|Rezension| Soheyla Sadr „Trampolina“

|Rezension| Soheyla Sadr „Trampolina“

trampolina

Patmos  *  9.6.2015  * ISBN: 978-3-8436-0628-8

 HC 12,99 €  * Leseprobe  Autorin

Klappentext

Polina hat es nicht leicht. Die Trainerin hat sie aus dem Ballett geworfen: »Es tut mir leid, Polina, das wird nichts mit dir. Du bist einfach zu trampelig«, hat sie gesagt. Seitdem ist sie für die anderen Trampel-Polina. Dabei wäre sie so gerne leicht wie ein Schmetterling und träumt davon, fliegen zu können. Eines Tages kommt ein Zirkus in die Stadt.

Gleich am nächsten Morgen besucht Polina die Artisten – und erlebt das Wunder ihres Lebens: dass in einem einzigen leuchtenden Augenblick aus Polina tatsächlich Trampolina wird, die fliegen kann wie ein Schmetterling! Eine wunderbare Geschichte vom Anderssein und Dazugehören, vom Mutigsein, Träumen und vom Fliegenlernen.

Meinung

Ablehnung ist schwer zu ertragen, auch und vor allem für Kinder. Dafür beurteilt zu werden, was man nicht kann oder was an einem zu sehr zu ist (zu schwer, zu ungeschickt, zu laut, zu leise, zu groß, zu klein), tut weh. So geht es auch Polina, deren Name zwar Schmetterling bedeutet und die gerne fliegen könnte, die aber in Wirklichkeit nur hört, dass sie zu schwer, zu trampelig und zu ungeschickt ist. Also nennen sie die anderen Kinder Trampel-Polina. Doch dann kommt ein Zirkus in die Stadt und Trampolina entdeckt ganz neue Seiten an sich.

Trampolina ist ein wunderbar buntes Kinderbuch, dessen Bilder durch strahlende Farben und liebevolle Details überzeugen. Polina erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perpektive und als Leser kann man sich gut in das Mädchen einfühlen, weil sie sehr genau erklärt, wie sie sich in manchen Situationen fühlt. So wie Polina geht es sicher vielen Kindern, denen ihre positive Entwicklung Mut machen kann, dass nicht immer nur das zählt, was andere über einen selbst sagen, sondern das, was man über sich selbst entfährt.

Fazit

Eine mutmachende Geschichte darüber, wie man den Glauben an sich wiedergewinnen kann.

|Rezension| Pat Palmer „Die Maus, das Monster und ich“

|Rezension| Pat Palmer „Die Maus, das Monster und ich“

maus monster

mebes & noack * 1.12.2013 * ISBN: 9783927796201

 TB 14,50 €

Klappentext

Für sich selbst eintreten, Rechte einfordern und Grenzen setzen. Das alles mit Respekt für sich und andere. Maus- und Monsterverhalten ist da wenig sinnvoll. Manchmal fehlt einfach ein Vorbild, das zeigt, dass es anders geht. Wie, das lernen hier Kinder ab acht Jahre … und auch Erwachsene können sich noch einiges abkucken.

Meinung

In jedem von uns stecken eine Maus und ein Monster. Manchmal wollen wir etwas sagen, trauen uns aber nicht und sind schüchtern wie ein Mäuschen. Und manchmal sprudeln wir über und schlagen dabei über die Strenge wie laute poltrige Monster. So geht es uns Erwachsenen, aber ganz besonders den Kindern, die noch lernen müssen, aus der Maus und dem Monster ein Mittelding zu schaffen.

Ich erlebe immer wieder, dass es für Kinder schwer ist, sich selbst zu behaupten – da sind die einen, ganz stillen, die lieber Ärger, Angst und ihre eigenen Wünsche herunterschlucken, weil sie nicht wissen, wie sie sie herauslassen sollen. Und dann sind da die Kinder, die damit herausplatzen, manchmal laut und fordernd oder sogar aggressiv, und die anderen Kinder damit verschrecken. Und beide Arten von Kindern leiden darunter, weil sie am Ende mit diesen Gefühlen allein dastehen.

Ziel von „Die Maus, das Monster und ich“ ist es, den Kindern einen Leitfaden zur Hand zu geben, der ihnen dabei hilft, sie selbst zu sein. Und dieser Leitfaden spricht auch die Kinder direkt an. Damit können die ganz Kleinen noch gar nicht umgehen und deswegen wird das Buch auch erst für Kinder ab 8 Jahren empfohlen, was ich ein gutes Alter finde (ich habe ja genug Achtjährige vor mir im Moment). Die Kinder sollen sich selbst bewusst machen, wo zum Beispiel ihre Stärken sind. Dafür gibt es Arbeitsanweisungen wie „Schreibe deine Stärken auf“. Zusätzlich dazu gibt es viele Illustrationen, die die Arbeitsanweisungen unterstreichen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Kinder auf den Zeichnungen so unterschiedlich wie möglich sind – sowohl vom Geschlecht als auch von der ethnischen Herkunft, auch Kinder mit Behinderungen sind abgebildet. Zusätzlich zu den Arbeitsanweisungen wird den Kindern gezeigt, wie sie mit dem Monster oder der Maus in sich umgehen können. Dabei handelt es sich um gezielte Taktiken, was ich besonders gut finde. Den Kindern wird so ein Werkzeug an die Hand gegeben, mit ihren Gefühlen umzugehen, von denen sie sich so oft überrumpelt und deswegen machtlos fühlen.

Manche Aufgaben kenne ich so aus dem „Erwachsen werden“-Programm von Lions Quest, was mich ein wenig irritiert hat, weil dieses Programm für Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe vorgesehen ist. Und tatsächlich würde ich manche Aufgabe wohl persönlich etwas abändern, wenn ich sie mit meinen Kleinen wirklich bearbeiten würde. Insgesamt finde ich das Buch aber wirklich gut durchdacht.

Fazit

Von mir eine klare Empfehlung, aber nur mit der Anleitung eines Erwachsenen.