intrigante Selbst und damit eindeutig mein Lieblingscharakter in der Geschichte. Auch Pearl und Anna bekommen mehr Auftrittszeit und dürfen ihre Vorgeschichte erzählen.

Was mir dann ja gehörig gestunken hat, war, dass die Szenen, wie wir sie aus der Serie kennen, so nicht im Buch stehen. Es wäre ein leichtes gewesen, die Szenen direkt aus der Serie zu übernehmen und es ist mir unverständlich, wieso das nicht geschehen ist. Wozu dann ein Buch zur Serie, wenn man sich nicht daran hält? Denn das ganze Zwischendrin zwischen den Schlüsselszenen war – außer der Geschichte mit der Verlobten – weder interessant noch wichtig für die Charakterbildung. Ich brauche keine zwanzig Zwischen-den-Zeilen-Sexszenen lesen (zumindest nicht, wenn Damon nicht beteiligt ist (; ).

Ich sage es ja nur ungerne, aber hier habe ich eindeutig das Gefühl, dass aus einer erfolgreichen Serie möglichst viel Geld herausspringen sollte – auch für den Verlag. So lässt das ganze Buch sowohl das für mich gewohnte Smith-Gefühl vermissen, denn es klingt so gar nicht nach meiner Lieblingsautorin, und die kurz aufeinanderfolgenden Erscheinungstermine der Reihe lassen auch darauf schließen, dass hier etwas möglichst schnell hingeklatscht wurde. Aber wenn ich noch mehrere bessere Serien zu beenden hätte, würde ich mich auch nicht damit aufhalten, mich mit den Drehbuchschreibern auseinanderzusetzen und dafür Zeit für meine Bücher zu opfern, die mir wirklich am Herzen liegen und nicht nur am Geldbeutel des Verlags.

L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Shadow Souls“

L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Shadow Souls“

Reihe: The Vampire Diaries

Band: 6

Verlag: Hachette Children’S Books (6. Mai 2010)

Seiten: 496

ISBN: 1444900641

Preis: 8,15 €

Inhalt

Matt, Elena und Damon sind auf dem Weg durch Amerika, um zu einem Tor in die Dunkle Dimension zu gelangen, wo sie Stefan aus seinem Gefängnis befreien möchten. Doch auf der Fahrt muss Elena immer wieder feststellen, dass ihr Damon mehr Geborgenheit gibt als sie sich zugestehen möchte. Die Situation eskaliert irgendwann so sehr, dass Matt die beiden verlässt und nach Fell’s Church zurückkehrt. Mit neuem Beistand schaffen es Damon und Elena aber dennoch in die Unterwelt. Die gefährliche Reise fängt hier erst an.

Meinung

Vorneweg: „Shadow Souls“ ist der meiner Meinung nach beste Band der Serie bisher und L. J. Smith nähert sich hier ihrem Schreibstil der gelungeneren Serien an, die sie geschrieben hat ( z.B. Night World oder Forbidden Games ). Das könnten Fans von Stefan aber ganz anders sehen und das aus einem sehr guten Grund.

Zwar hat Damon seine Erinnerung an Elenas Heilung seiner Seele verloren und ist der selbe arrogante und heißblütige Damon, der er immer war. Doch er entwickelt einen extremen Beschützerinstinkt für Elena, nicht aus Besitzeslust, sondern aus reiner Liebe. Da er und Elena viel Zeit zusammen verbringen ( auch wenn Matt anfangs noch mit ihnen unterwegs ist ), schafft es auch Elena nicht mehr, zu leugnen, dass sie Gefühle für Damon hat. Das liefert den Damon-Fans durch das ganze Buch hindurch immer wieder Momente, in denen ihr Herz deutlich höher schlagen könnte. Elena hingegen ist hin und hergerissen und weiß letztendlich gar nicht mehr, für wen ihr Herz nun wirklich schlägt.

Noch einen Vorteil hat das Buch: Anstatt in der bekannten Welt zu bleiben und an deren Gesetze gebunden zu sein, spielt ein großer Teil der Geschichte in der Dunklen Dimension, was der Autorin viel Spielraum gibt was optische Gestaltung, soziale Regeln etc angeht.

Ein besonderes Highlight fand ich das Ende des Buches, mit dem so wohl keiner gerechnet hätte, aber einen sehr interessanten siebten Band verspricht.

Ich kann gar nicht so viel zu dem Buch sagen, nicht, weil es schlecht war, sondern weil ich so glücklich und zufrieden und überwältigt bin, dass ich keine Worte finde. Schlimm mit mir manchmal, oder? ^^

L. J. Smith „Vampire Diaries 2: The Fury & Dark Reunion“ *Spoiler*

L. J. Smith „Vampire Diaries 2: The Fury & Dark Reunion“ *Spoiler*

Reihe: The Vampire Diaries

Band: 2

Verlag: Harper Teen (September 2007)

Seiten: 528

ISBN: 0061140988

Preis: 7,15 €

Inhalt

Elena ist nicht tot – aber untot. Durch ihre mehr oder weniger freiwilligen Blutaustäusche mit Stefan und Damon wurde sie zu einem Vampir, anstatt in ihrem Auto zu ertrinken. Doch diese Misere ist erst einmal vergessen, denn eine viel stärkere Bedrohung schwebt über ihrem Heimatort: Die Kraft, die sie umgebracht hat, stürzt sich jetzt auf die unschuldigen Bewohner. Jedes Tier in der Stadt scheint unter einem Bann zu stehen und Menschen werden von ihren Haustieren angegriffen. Um die Gefahr zu bekämpfen, die sogar in Elenas ehemaligem Haus lauert, nimmt die junge Vampirin wieder Kontakt zu ihren Freunden Bonnie, Meredith und Matt auf.

Nachdem die böse Macht bekämpft wurde, müssen Stefan und Damon, Bonnie, Meredith und Matt versuchen, ohne Elena weiterzuleben. Doch nicht ganz, denn Elena sucht immer wieder Kontakt zu Bonnie, um sie zu warnen: In ihrer Stadt herrscht immernoch kein Frieden. Bonnie holt Stefan und Damon aus Italien zurück, wohin sich die beiden zurückgezogen hatten. Denn in ihrem Freundeskreis sterben Mädchen, und das nicht durch menschliche Hand.

Meinung

The Vampire Diaries hätte sehr gut auch als Trilogie funktionieren können, doch im Gegensatz zu anderen Kritikern fand ich es nicht schlimm, dass Frau Smith einen vierten Band angehängt hat ( vor allem auch nicht deshalb, weil sie so besser in ihre verwandte Serie überleiten kann, die sich um Damon dreht ). „The Fury“ ist allein deswegen besser als die beiden vorherigen Bände, weil Elena endlich nicht mehr der nöhlende arrogante Teenager ist, der sie war, sondern erwachsen wird und Verantwortung übernimmt. Die Parallelen, die zu Katherine gezogen wurden, werden immer schwammiger. Die Autorin schafft es weiterhin, dass man sogar bis jetzt sehr sympathischen Charakteren zeitweise stark misstraut, wähend Charaktere, die sich anfangs als offensichtlicher Feind gezeigt hatten, plötzlich zu Allierten im Kampf gegen das Böse werden.

In „Dark Reunion“ fehlt es dann doch schon ein wenig an Logik. Zwar spielt Frau Smith hier wieder mit einem Thema, das sie sehr gut beherrscht, nämlich Albträume und Träume. Doch der Grund, wieso die neue böse Macht nach Fell’s Church kommt, ist völlig unlogisch: Sie möchte Katherine rächen, von der sie aber selbst behauptet, dass sie nur „ein Spielzeug“ war…Auch für das Ende gibt es keine Erklärung – vielleicht, weil der Autorin zu diesem zeitpunkt noch keine logische eingefallen ist.

Eine sehr hervorstechende Person wird Damon. Obwohl es dem Leser immer schwer fällt, ihm komplett zu vertrauen, merkt man doch, dass Damon nicht der kaltherzige Typ ist, als der er gerne auftritt. Vieles von dem, wofür er sich rühmt, ist in Wirklichkeit ganz anders gewesen. Trotz allem verändert er sich nie so weit, dass er unglaubwürdig wird. Sich in der „The Return“-Serie mehr mit ihm zu beschäftigen, war sicher eine gute Idee.