|Rezension| Pittacus Lore „The Power of Six“

|Rezension| Pittacus Lore „The Power of Six“

Lorien Legacies #2

Harper Collins (August 2011)

448 Seiten, 9,40 € HC

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Die Geschichte

John Smith ist auf der Flucht. Als angeblicher Terrorist und verfolgt von den feindlichen Mogadorianern kann er sich auf niemanden verlassen außer auf seinen besten Freund Sam und Nummer Sechs. Zu dritt versuchen sie, die restlichen Außerirdischen von Lorien zu finden.

Eine davon ist Marina, die in einem abgeschiedenen Kloster in Spanien fürchten muss, von den Mogadorianern entdeckt worden zu sein. Nur ihre Beschützerin weigert sich strikt, ihr zu glauben, geschweige denn, sie zu trainieren.

Meinung

Sehr sehr lange war ich hin und hergerissen, ob ich The Power of Six überhaupt lesen soll und immer noch komme ich mir irgendwie nicht gut dabei vor, dass ich das Buch gekauft und gelesen habe. Grund dafür ist die Kontroverse um James Frey und seinen Verlag, der mehr als fragwürdige Verträge an Autoren vergibt, aus einem derer auch I am Number Four und The Power of Six stammen. Wer des Englischen mächtig ist, kann das zum Beispiel hier nachlesen. Tja, ich habe das Buch gekauft, weil ich Band 1 mochte, auch wenn ich mich nicht hundertprozentig wohl mit der Entscheidung fühle (vor allem, da ich bis heute gleichermaßen entsetzt bin, dass ein solcher Vertrag L. J. Smith den Hals gebrochen hat, was ihre Vampire Diaries Serie betrifft…).

Schade, dass das Gewissen im Nacken saß, denn The Power of Six macht richtig Spaß und ist in jeder Hinsicht noch besser als sein Vorgänger. Kein großes Aufbauen von Mysterien mehr, keine langwierigen Erklärungen – der Leser weiß, was Sache ist. Das gibt dem Autorenteam einerseits die Chance, die Flucht von Vier, Sechs und Sam richtig auszukosten, mit Hubschrauberverfolgungen und Verwirrungen in Sachen Liebe, andererseits führen sie auch eine neue Erzählsicht ein. Während I am Number Four sich noch voll auf John Smith aka Nummer Vier konzentriert, wechselt The Power of Six zwischen John und Marina hin und her. Marina ist Nummer Sieben und sitzt mit ihrer Beschützerin in einem Kloster in Spanien fest. Obwohl sich Marina der Bedrohung durch die Mogs jederzeit bewusst ist, muss sie ihre Gaben und Kampffähigkeiten allein entdecken, da sich ihre Beschützerin Adelina strikt weigert, sie auszubilden oder überhaupt noch zuzugeben, dass sie in Gefahr sind. Es war schön, mehr von den anderen Loric mitzubekommen und Marina bleibt im Laufe des Buches nicht die einzige Außerirdische, die man kennenlernen darf.

Natürlich merkt man, dass beim Schreiben immer das große „Kinofilm!“ im Raum hängt. The Power of Six ist so vollgestopft mit Kampfszenen, mit Verfolgungsjagden, mit Szenen und Dialogen, die man eins zu eins so verfilmen könnte. Das muss man mögen, ich fand es angenehm, da es das Buch vorangetrieben und lebendig gemacht hat. Auf ruhige, emotional tiefgreifende Szenen wartet man hier jedoch vergebens, selbst wenn sie vielleicht angebracht scheinen.

Wäre da nicht das große Aber, ich würde die Bücher sorgenfrei weiterempfehlen. Ist aber nicht. Schade. Und wer sich denkt: Ach, das eine noch, aber dann höre ich auf – viel Spaß mit dem bösen Cliffhanger. (;

|Rezension| Pittacus Lore „I am number four“

|Rezension| Pittacus Lore „I am number four“

Reihe: Lorien Legacies

Band: 1

Verlag: HarperCollins (August 2010)

Seiten: 448

ISBN: 0061969559

Preis: 12,95 €

Inhalt

Nummer Vier ist eines von neun Kindern, die vom Planeten Lorien mit ihren Beschützern auf die Erde geflüchtet sind, da deren Planet von einer feindlichen Rasse angegriffen und ausgelöscht wurde. Seit zehn Jahren ist er nun schon auf der Flucht vor den Mogadorianern. Drei der Flüchtlinge sind bereits tot und Nummer Vier ist der nächste. Zusammen mit seinem Beschützer Henri landet er in Paradise/Ohio und geht dort unter dem Namen John Smith zur Schule. Doch diesmal passiert etwas, was noch nie geschehen ist: Er findet Freunde und verliebt sich und beschließt daraufhin, dass er nicht schon wieder flüchten möchte.

Meinung

Aliens – eigentlich so gar nicht mein Genre. Ich bin ja irgendwie dem Irrglauben aufgelaufen, es handle sich hier um eine Geschichte über Superhelden. Was aber letztendlich auch gar nicht so falsch war.

Nummer Vier stammt von Lorien, einer der der Erde am nächsten belebten Planeten. Als er noch ein kleines Kind ist, wird sein Planet von den Mogadorianern angegriffen, die ihren eigenen Planeten so lange ausgebeutet haben, dass sie nun die Rohstoffe von Lorien stehlen wollen. Die beiden Planeten sind verschiedene Extreme, die zeigen, wie unsere Erde aussehen könnte, je nachdem, wie wir uns jetzt entscheiden. Beide standen an dem selben Punkt wie die Erde heutzutage. Während die Mogadorianer aber beschlossen, ihren Planeten weiterhin um des Fortschritts Willen zu zerstören, haben die Lorianer die Notbremse gezogen und ihr Planet hat sich nach und nach wieder von dem Schaden erholt, den sie ihm angetan haben. Zum Dank entwickelten bestimmte Bewohner des Planeten Begabungen. So sind die Lorianer aufgeteilt in die Garde, die den Planeten beschützt, und die Beschützer, die die Kinder ausbilden und die Bürokratie übernehmen.

Nummer Vier lebt mit Henri, seinem Beschützer, in Nordamerika, bleibt jedoch selten länger als ein halbes Jahr an einem Ort. Mittlerweile ist er 15 und seine Begabungen sollten sich bald zeigen. Bis dahin ist er regelrecht wehrlos, sollte er gefunden werden. Ein Zauber schützt die Kinder, indem sie nur in einer bestimmten Reihenfolge getötet werden können. Sobald einer von ihnen stirbt, bekommen alle anderen eine Narbe am Fußgelenk, um zu wissen, wie gefährdet sie sind. Als Nummer Vier die dritte Narbe bekommt, flüchten Henri und er nach Ohio, wissend, dass er der nächste ist, der sterben muss. Als John Smith geht er dort zur Schule und trifft dort auf Sarah, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Das ruft aber ihren Exfreund Mark auf den Plan, der John immer wieder provoziert. Das macht es dem Außerirdischen schwer, sich bedeckt zu halten, da er immer versucht ist, es dem großkotzigen Sportler zu zeigen, oder sogar von ihm dazu gezwungen wird, da er direkt heraus angegriffen wird. Außerdem weckt seine Wut auf Mark seine erste Begabung, die sich leider sehr auffällig darin äußert, dass seine Hände anfangen zu leuchten.

Neben Sarah trifft John noch auf Sam, der, trotz dass er ein wenig klischeehaft ist, ein sehr sympathischer Charakter ist. Sam ist der typische Geek – er ist unsportlich, unbeliebt, dürr, trägt eine dicke Brille und glaubt felsenfest an die Existenz von Aliens. Was hinter diesem Glauben steckt, ist aber ziemlich traurig, denn Sam glaubt daran, dass sein Vater von Aliens entführt wurde und trägt seitdem dessen Brille, obwohl er sie gar nicht braucht. Doch Sams Leidenschaft und Interesse für außerirdische Verschwörungstheorien helfen Henri und John unverhofft.

„I am number four“ ist eine Mischung aus Außerirdischen und Superhelden mit einem Tick erhobenen Zeigefinger. Stellenweise wirkt es ein bisschen zuviel von allem, doch die Protagonisten wachsen einem so heimlich ans Herz, dass man es vorher gar nicht merkt, bis sie in Gefahr schweben, und am Schluss kann man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Trotz allem muss man leider sagen, dass die Geschichte nicht besonders innovativ ist. Für mich war das kein Problem, da ich sonst nicht viel aus der Richtung lese, könnte aber für andere langweilig werden.

Das Buch wird momentan mit Alex Pettyfer verfilmt und der Film erscheint im Februar 2011.