|So tickt die Frau| Der Mann will Sex – Ach nee.

|So tickt die Frau| Der Mann will Sex – Ach nee.

Ein Mann geht offen mit seiner Sexualität um, aber nicht immer und überall. „Genauso unbefangen wie er über die Qualität des Rotweins sinniert oder seine Meinung zur neuen Skulptur auf dem Rathausplatz abgibt, so spricht er auch über die Qualität verschiedener Aphrodisiaka oder die Vorzüge einer bestimmten Sexstellung.“ Denk nur ICH an diese Szene?

Das nennt sich dann übrigens Subtext und den findet eine Frau sexy. Sie merkt: „[E]r ist der Rudelführer und diese Frau steht ihm zu.“

Wenn das Alphamännchen viele Frauen um sich hat, macht es das automatisch attraktiv für noch mehr Frauen. Nichts liebt eine Frau doch mehr, als wenn ihrem Freund fünf andere Frauen am Arsch hängen.

Es folgt ein Crashkurs in Körperhaltung, Stimme und Haltung, der so banal ist, das ich ihn nicht weiter ausführen werde. Dabei muss er auch lernen, Körperkontakt herzustellen, denn „als Chef der Gruppe hat er das Recht dazu, alles und jeden anzufassen.“. [Ich fühle mich langsam, als hätte da jemand ein Lehrbuch über Affen abgeschrieben und einfach das Wort „Affe“ durch „Mann“ ersetzt…]. Aber nicht grapschen! Frauen finden das supi. Flirten ist ein Videospiel und der männliche Orgasmus der Endlevel. Dabei ist der Mann der Spieler und die Frau das Spielgerät.

Aber keine Sorge: „Für die politisch Korrekten sei zwischendurch mal wieder angemerkt, dass die meisten dieser Prozesse unbewusst ablaufen, tief verwurzelt in den ältesten Schichten unseres Gehirns.“. Wir sind eben doch nur Opfer der Evolution.

|So tickt die Frau| Das Weib, das unbekannte Wesen

|So tickt die Frau| Das Weib, das unbekannte Wesen

Frauen sind super. Und wie. Wir sollten ihnen huldigen, der „Mutter Natur“, dem Ying zum Yang. „Eine Frau, ein Weib, ein Vollweib, wenn sie es so wollen, ist der heilige Altar, auf dem [Männer] ihr Bestes opfern: [ihren] Samen.“ Oh, Männer, liebe Männer, wenn das Beste, was ihr habt, euer Samen ist, dann mache ich mir Sorgen.

Leider leider Gottes hat das Weib Männern mittels „emanzipatorischer Heilslehren und Ähnlichem“ schon ausgetrieben, echte Männer zu sein. Schäm dich, oh Weib! Dabei will die Frau gar nicht das, was sie sich da „herangezüchtet“ hat, denn der Emanzipation unterlegenen Männer sind miese Liebhaber. So ist das.

„Da dies ein Buch für Männer ist, überlasse ich es den anderen, ins Detail der fraulichen Verwirrung einzusteigen. Doch sie, lieber Leser, können ganz einfach helfen: Nehmen sie de Frau an die Hand und zeigen sie ihr, wo es langgeht.“

Oh, zeige mir den Weg, holder Liebesratgeberkäufer. Ich weiß zwar, was ich will – ich kriegs nur leider nie. (;

(Bin ich heute mal pathetisch… so vele Oh!s)

|So tickt die Frau| Kapitel 2.1: Böse Wörter

|So tickt die Frau| Kapitel 2.1: Böse Wörter

Im letzten Kapitel haben wir gelernt, dass wir hormongesteuert sind. Heute lernen wir böse Wörter kennen.

Um das von vornherein mal klarzustellen: Liebe ist gesellschaftlich konstruiert, denn die Evolution hat ja nur vorgesehen, dass wir uns paaren, das Kind großziehen, bis es selbstständig vor Löwen davonlaufen und sich ein Gnu schießen kann und dann sucht man sich das nächste Weibchen zur Begattung. Wer denkt, dass etwas anderes uns zusammenhält als der Sexualtrieb, der irrt. Gut, dass wir das geklärt haben. (Ich hätte ja meinen Po darauf verwettet, dass irgendwo in dem Buch mal dieser Teil auftaucht. Nachdem ich bei Lara Adrian schon so gut im Orakeln war, sollte ich vielleicht zum Fernsehen gehen um morgens um 6:oo Karten legen. Lehrer ist auch ein viel zu überbewerteter Beruf.)

Wir erreichen das erste große Wort. L-I-E-B-E. Klären wir die populärsten Irrtümer über Liebe auf: Sie hält nicht ewig, jeden Mann oder jede Frau, mir der wir geschlafen haben, haben wir geliebt. Setzen wir also sofort mal Sex mit Liebe gleich. Yeah. Liebe überwindet auch nicht alles und manchmal ist Liebe nicht genug. Hier widerspreche ich nicht einmal. Das ist das erste Kluge, was hier im Buch steht. Macht ein Kreuz im Kalender! Liebe auf den ersten Blick ist auch nicht die einzig wahre. Gekauft. Liebe macht auch nicht zu einem besseren Menschen. (Der Irrtum ist so populär, dass er irgendwie an mir vorbeiging.)

Kommen wir zu Wort zwei: Treue. Treue ist doof. Treue zu erwarten macht unsere Beziehung kaputt und säht Eifersucht. Es folgt ein kleiner Vortrag ähnlich dem der Post-24-Uhr-Werbung für treffpunkt18.de. Und natürlich ist die Natur schuld, dass rund die Hälfte aller Menschen fremd geht. Das steht übrigens in einem „wissenschaftlich sehr fundierten Buch“. Achso, na dann mag das stimmen. Da steht, dass der Mann sein Gene verteilen muss. *gähn* Außerdem kann der Mann ja nie sicher sein, dass ihm nicht ein Kuckuckskind untergeschoben wurde, also muss er ja wo anders Nachwuchs zeugen, der von ihm ist. Vollkommen logisch. Die Urfrau hat ein Programm entwickelt, um Männer an sich zu binden, aber das beinhaltet ja nicht, dass er nicht wo anders rummachen darf. Hauptsache er verliebt sich nicht.

Was lernt der sexuelle Verführer daraus? Die Frau ist zwar auf eine exklusive emotionale Bindung aus, aber wenn er es richtig anstellt, nicht auf eine sexuelle.

Frauen gehen fremd, weil der weiche Mann, den sie sich zu Hause eingefangen habn, ihren Genen nicht genügt, und sie noch einen testosterongeladenen Typen brauchen, um gute Gene zu „shoppen“. So ist der arme Mann auch wirklich schlimmer dran, wenn ihm ein Kuckuckskind untergeschoben wird als die Frau, deren Mann noch ein paar andere Racker in die Welt gesetzt hat. Natürlich nur genetisch gesehen. Emotional gesehen kann der gelernte Verführer mit jeder Frau schlafen, solang er seiner Herzensdame abends dann zärtlich den Rücken krault.

Bevor ich ganz aggressiv werde, Wort Nummer drei: Beziehung. Jede funktionierende Beziehung basiert auf Sex. Keine Beziehung ohne Sex und der „überlegene Mann“ soll sich auch bloß nicht einen Milimeter ändern, das könnte mächtig schief gehen. „Eine funktionierende Beziehung aus der Sicht des überlegenen Mannes sieht so aus: eine sexuelle Partnerschaft (plus gemeinsamer Wunschliste), bei der die Frau versucht, Sie zu binden, zu dressieren und zu zähmen – es aber nie vollständig schafft.“. (Das ist ja so an sich gar nicht so falsch, aber ein wenig einfach gestrickt.)

|So tickt die Frau| Kapitel 1: Die Hormone

|So tickt die Frau| Kapitel 1: Die Hormone

Nach der schmackhaften Einleitung wollen wir heute etwas über Hormone lernen. Hormone sind offenbar das, was uns dazu treibt, uns kennenzulernen, Sex zu haben und – Vorsicht!(sic!) – uns für immer zusammenschweißt. Und dafür wühlen wir jetzt in neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Juhu!

Liebe und Sex können süchtig machen, was der Autor mit vielen ausschweifenden Beispielen klar macht. Die Wissenschaft sagt, dass wir irgendwie spinnen, wenn wir verliebt sind. Daran sind Serotonin und Dopamin schuld und für den Leser, der nicht weiß, was das ist, schiebt man einen kleinen grauen Infokasten ein, der ihn aufklärt.

„Während Serotonin auch das Blutdrucksystem, den Magen-Darm-Trakt und das Zentralnervensystem positiv beeinflusst, schreibt man dem Dopamin die heftigen Glückserfahrungen zu, die im Gehirn durch Drogen oder einen Orgasmus entstehen.“ Hm, ich wollte schon immer wissen, was mir hilft, fein aufs Klo zu gehen – Serotonin! Toll!

Nun wirds dramatisch, denn verliebt zu sein setzt unser Gehirn in einen „labilen Unglückszustand“ mit viel Pein  und Schmerz und Buhu und nur das geliebte Wesen kann uns erlösen. Daran ist die böse Evolution schuld. Schäm dich, Evolution. Die will nämlich, dass wir uns im ersehnten Wiedersehensmoment in die Arme fallen und wilden Sex haben ( um Kinder zu zeugen. ). Der muss nichtmal lang dauern, geht ja nur um die Fortpflanzung: „Wam-Bam, thank you Ma’am.“ Aber damit das Baby hinterher noch getüddelt und gepampert werden kann, brauchts auch den Papa, also ist der Mensch „temporär-partiell monogam veranlagt.“ Dafür gibt es das Oxytocin. Das entwickelt die Frau zum Beispiel beim Stillen, das „wohlige bis lustvolle Gefühle“ hervorruft ( Ähm, Mamis, stimmt das?? ). Wenn die Partner also zusammenpassen, bindet das Oxytocin sie zusammen.

Kommen wir an dieser Stelle noch einmal zurück auf den Buchtitel. Freundinnen des Autors sollen scherzhaft gesagt haben, dass 6 Stunden zu viel wären, das ginge auch nach ein oder zwei. Dem gibt der Autor völlig recht, denn a) ist man auch nach so kurzer Zeit schon bereit, sich „mit einem völlige Fremden einzulassen“ und b) „sind Flirten und Sex Tests, um herauszufinden, ob es der/die Richtige ist“.  Und weil Frauen (!!!!) auch durch die Pille (!!!!) oder andere Methoden verhindern können, dass sie schwanger werden, geht das auch ganz einfach. Ich würde ja die Frau, die mit einem wildfremden Mann schläft und nur mit der Pille verhütet, fragen, ob sie nicht mehr ganz bei Trost ist, aber AIDS ist ja ein Thema der Vergangenheit. Gibts nicht mehr heutzutage. Und dass Männer Kondome kaufen können – pff, die müssen ja schon den Kaffee der Frau bezahlen. Da kann die ja ruhig die Verhütung übernehmen. Schließlich wird ja auch die Frau schwanger. ( Hallooo, Sarkasmus. Für die, die das noch nicht bemerkt haben sollten. ) Noch ein bisschen mehr Klischee und ich werf das Handtuch.

Nagut, jedenfalls sind die sechs Stunden der obere Zeitrahmen, nicht der untere. Nur, damit das mal klar ist. Die müssen auch nicht am Stück ablaufen. Also Achtung, wenn ihr nach einem Jahr dem selben Kerl in der U-Bahn gegenüber sitzt – die sechs Stunden laufen bald ab und dann könnt ihr ja nicht mehr anders als ihn unter den Sitz zu zerren.

Ein wenig später kommt auch der Autor darauf, dass ein Kondom vielleicht doch ratsam wäre. Oho. Wenn ihr übrigens nach den sechs Stunden keinen Sex hattet, werdet ihr das auch nie haben. NIE! NIEMAHAAALS! Bis zum Sex muss man aber verschiedene Annäherungsstufen durchlaufen. Das haben Wissenschaftler entdeckt, die ein Pärchen vom Kennenlernen bis zum Geschlechtsakt beobachtet haben.

Zum Abschluss des Kapitels heißt es dann – und das möchte ich wortlos so stehen lassen: „Für den Verführer bedeutet das: Wenn er die Stufen der Annäherung kennt und verinnerlicht, muss er gar nicht viel tun. Eher weniger. Nur nichts falsch machen und warten, bis ihm die Frau wie eine reife Frucht in die Arme fällt.“

|So tickt die Frau| Das Vorwort

|So tickt die Frau| Das Vorwort

Wenn du eine Frau willst, geh hin und nimm sie dir“ beginnt das Vorwort und mir rollen sich schon beim ersten Satz die Zehennägel hoch. Immerhin wird diese Aussage abgeschwächt, indem der Autor zugibt, dass die Frau in der Regel auswählt, aber der erwählte Mann, der die vollen 8,90 € für dieses Buch ausgegeben hat, wird das bald ändern können. Und das ganze basiert auf neuesten Erkenntnissen der Flirtforschung. Nagut. Kann ja gar nichts mehr schief gehen (außer man ist ein dickbäuchiger Kerl mit schlechten Zähnen und Schuppen. Da helfen auch Achtneunzig nicht mehr. Sorry, Männer.).

Sex mit einer fremden Frau ist keine Sensation und kein Zauberkunststück, sondern eine natürliche und folgerichtige Zuspitzung des emotionalen Bündnisses, das sie in den gemeinsamen Stunden geschaffen haben. Wenn sie es richtig gemacht haben, hat Frau gar keine andere Wahl.“ … . … ! …. !!!!! Okay. Entweder spricht hier die Prüderie aus mir oder die Kampfemanze, aber: Ich habe wohl eine Wahl. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das „emotionale Bündnis“ nach 6 Stunden (das ungefähr so tief sein dürfte wie eine Wasserpfütze) mich ins Bett eines mir bis dato wildfremden Mannes treibt. Ich hab da ja so meine Prinzipien. Soll ja noch Frauen geben, die sowas haben.

Um die Existenz seines großartigen Werkes zu rechtfertigen, droht der Autor übrigens damit, dass Männer, die sich nicht an seine Tipps halten, ihre Gene nie in der Welt verteilen dürfen. Dass sich wohl kaum eine Frau nach 6 Stunden Kennenlernen und dem daraus möglicherweise resultierenden Sex gleich mal schwängern lässt, lassen wir mal hinten an stehen. Hauptsache, beim stark verunsicherten Mann, der es nötig hat, sich so einen Ratgeber zu kaufen, noch ein wenig Panik schüren. Sonst könnte er die Ausgabe ja bereuen. Für 8,90 kriegt man auch ein Bier und ein Schnitzel.

Anschließend wirft man ein wenig mit englischen Begriffen um sich, weil die so schön klingen.

„Pickup Artists“ = Kerle, die vor laufender Kamera Frauen aufreißen.

„Seduction Community“ = Bewegung, die sich mit der Kunst der Verführung beschäftigt.

„Naturals“ = Typen, die keinen Ratgeber brauchen (ihn aber trotzem lesen dürfen. Sie könnten ja was lernen. Und außerdem die Einnahmen hochtreiben. Natürlich so ganz uneigennützig. Er will ja nur helfen….)

Am Schluss legt der Autor aber dem Leser ans Herz, sein angelesenes Sexappeall nicht zu sehr auszunutzen, schließlich gehört zu Sex ja auch Liebe. Gut, dass wir das auch mal angesprochen haben.

Graust es nur mich bisher? Bin ich wirklich zu prüde? Weltfremd?

|So tickt die Frau| Diskutiert mit mir!

|So tickt die Frau| Diskutiert mit mir!

Da mein eigentlich geplantes neues Projekt für den Blog sprichwörtlich erstmal ins Wasser fällt, dann eben ein anderes. Für die mänlichen und heterosexuellen Mitleser (Gibt es da überhaupt welche hier? Hallo? Meldet euch mal (; ) hier wird das vielleicht sogar nützlich sein. Für meine weiblichen Mitleserinnen wird das wohl sehr amüsant.

Ich beschäftige mich mit „Sex nach sechs Stunden“, geschrieben von einem – wie soll es auch anders sein – Mann. Dieses Buch ist ein Leitfaden dafür, wie man „Frauen im Handumdrehen“ verführt.

Das Buch ist pink ( Zuerst dachte ich ja: Hm, ungünstig, das trägt kein Mann mit sich herum. Aber das würde ein Mann ja sowieso nicht. Nichts ist abtörnender als ein Mann, der lernen muss, wie man Frauen anbaggert. Oder? ) und sieht so aus:

Bei Amazon hat das Buch übrigens 11 Bewertungen, davon 8 mit 5 Sternen, und je einmal 4, 3 und 2. Mal sehen, wie viele Sterne ich am Ende vergeben würde.

Ich hoffe, die liebe Frau Prittwitz, die mir das Buch über Twitter als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, ist mir nicht böse, wenn ich es ein wenig genauer unter die Lupe nehme, und ich hoffe auch, dass meine Leserinnen (und Leser natürlich auch) mit mir diskutieren. (: