|Rezension| Kerstin Gier „Saphirblau“

|Rezension| Kerstin Gier „Saphirblau“

Reihe: Edelstein-Trilogie Band: 2

Arena (5. Jan 2010) – 400 Seiten – 16,99 € – Hardcover

Die Geschichte

Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten!

Meine Meinung

Wenn du dich änderst, ändert sich alles um dich herum.

Um die Edelstein-Trilogie wird ein unglaublicher Hype gemacht und obwohl ich Rubinrot mehr oder weniger enttäuscht zur Seite gelegt habe, weil es für mich höchstens Durchschnitt war, hätte ich Saphirblau gerne in einem Rutsch durchgelesen, wenn da nicht der böse Schlafmangel gewesen wäre, der mich ins Bett getrieben hat.

Gwen mochte ich weiterhin unheimlich gerne durch ihren Humor und sie hat mich immer wieder zum Lachen gebracht. Was der ganzen Sache noch mehr Pfiff gegeben hat, war die Einführung einer neuen Figur – Xemerius. Der kleine Dämon war die sarkastische Stimme aus dem Off und ich hätte an Gwens Stelle viel öfter nicht an mich halten können, wenn er Situationen so trocken kommentiert, dass sie für das gequälte Mädchen ihren Schrecken verlieren.  Was für mich immer noch nicht funktioniert, ist diese ganze Gwen-Gideon-Liebesgeschichte. Ja, Gideon ist ganz toll und hübsch und muskulös und blablabla. Und Gwen steckt mitten in der Pubertät und damit auch mitten im Hormonrausch. Aber dieser Kerl ist sogar, wenn er nett sein will, einfach nur absolut hohl. Mal abgesehen davon, dass mich diese Situationen, die man aus der Welt schaffen könnte, besäße man nur mal den Arsch in der Hose und würde in Ruhe darüber reden, in Büchern immer tierisch aufregen – und davon gab es hier mal wieder Unmengen. Viel interessanter als Gideon fand ich dagegen seinen Bruder, von dem man aber leider viel zu wenig mitbekommt in diesem Band. Hoffentlich ändert sich das noch.

Mit dem Thema Zeitreise wird im zweiten Band viel mehr gespielt als im ersten. Gwen und Gideon springen in der Vergangenheit vor und zurück, treffen zum Beispiel den Grafen am einen Tag und am nächsten Tag reisen sie zu ihm gerade den Tag VOR diesem Treffen. Manchmal fällt es schon fast schwer, diesem Zeitchaos folgen zu können, vor allem, da ich mir oft vorgestellt habe, wie dieses aus der Sicht der Personen in der Vergangenheit aussehen muss.

Im Gegensatz zum ersten Band hat mir Saphirblau nun wirklich Lust gemacht, die Trilogie zu beenden. Und nun muss ich das Rätsel am Buchende lösen…