|Rezension| Barbara Baumann „Neues aus alten Zeitungen“

|Rezension| Barbara Baumann „Neues aus alten Zeitungen“

zeitungen

Haupt * 17.9.2014 * ISBN: 978-3-258-60096-3

 TB 24,90 € * Leseprobe

Klappentext

Zeitungen werden beim kreativen Arbeiten in der Regel als Unterlage verwendet, in diesem Buch aber werden sie ins Zentrum gerückt! Denn der Werkstoff Zeitung ist günstig und bietet viel: zum Beispiel Titel in unterschiedlichen Größen und Schriften, fein strukturierte Textspalten, Grafiken und Comics, die Wetterkarte, das Kreuzworträtsel, Anzeigen und das Kinoprogramm. Die Pressebilder sind oft wunderbar komponiert, und auch die Papierfarben unterscheiden sich von Land zu Land.

Barbara Baumann zeigt in 60 Projekten, wie aus Zeitungen künstlerische Objekte und Skulpturen, Bilder, Schmuck, Behälter oder Papeterieartikel entstehen können. Zeitungspapier eignet sich für Papiermaché, zum Nähen, Flechten, Reißen, Knüllen, Bündeln oder Schneiden. Man kann es stabilisieren, indem man es auf ein zweites Papier kleistert oder zu mehreren Schichten faltet. Und wenn etwas nicht funktioniert, ist schnell eine neue Zeitung zur Hand.

Meinung

Am Ende einer Woche wirft man einen Packen Tageszeitungen weg, so dick wie ein Buch – falls man eine Zeitung abonniert hat. Aus alten Zeitungen werden dann neue gemacht. Und manchmal, wenn der Mann etwas zu verschenken hat, dann wickelt er es in Zeitungspapier. Äußerst pragmatisch. Das ist aber doch nicht alles, was man mit dem alten Wirtschaftsteil und den Ortsnachrichten anstellen kann.

In „Neues aus alten Zeitungen“ findet man 60 Projekte, wie man alten Zeitungen neues Leben einhauchen kann. Glück hat man zum Beispiel mit einem Zugang zu einem Kopierer. So kann man sich seine eigenen kleinen Warhols basteln und damit Karten und Wände verschönern. Oder man verarbeitet schöne Fotos weiter zu kreativen Wandgemälden. Sichtschutz nötig? Das geht mit Zeitungen. Kein passender Schmuck? Die Morgenausgabe hilft. Und jetzt, wo Fasching näher rückt, kann ich nur eines sagen – geben Sie Ihren Kindern Buntstifte, Locher und Zeitungen und Sie sparen sich Geld für überteuertes Konfetti und haben dazu noch mindestens eine Stunde Ruhe.

Geordnet nach der Art der Verarbeitung (Kopieren, Rollen, Knüllen, Stanzen, etc.) kann man sich von den 60 Projekten im Buch inspirieren lassen – jedes Projekt lässt sich beliebig weiter- oder umdenken. Die Fotos zu Barbara Baumanns Ideen wurden von Qsi Gisler gemacht und übernehmen gefühlt einen größeren Teil des Buches – sie sind groß, detailliert und schlicht gehalten. Die Beschreibungen der Projekte sind kurz und knapp und Schritt für Schritt kann man den Anleitungen bis zum fertigen Projekt folgen.

Fazit

Ich persönlich würde nicht jedes Projekt unbedingt nachmachen wollen, aber man findet dennoch viele schöne Anregungen, wie man künstlerisch mit seinem Zeitungsmüll umgehen kann.

|Rezension| Clare Youngs „Neues aus alten Büchern“

|Rezension| Clare Youngs „Neues aus alten Büchern“

bücher

Klappentext

Was tun mit alten Büchern, die man am liebsten loswerden möchte? Etwas Neues daraus gestalten! Clare Youngs zeigt, wie Bücher einfach mit Schere, Kleber, Draht und Messer in kreative Grußkarten, Papier-Artischocken, Blumen-Pop-ups oder kunstvolle Scherenschnitte verwandelt werden können.

«Neues aus alten Büchern» stellt in 35 Schritt-für-Schritt-Projekten Ideen für kreatives Buchrecycling vor. Dank präziser Anleitungen, Zeichnungen und zahlreicher Schnittvorlagen am Ende des Buches können die «Buchobjekte» ohne spezifische kunsthandwerkliche Vorkenntnisse umgesetzt werden.

Meinung

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Pingel bin, was meine Bücher angeht. Meine Bücher sind mir heilig – da wandert keins mit in die Badewanne (könnte ja reinfallen), keins wird zu weit geöffnet (Rückenbruch – Horror!) und dabei gegessen wird schonmal gar nicht (Fettfinger, pfui.). Und dennoch gibt es sie – die alten Bücher, für die ich keine Verwendung mehr habe und die auch niemand mehr haben will, weil sie nicht mehr einwandfrei aussehen. Aber einfach so wegwerfen? Bringe ich nicht übers Herz.

In „Neues aus alten Büchern“ gibt es für Menschen wie mich eine wunderbare Auswahl an Alternativen zur Mülltonne. Und in der Ära des „Mach dieses Buch fertig“-Buches wissen wir doch alle, dass in uns allen der kleine Buchzerstörer steckt. Insgesamt gibt es 35 Ideen, was man mit den alten Schinken machen kann, aufgeteilt in die Kategorien Grußkarten und Papeterie, Dekoratives für Zuhause (meine Lieblingskategorie!), Kreatives für Kinder und Tierische Ideen.

Wie vom Hauptverlag gewohnt ist das Buch in seiner Aufmachung einfach unschlagbar schön. Die Fotos der Projekte haben auf dem matten Papier ihren ganz eigenen Charme. In der Regel besteht eine Anleitung aus einer Doppelseite, auf der einen ein Foto des Projekts, auf der anderen die Anleitung mit liebevoll gezeichneten Anleitungsbildern. Die Anleitungen sind Schritt für Schritt abgeteilt und verständlich formuliert.

Zugegeben – auch wenn es eine Kategorie Kreatives für Kinder gibt – für junge Kinder sind die Anleitungen nicht geeignet. Dazu braucht man viel zu oft Fingerspitzengefühl, Geduld und scharfe Gegenstände. Apropos scharfe Gegenstände – die meisten Utensilien, die man braucht, hat man als Hobbybastler sowieso daheim oder kann sie sich im Bastelladen einfach besorgen. Eine Liste der nötigen Materialien und Techniken findet man hinten im Buch, gemeinsam mit Vorlagen, die man beliebig vergrößern und dann verwenden kann.

Was gibt es denn Schöneres für Buchfreunde, seine Wohnung oder sein Haus mit Papier schmücken zu können? Ich werde sicher einige Motive aus dem Buch verarbeiten.