|Buch oder Film?| The Perks of being a Wallflower

|Buch oder Film?| The Perks of being a Wallflower

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Eigentlich wollte ich mich zu The Perks of being a Wallflower gar nicht äußern. Ein wenig habe ich je befürchtet, ich bin einfach zu dumm für dieses Buch und habe einen essentiellen Handlungsstrang einfach verpasst. Aber Twitter hat mich beruhigt – ich hatte das Ganze schon richtig verstanden.

Welches Problem ich mit dem Buch hatte? Es hat einen Namen und war der Protagonist – Charlie. Dieser Junge war für meinen Geschmack einfach zu naiv und kindlich für sein Alter und wenn mich eines zur absoluten Weißglut bringt, dann sind es übertrieben dumme Charaktere, die nicht mal die offensichtlichsten Dinge kapieren. Charlies unheimliche Naivität wird mit dem erklärt, was ihm in seiner Kindheit passiert ist, aber – sorry, nein. Sowas hinterlässt jemanden nicht blind und gutgläubig. Wenn, dann passiert genau das Gegenteil. Dabei hatte das Buch so viel Potential und phasenweise fand ich es sogar gut – bis Charlie wieder etwas völlig Blödes tat, sagte oder dachte.

Dass ich mir den Film gekauft habe, lag zu allererst an der wunderbaren Besetzung – Emma Watson, Logan Lerman und Schwarm meiner jugendlichen Cluelesstage Paul Rudd. Und als nächstes an dem Trailer, der mich so gar nicht an den kindlichen Charlie des Buches erinnerte. Also beschloss ich, dem Film eine Chance zu geben – zum Glück. Dabei hält sich der Film dicht ans Buch, Charlie tut dieselben dummen Dinge, aber er wirkt einfach nicht so hoffnungslos naiv und zurückgeblieben wie im Buch. Tatsächlich habe ich mehr als einmal Rotz und Wasser weinen müssen. Und die ganzen Zitate, die ich zwar toll fand, die aber unter dem ganzen Charliehass, den ich angesammelt hatte, untergegangen waren, waren im Film einfach nur wunderbar eingebaut.

Für mich ist The Perks of being a Wallflower eindeutig ein Fall von Film über Buch, was bisher noch sehr selten vorgekommen ist.

Charlie: There is so much pain. And I-I-I don’t know how not to notice it.

Dr. Burton: What’s hurting you?

Charlie: No, not… not me. It’s them! It’s… it’s everyone. It never stops. Do you understand?