L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Shadow Souls“

L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Shadow Souls“

Reihe: The Vampire Diaries

Band: 6

Verlag: Hachette Children’S Books (6. Mai 2010)

Seiten: 496

ISBN: 1444900641

Preis: 8,15 €

Inhalt

Matt, Elena und Damon sind auf dem Weg durch Amerika, um zu einem Tor in die Dunkle Dimension zu gelangen, wo sie Stefan aus seinem Gefängnis befreien möchten. Doch auf der Fahrt muss Elena immer wieder feststellen, dass ihr Damon mehr Geborgenheit gibt als sie sich zugestehen möchte. Die Situation eskaliert irgendwann so sehr, dass Matt die beiden verlässt und nach Fell’s Church zurückkehrt. Mit neuem Beistand schaffen es Damon und Elena aber dennoch in die Unterwelt. Die gefährliche Reise fängt hier erst an.

Meinung

Vorneweg: „Shadow Souls“ ist der meiner Meinung nach beste Band der Serie bisher und L. J. Smith nähert sich hier ihrem Schreibstil der gelungeneren Serien an, die sie geschrieben hat ( z.B. Night World oder Forbidden Games ). Das könnten Fans von Stefan aber ganz anders sehen und das aus einem sehr guten Grund.

Zwar hat Damon seine Erinnerung an Elenas Heilung seiner Seele verloren und ist der selbe arrogante und heißblütige Damon, der er immer war. Doch er entwickelt einen extremen Beschützerinstinkt für Elena, nicht aus Besitzeslust, sondern aus reiner Liebe. Da er und Elena viel Zeit zusammen verbringen ( auch wenn Matt anfangs noch mit ihnen unterwegs ist ), schafft es auch Elena nicht mehr, zu leugnen, dass sie Gefühle für Damon hat. Das liefert den Damon-Fans durch das ganze Buch hindurch immer wieder Momente, in denen ihr Herz deutlich höher schlagen könnte. Elena hingegen ist hin und hergerissen und weiß letztendlich gar nicht mehr, für wen ihr Herz nun wirklich schlägt.

Noch einen Vorteil hat das Buch: Anstatt in der bekannten Welt zu bleiben und an deren Gesetze gebunden zu sein, spielt ein großer Teil der Geschichte in der Dunklen Dimension, was der Autorin viel Spielraum gibt was optische Gestaltung, soziale Regeln etc angeht.

Ein besonderes Highlight fand ich das Ende des Buches, mit dem so wohl keiner gerechnet hätte, aber einen sehr interessanten siebten Band verspricht.

Ich kann gar nicht so viel zu dem Buch sagen, nicht, weil es schlecht war, sondern weil ich so glücklich und zufrieden und überwältigt bin, dass ich keine Worte finde. Schlimm mit mir manchmal, oder? ^^

L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Nightfall“

L. J. Smith „The Vampire Diaries. The Return: Nightfall“

Reihe: The Vampire Diaries

Band: 5

Verlag: Hachette Children’s Books (März 2010)

Seiten: 471

ISBN: 9781444900637

Preis: 7,38 €

Inhalt

Elena lebt wieder – doch ganz auf der Erde angekommen ist sie noch nicht. Mühsam lernt sie sprechen, laufen und andere Dinge, die sie vor ihrem Tod perfekt beherrscht hat. Alles mit der Unterstützung Stefans. Damon hat derweil ein ganz anderes Problem –  er fühlt eine Macht, die versucht, auf ihn einzuwirken, kann sich aber nicht dagegen wehren. Und auch andere Menschen in der Stadt – darunter Caroline – benehmen sich äußerst seltsam.

Meinung

Wie schon versprochen dreht sich die „The Return“ – Reihe mehr um Damon, was mir als Damonfan ja sehr gelegen kommt. Dabei darf man aber nicht glauben, dass man übermäßig viel Einblick in die Psyche des „wahren“ Damons bekommt, denn er wird sofort zu Anfang des Buches von einer dunklen Macht infiziert. Zwar ist er daraufhin noch stellenweise der Alte, bemüht sich sogar darum, Bonnies Leben zu retten. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr Kontrolle bekommt die Macht über ihn und verstärkt jedes negative Gefühl, das Damon in sich trägt, um ein Vielfaches – Eifersucht, Neid, Verletztheit, Rachsucht und Arroganz. Als sich die Macht Damon zu Erkennen gibt und sich als Allianz anbietet, ist es für Damon schon längst zu spät, umzudrehen – stattdessen lockt er seinen Bruder in eine Falle.

Von Stefan selbst bekommt man nicht viel mit. Er verbringt am Anfang viel Zeit damit, sich um Elena zu kümmern – wobei „kümmern“ einen Beigeschmack bekommt. Von Damon erfährt der Leser, dass Vampire keinen normalen Sex mehr haben und dass der Austausch von Blut einen Ersatz dafür darstellt. Das wirft rückwirkend ein interessantes Bild auf alle Vorgänge in den vorherigen Bänden, aber auch darauf, dass Stefan und Elena fast nichts anderes machen als sich gegenseitig auszusaugen. Mal abgesehen davon bleibt er der selbe Stefan wie immer – übertrieben galant und honigschmiererisch.

Elena selbst ist nur zu Anfang des Buches verwirrt, was aber zu mehr als skurrilen Szenen führt. Sie trägt ungerne Kleidung und hat sich mit viel Anstrengung überreden lassen, ein halb durchsichtiges Nachthemd anzuziehen. Ihre Freunde begrüßt sie mit einem innigen Kuss – ähnlich wie Erdmännchen – um sie in Zukunft wiederzuerkennen. Zusätzlich dazu schwebt sie. Dieser Schwebezustand liefert dann auch die absurdeste Szene des ganzen Buches: Stefan fährt in einem nagelneuen Ferrari zum Schauplatz eines Angriffs auf Elenas Freunde. Elena selbst ist mit Schnüren an den Vordersitz des Cabrios gebunden und schwebt somit hinterher wie ein Luftballon. Sobald Elena ihren normalen geistigen Zustand wiedererlangt, verliert sie auch ihren leicht lächerlichen Charakter wieder.

Zwischen Damon und Elena entwickeln sich durchaus interessante Szenen, vor allem dann, wenn Damon wieder Herr seiner Sinne ist. In der Regel muss er dann das wieder gerade biegen, was er in seiner Besessenheit angerichtet hat – und kann sich nicht einmal daran erinnern, was genau er getan hat, denn er wird von der bösen Macht komplett zurückgedrängt. Trotz allem erkennt Elena in solchen Momenten, dass es sich nicht um Damon handeln kann.

Die Macht, die sich in Fell’s Church eingenistet hat, bietet eine angenehme Abwechslung zu den bisherigen spitzzahnigen Bösewichten. Lisa Jane Smith greift hier auf japanische Mythologie zurück, was in Amerika vielleicht etwas weit gegriffen ist, aber immerhin Abwechslung in die Geschichte bringt.

„Nightfall“ ist vor allem für Fans von Damon ein wunderbares Buch und so manche Szene zwischen Damon und Elena lässt den Leser auch über einige wirklich seltsame Begebenheiten wie die Ballon-Elena hinwegsehen.