|Rezension| Rachel Caine „Bitter Blood“

|Rezension| Rachel Caine „Bitter Blood“

Reihe:  The Morganville Vampires Band: 13
NAL (6. Nov 2012) – 416 Seiten – 12,95 € – Hardcover

Die Geschichte

Nachdem sie die Draug endgültig besiegt haben, gibt es nichts mehr, vor dem die Vampire Angst haben müssen. Morganville scheint in die alten Zeiten abzudriften, in denen Menschen reine Beute waren, Amelie ist nicht sie selbst, seitdem sie mit Oliver zusammen ist und dann taucht auch noch Geisterjäger auf, die Morganville als ihren neuen idealen Drehort auserkoren haben. Mitten im Chaos stehen Claire, Shane, Eve und Michael ganz allein, denn nach der umstrittenen Hochzeit zwischen Vampir und Mensch sind sie für alle nur Verräter.

Meine Meinung

In an insane world, sanity made very little sense.

Ist  13 nicht die absolute Unglückszahl? Nicht für Rachel Caine, die mit ihrer The Morganville Vampires-Serie mittlerweile bei eben diesem Band angelangt ist – Nummer 13. Und als Leser hat man damit gar kein Pech – vor allem, weil nun endlich einmal Myrnin einen Blick in seine Gedanken erlaubt, wenn auch nur kurz.

Nach 12 Liebesbekundungen, nach so vielen Rezensionen, in denen ich von Myrnin geschwärmt und die Autorin verflucht habe, dass sie mich Rotz und Wasser heulen lässt und im nächsten Moment kleine Lachanfälle aus mir heraus kitzelt, weiß ich mittlerweile wirklich kaum noch, wie ich euch diese Serie schmackhaft machen kann.  So viel Treue von meiner Seite aus sollte doch genug sein, um zu überzeugen.

Gut, so ganz zufrieden war ich mit Bitter Blood dann doch nicht. Zu wenig Myrnin (Jajaja, ich weiß, das stört andere sicher nicht, aber mich. Vor allem, weil die Vampirhasenhausschuhe draufgegangen sind. Böse Autorin!) und Shane hatte einmal wieder so einen Moment, wo ich mir dachte, dass die vielen Stunden im Boxring doch einen kleinen Hirnschaden zurückgelassen hat. Ansonsten kann ich mir sein Verhalten am Schluss nicht erklären. Und an der Filmcrew wurde auch viel urkomisches Potential verschwendet.  Ich hatte da eine Gruppe alá Ghostfacers in Supernatural vor Augen – planlos, übertrieben gläubig und neugieriger als gesund für sie wäre. Doch sonst war alles gewohnt morganvillig – keine langatmigen Passagen, eine gehörige Portion Humor gepaart mit einer ebenso gehörigen Portion Spannung und noch ein wenig Herzschmerz dazu.

Band 14 kann kommen … und Band 15 … und Band 16…

|Rezension| Rachel Caine „Black Dawn“

|Rezension| Rachel Caine „Black Dawn“

Reihe: The Morganville Vampires Band: 12

NAL ( 1.Mai 2012) – 384 Seiten – 12,95 € – Hardcover

Die Geschichte

Morganville ist ausgestorben. Nach einer wagemutigen Befreiungsaktion verschanzen sich Vampire und Menschen gleichermaßen im Zentrum der Stadt und schmieden Pläne, wie sie die Draug loswerden können. Die Chancen scheinen schlecht zu stehen, vor allem, da im Angesicht von Amelies wahrscheinlichem Tod ein Kampf  um ihre Position entbrennt.

Meine Meinung

We are never in control of our destinies, even the strongest of us. All we can hope to do is not be too badly damaged by events.

Black Dawn hat mich nicht zu diesem Häufchen Elend gemacht wie es sein Vorgänger Last Breath geschafft hat. Nichtsdestotrotz war es eine Achterbahn der Gefühle – von zu Tode betrübt bis himmelhoch jauchzend war hier alles dabei.

Morganville ist menschen- und vampirleer und geht langsam aber sicher vor die Hunde, genau wie die Beziehungen zwischen den zurückgebliebenen Einwohnern. Der letzte Kampf gegen die Draug hat seine Opfer gefordert. So bangt man um Amelies Leben und Eves und Michaels Beziehung. Doch am schlimmsten fand ich, was Shane zustieß. Hier gab es einmal wieder den einen oder anderen Moment, an dem mein Herz geblutet hat. Shane und Claire ist wohl nie eine Pause gegönnt. Als Leser hat man aber auch nie Ruhe, denn die Geschichte rast nur so vor sich hin und mehr als einmal muss man um das Leben der Protagonisten bangen.  Rachel Caine schafft es immer wieder, Figuren aus der Versenkung zu ziehen, die man schon beinahe vergessen hat. Und – schrecklich, wie es auch ist – sie schreckt nicht davor zurück, Figuren zu opfern, wenn es der Handlung dient, Mut, der anderen Autoren fehlt. Dennoch hat Black Dawn Schwächen, die die anderen Bücher nicht hatten – die sonst so subtilen Andeutungen, die die Autorin sonst macht, sind diesmal schon richtig offensichtliche Winke mit dem Zaunpfahl. Auch die Art, wie die Menschen einen Weg finden, wie man die Draug besiegen kann, war mir etwas zu simpel – sie stolpern wortwörtlich darüber.  Außerdem gab es viel zu wenig Myrnin für meinen Geschmack – obwohl ich ja nie genug von ihm haben könnte.

Auch Black Dawn erlebt man wieder aus mehreren Sichten – darunter natürlich Claire, Shane, Eve und neuerdings Naomi, Amelies Schwester. Kein Myrnin, leider. Ich hoffe auf den nächsten Band, der im November erscheinen wird. Dankbarerweise ist Black Dawn an sich aber relativ abgeschlossen, so dass man nicht von einem bösartigen Cliffhanger gequält wird, während man warten muss.

|Rezension| Rachel Caine „Last Breath“

|Rezension| Rachel Caine „Last Breath“

Reihe: The Morganville Vampires – Band: 11

NAL (1.Nov 2011) – 352 Seiten – 14,99 € – Hardcover

Die Geschichte:

Wer dachte, dass das Gefährlichste in Morganville die Vampire sein könnten, der hat sich eindeutig geirrt. Denn nun zieht etwas durch die Straßen der kleinen texanischen Stadt, dass sogar die Blutsauger dazu bringt, ihre Koffer zu packen und aus der Stadt zu fliehen. Und mitten im Chaos wird das Leben der Glass-House-Bewohner mehr erschüttert als je zuvor.

Meine Meinung:

Having Myrnin in her head was like being Alice down the rabbit hole. He sounded sane enough, but in the background rushed images, feelings, an utterly mad jittering landscape of too much color, too much pain, too much love, too much hunger, too much everything. This was what Myrnin was.

Oh Rachel Caine, wie kannst du mir nur so das Herz brechen? Und nochmal und nochmal und nochmal? Am Schluss von Last Breath war ich nur noch ein Häufchen Elend und wo wir bei Häufchen sind – ein Häufchen Taschentücher lag auch neben meinem Bett. Und verrückterweise liebe ich dich dafür!

Last Breath war so herzzerreißend wie gruselig. Auf der einen Seite wusste man nie, was hinter der nächsten Ecke lauert. Das Böse war so wenig greifbar wie noch nie und sogar die bösen starken Vampire sind nur so davongelaufen. Jedenfalls so lange, bis sie beschlossen, so richtig einen draufzumachen. Auf der anderen Seite waren da Shane und Myrnin, die sich nie leiden konnten, aber für die eine Sache, die sie verbindet, zusammengehalten haben. Und wo wir schon bei meinem Lieblingsthema Myrnin sind – ich wollte ihn nehmen und an mich drücken und übers Haar streicheln und ihm seine Häschenhausschuhe vorbeibringen, so sehr hat er mein Herz erweicht. Noch nie war Myrnin weicher und noch nie manischer.

Zugegeben, teilweise war Last Breath etwas chaotisch und dass Claire mal wieder den Weg der weißen Weste gewählt hat, hat mich irgendwie enttäuscht, aber das ist mir schnurzpiepegal, denn bisher hat mich noch kein Morganvilleband so an sich gefesselt wie dieser. Meine Leidenschaft für Bücher, die mich dazu bringen, Rotz und Wasser zu heulen, wurde mehr als befriedigt. Da bin ich genügsam und mit allem anderen versöhnt.

Wie schon im vorherigen Band, weicht Rachel Caine von ihrer Solo-Claire-Sicht ab. Wo in Bite Club nur Shane zu Wort kam, dürfen nun auch Eve und Amelie ihre Sicht der Dinge kundtun. Zum einen verschafft das dem Leser einen Einblick in Amelies seelisches Innenleben, wo er vorher nur Vermutungen anstellen konnte. Zum anderen hätte die Geschichte sonst auch gar nicht funktionieren können. Ich habe kein Problem mit wechselnden Sichten in Büchern und von mir aus kann Frau Caine diese Erzählweise gerne beibehalten. Ich würde mir nur einen klitzekleinen Blick in Myrnins Kopf wünschen.

|Rezension| Rachel Caine „Bite Club“

|Rezension| Rachel Caine „Bite Club“

The Morganville Vampires #10

Rachel Caine @ RachelCaine.com

NAL Trade (Oktober 2011)

368 Seiten, 7,10 €

Bei Amazon kaufen

Die Geschichte

In Morganville läuft nichts nach Plan und schon gar nicht normal. Wie normal ist schon eine Stadt, in der Menschen mit Vampiren zusammenleben. So konnte auch Claire nicht darauf hoffen, dass sie endlich mal ein „normales“ Leben führen kann. Ihr Laborpartner Stinky Pete wird ermordet, nachdem er heimlich Vampirblut aus dem Labor gestohlen hat, und ihr Freund Shane benimmt sich immer seltsamer, seitdem er täglich in das neue Fitnesstudio geht, das von einem Vampir eröffnet wurde. Als Claire herausfindet, dass beides miteinander zusammenhängt, hat sie Shane schon beinahe verloren.

Meinung

Die Morganville Vampires-Reihe hat die zweistellige Zahl von Büchern erreicht und wird dabei von Buch zu Buch besser. Damit man aber nicht immer nur das Gleiche geliefert bekommt, gibt es den Ansatz einer Änderung, der sich in die nächsten Büchern weiterziehen wird: Rachel Caine nimmt Abstand von der alleinigen Sicht auf Claires Leben in Morganville, sondern lässt diesmal auch Shane zu Wort kommen. Angesichts der Geschichte war dieser Schritt fast unumgänglich, um den armen Shane nicht als riesiges A-Loch dastehen zu lassen.

Shanes Blickwinkel wird im Gegensatz zu Claires in der Ich-Perspektive geschrieben. Nachdem Shane nun seine ganze Familie verloren hat, sieht er in dem neuen Fitnessstudio, das von einem Vampir geleitet und in dem man von Selbigem auch trainiert wird, eine Chance zu lernen, wie er zumindest seine übrig gebliebene „Familie“ im Glasshaus schützen kann. Tief in ihm brodelt die Wut auf die Vampire, die dadurch noch angeheizt wird, dass Claire in seinen Augen zu viel mit Myrnin zu tun hat, von dem er überzeugt ist, dass er ein Auge auf seine Freundin geworfen hat. Als die Vampirin Glory diese Wut nutzt, um ihn zu einem tödlichen Kämpfer gegen Vampire zu machen, benimmt sich Shane seinen Freunden gegenüber immer schlimmer und stößt sie völlig vor den Kopf. Ohne seine Sicht der Dinge würde die Meinung der Leser über ihn wohl extrem sinken. Dabei ist Shane im Bann der Vampirin der festen Überzeugung, nur das Beste für Claire zu wollen, selbst wenn er ihr dafür das Herz brechen und seinen besten Freund töten muss. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte eine Achterbahnfahrt und ich wollte Shane mehrmals gegen die Wand pfeffern, weil er sich so übel benommen hat.

Und da ist natürlich Myrnin, so ganz und gar Myrnin eben. Ich muss ihn einfach immer wieder erwähnen. Hach <3 Hinter der verrückten Fassade steckt so ein loyales Herz und auch Claire gewinnt nur dadurch, dass sie immer und in jeder Lebenslage hinter ihrem durchgedrehten Boss steht.

|Rezension| Rachel Caine „Ghost Town“

|Rezension| Rachel Caine „Ghost Town“

The Morganville Vampires #8

Rachel Caine @ RachelCaine.com

New American Library (April 2011)

353 Seiten, 5,95 € TB

Klappentext

While developing a new system to maintain the town’s defenses, genius student Claire Danvers discovers a way to use the vampires‘ powers to keep outsiders from spreading news of Morganville’s „unique“ situation.
But when people in town start forgetting who they are-including the vampires-Claire has to figure out how to pull the plug on her experiment before she forgets how to save herself…and Morganville.

Meinung

Es gibt Serien, die könnten in meinen Augen ewig weitergehen. Obwohl Ghost Town schon das achte Buch der Morganville Vampire-Reihe und das neunte Buch auch schon auf dem Markt ist, hat die Serie nicht an Qualität verloren. Das haben diverse andere Reihen so nicht geschafft.

Nachdem Ada, der Horrorcomputer, nicht mehr existiert, liegt Morganville ungeschützt – die Barrieren sind abgebrochen, die Portale funktionieren nicht mehr, geschweige denn werden die Erinnerungen derjenigen gelöscht, die die Stadt verlassen wollen würden. Das macht die Vampirstadt verletzlich. Myrnin und Claire arbeiten daran, einen neuen Steuerungscomputer zu bauen, wobei Myrnin der Meinung ist, dass dies nur mit einem Gehirn (vorzugsweise natürlich Claires) funktionieren würde und Claire nach einer neuen Lösung sucht. Letztendlich – und mit enormen Druck von Oliver und Amelie – gelingt es den beiden auch. Doch kurz darauf beginnen Leute plötzlich, sich seltsam zu benehmen. Sie erinnern sich nicht mehr an die letzten drei Jahre ihres Lebens. Dieses Phänomen trifft nach und nach auch Claires Freunde.

„Ghost Town“ ist einmal mehr ein Wechselbad der Gefühle. In der einen Sekunde muss man noch ein paar Tränen vergießen, in der nächsten schon wieder kichern, sich die Haare raufen und die Fingernägel abknabbern. Vor allem Myrninfans kommen völlig auf ihre Kosten, denn Myrnin zeigt sich von vielen verschiedenen Seiten – mal ist er extrem fürsorglich, was Claire angeht, dann erzählt er von seiner Zeit mit Ada und betrauert sie und letztendlich verfällt er sogar in seinen alten, unberechenbaren Zustand, kurz davor, den Verstand zu verlieren. Auch Shane und Claire haben mich dazu gebracht, vor soviel Zuckerguss fast Zahnschmerzen zu bekommen (aber auf eine gute Weise (;) oder gar bittere Tränen zu vergießen. Rachel Caine hat nichts an Können und Humor verloren und wird das hoffentlich auch die nächsten Bände nicht tun.

Rachel Caine schafft es immer wieder, Wendngen in die Geschichte von Morganvlle einzubauen, mit denen man so niemals gerechnet hätte. Morganville ist kein statisches Konstrukt, sondern ändert sich mit jedem Buch immer wieder aufs Neue – neue Regeln, neue Bewohner, neue Herrschaft. Gerade diese Wandlungsfähigkeit führt wohl mitunter dazu, dass die Serie immernoch nicht langweilig wird.

Über das geänderte Format habe ich mich ja im ersten Moment ziemlich geärgert, jetzt passt das Buch gar nicht zu den restlichen sieben Bänden. Aber ich muss zugeben – es war noch NIE so angenehm, einen Morganville zu lesen; zumindest nicht, wenn man Leseknicke im Buchrücken nicht mag. Ich persönlich in durchaus besänftigt.

|Rezension| Rachel Caine „Kiss of Death“

|Rezension| Rachel Caine „Kiss of Death“

Reihe: The Morganville Vampires

Band: 8

Verlag: Signet (April 2010)

Seiten: 256

ISBN: 0451229738

Preis: 5,60 €

Inhalt

Michaels Angebot, eine CD aufzunehmen, ist DIE Gelegenheit für die Bewohner des Glass Houses, Morganville zu verlassen. Auch, wenn sie zurückkehren müssen. Und auch, wenn ihre Reisebegleitung gerade aus Oliver besteht. Doch aus dem Road Trip wird schnell ein Trip in die Hölle.

Meinung

Michael bekommt ein Angebot für eine Probeaufnahme in einem Studio in Dallas/Texas und entgegen aller Erwartungen bekommen Claire, Shane und Eve Ausreisepässe, um ihn zu begleiten. Alle sind völlig aus dem Häuschen, dass sie Morganville verlassen dürfen, denn für Michael und Eve ist es das erste Mal. Die Stimmung wird aber schnell getrübt, als sie erfahren, dass sie von Oliver begleitet werden. Als dieser in einer kleinen Stadt auf dem Weg nach Dallas „etwas zu erledigen hat“, schaffen es die Jugendlichen, sich ruckzuck in Schwierigkeiten zu begeben. Doch nicht nur fiese Schlägertypen machen ihnen Sorgen, denn offenbar ist Morganville doch nicht die einzige Stadt, die von Vampiren bewohnt wird.

Anfangs ist „Kiss of Death“ noch wunderbar lustig. Das Leben in Morganville ist endlich einmal wirklich ruhig für die Glass Housler, was sie Amelie zu verdanken haben, die ihnen Sonderstatus verschafft hat. Man erlebt ein wenig Alltag und viel gegenseitige Neckereien zwischen den vier Jugendlichen. Aber es zeichnet sich auch immer mehr ab, dass Michaels Verwandlung Einfluss auf seine Beziehung zu Eve hat. Er bekommt immer weniger die Kurve zwischen Vampir, der außerhalb des Hauses eine Menge zu sagen hat, und dem Mann, der seine Freundin gleichberechtigt behandelt.

„Kiss of Death“ weist den Leser auf einen Umstand hin, über den er sich wohl weniger Gedanken gemacht hat. Morganville scheint immer ein Gefängnis zu sein für seine menschlichen Bewohner, ihr persönlicher lebenslanger Horror, aus dem sie nicht ausbrechen können. Doch dieser Band zeigt eines: Morganville ist auch ein Gefängnis für seine vampirischen Bewohner,da Amelie sicher gehen will, dass nirgends sonst Vampire ihr Unwesen treiben. Myrnin zum Beispiel ist wirklich neidisch auf Claire, als sie Morganville verlassen darf. Und Morley und seine Anhänger schaffen es sogar, mit einem Bus aus der Stadt abzuhauen, da nach Adas „Tod“ der Schutz der Stadt geschwächt ist.

Auch merkt der Leser, für wie selbstverständlich er schon die Zusammenarbeit zwischen den Vampiren und den Menschen hält, auch wenn sie nicht ganz freiwillig ist. Denn als sie auf eine von Vampiren überrannte Stadt stoßen, deren Bewohner nach dem Prinzip leben: Es hat Fangzähne, dann töte es sofort, wirken die Jugendlichen, die mit zwei Vampiren herumziehen, auf die dortigen Menschen wie jemand, der nicht mehr ganz bei Trost sein kann.

Mir hat ein wenig Zeit mit Myrnin gefehlt, da er ja mein erklärter Lieblingscharakter ist. Dafür hat man die Chance, Oliver besser kennenzulernen und Seiten an ihm zu finden, die man vorher nicht kannte.

|Rezension| Rachel Caine „Fade Out“

|Rezension| Rachel Caine „Fade Out“

Reihe: The Morganville Vampires

Band: 7

Verlag: Signet (November 2009)

Seiten: 256

ISBN: 0451228669

Preis: 5,51 €

Inhalt

Mit den neuen Umständen in Morganville könnten Claire und ihre Freunde ein relativ normales Leben führen – soweit mit Vampiren zu leben normal sein kann. Doch die Ereignisse der letzten Wochen haben Spuren hinterlassen – bei Menschen, Vampiren und der gesamten Bevölkerung von Morganville. Trotz allem versuchen alle, weiterzumachen. Eve bekommt eine Rolle in einem Musical und lernt dort Kim kennen, die Eve sofort komplett für sich einnimmt. Kims Vergangenheit bezieht auch Shane mit ein und Claire lernt eine Seite von sich kennen, von der sie nicht wusste, dass sie existieren würde. Liebe ist eben nicht einfach – das muss auch Myrnin merken, denn auch dessen Vergangenheit hat ein missgünstiges Auge auf seine Assistentin geworfen.

Meinung

Vorneweg muss ich sagen, dass „Fade Out“ mein bisher liebster Morganville-Band ist. Das liegt wohl einerseits daran, dass der geneigte Myrninfan eine ganze Menge seines Lieblings bekommt. Ich hatte ja befürchtet, dass Myrnin – da er jetzt von seiner Krankheit geheilt ist – seinen Charme verlieren würde. Doch scheinbar war Myrnin schon immer ein wenig speziell, also gab es keinen Grund zur Besorgnis. Claires Chef entwickelt eine Leidenschaft für Plüschhasenhausschuhe (mit Reißzähnen!) und sehr spezielle Haustiere (mit acht Beinen). Doch eine Leidenschaft, die er hegt, bringt nicht nur ihn, sondern auch Claire in Teufels Küche – Ada. Gegen Adas Wahnsinn stinkt Myrnin direkt ab. Der Computer ist völlig besessen von ihrem Erbauer. Myrnins Verhältnis zu seiner ehemaligen Assistentin war nämlich keineswegs nur geschäftlicher Natur. Da Myrnin offensichtlich an Claire hängt, sieht Ada sie als Gefahr und versucht, Claire umzubringen. Doch Myrnin weigert sich strikt, Adas Programm neu zu starten und besteht darauf, dass ein Gespräch Abhilfe schaffen würde. So seltsam die Idee des Vampircomputers auch war, bringt Ada als Figur doch echten Pfiff in das Buch.

In „Fade Out“ bekommt der Leser die Chance, die vier Freunde unter normalen (sprich nicht lebensbedrohlichen) Umständen zuerleben. Anstatt gegen Butsauger kämpfen sie jetzt gegen simple zwischenmenschliche und emotionale Probleme. Und alle beruhen auf einer Person: Kim. Kim spielt mit Eve in einem Musical und wickelt sie völlig um den Finger. Sie ist eine Art Legende in Morganville, da sie sich aus eigener Kraft vor einem Vampirangriff gerettet hat, zudem Künstlerin ist und unter den Vampiren ist sie bekannt als „die Historikerin“, da sie die Lebensgeschichten der Vampire auf Video bannt. Kim beschlagnahmt Eve komplett, behandelt Claire dafür bei ihren Begegnungen wie Luft oder schlimmer. Noch schlimmer für Claire: Sie bekommt raus, dass Shane und Kim eine sehr kurze Affäre hatten. In Claire brodelt die Eifersucht, vor allem, da sich Kim bei jeder sich bietenden Gelegenheit an Shane heranschmeißt – vor Claires Augen. Auch in Eves und Michaels Beziehung kriselt es gewaltig, da Michael sich in Eves Augen zu sehr den Vampiren verpflichtet sieht. Sogar Amelie kämpft mit sich.

Der Leser sieht eine Seite von Amelie, die vorher nicht dagewesen zu sein scheint. Früher emotionslos und gefasst, ist Amelie nun ein Häufchen Elend. Dass sie Sam verloren hat, trifft die Vampirin schwer. Nur ihre Verbindung zu Claire rettet Amelie vor einem Selbstmordversuch. Sie ist verletzbar, erschöpft und schwach. Dieser Umstand bleibt nicht lange verborgen und andere Vampire versuchen, die Stadt an sich zu reißen.

Wo „Carpe Corpus“ durcheinander und ziellos wirkte, ist „Fade Out“ in sich wieder schlüssig. Diese Tatsache und das man viel über die Hintergründe der einzelnen Protagonisten erfährt, macht es zum besten Morganville-Band bis jetzt. Humor und Spannung wechseln sich wunderbar untereinander ab, wofür vor allem Myrnin verantwortlich ist, der zu jeder verzwickten Situation noch etwas völiig unpasendes zu sagen hat.