|Rezensionen| Lisa Desrochers „Original Sin“

|Rezensionen| Lisa Desrochers „Original Sin“

Personal Demons #2

Lisa Desrochers @ LisaDWrites

Macmillan (Juli 2011)

400 Seiten, 6,40 € TB

0765328097

Inhalt

Frannie und Luc hätten gerne ihre Ruhe, jetzt, nachdem beide für den Himmel vorgemerkt sind. Auch Gabe glaubt, dass Frannie gut ohne ihn klar kommt und verschwindet zurück in den Himmel. Seine Stelle überlässt er Frannies Zwillingsbruder Matt. Doch als in Lucs Nachbarwohnung die schüchterne Lili einzieht, weckt sie in allen dreien den Beschützerinstinkt – und in Matts Fall sogar mehr. Wäre das nicht schon genug, tauchen Dämonen auf, die Luc in die Hölle zurückholen wollen, damit er seine gerechte Strafe erhält.

Meinung

Ich hatte komplett vergessen, wie toll Personal Demons war, bis ich die erste Seite von Original Sin gelesen hatte. Vom ersten Moment an war ich wieder völlig mitgerissen von Lucs und Frannies Humor und der Chemie zwischen den beiden. Nachdem geklärt ist, dass weder Frannie noch Luc in die Hölle kommen können, haben sie endlich Zeit füreinander. Und die Teenagerhormone sprudeln hoch. Sehr sehr hoch. Wer also automatisch von einem Buch mit einem doch so christlichen Thema erwartet, dass es hier um Sex nach der Ehe und züchtiges Händchenhalten geht, der sollte sich streckenweise die Augen zuhalten (auch wenn es sich so dann schlecht liest.). Doch die beiden sind auch außerhalb des Bettes ein tolles Paar, obwohl mir Frannies Schwäche für Gabe immernoch ein arger Dorn im Auge ist und ich sie an einem Punkt der Geschichte für eine echte Heuchlerin hielt, als sie Luc etwas vorwarf, das sie selbst nicht anders macht.

Mit Frannies Bruder Matt bekommt die Geschichte eine dritte Erzählerstimme. Matt steht, was den Humor angeht, seiner Schwester in nichts nach, was die Sympathie zu Luc betrifft, aber gewaltig. Matt hasst Luc und benimmt sich nicht besonders engelhaft, wenn er versucht, ihn ein für allemal loszuwerden. Überhaupt merkt man schnell, dass Matt eigentlich komplett überfordert ist, als er Gabes Stelle als Frannies Schutzengel antreten soll und sonderlich liebenswert macht ihn das nicht. Letztendlich reißt er scheine Schwester und deren Freund erst richtig ins Chaos.

Atem holen kann man bei Original Sin nicht, denn die Geschehnisse überschlagen sich pausenlos. Das ist gar nicht schlecht, außer man möchte zwischen dem Lesen auch mal essen oder aufs Klo gehen. Ich habe das Buch ungern zur Seite gelegt, weil ich nach jedem fertigen Kapitel sofort wissen wollte, wie es weitergeht. Die Geschichte ist voll von Witz, Spannung, Herzschmerz und Erotik. Leider fand ich die ganze Handlung um Lucs neue Nachbarin Lili total durchschaubar. Lisa Desrochers hat einfach eine Gabe für nichtsubtile Namen. Insgesamt tat das der Geschichte aber keinen Abbruch, weil nebenbei soviel neues geschieht und unbekannte Informationen geliefert werden, dass Lilis offensichtliche wirkliche Persönlichkeit mehr eine Erholung darstellt von dem ganzen Unerwarteten.

|Rezension| Lisa Desrochers „Personal Demons“

|Rezension| Lisa Desrochers „Personal Demons“

Reihe: Personal Demons

Band: 1

Verlag: Tor Books (September 2010)

Seiten: 368

ISBN: 0765328089

Preis: 8,24 €

Inhalt

Seit die beiden neuen Schüler Luc und Gabe an ihrer Schule sind, steht Frannies Leben Kopf. Denn sowohl der unberechenbare Luc als auch der engelhafte Gabe zeigen deutlich Interesse an ihr und Frannie weiß nicht, wen sie wirklich möchte. Doch den beiden geht es nicht um Frannie, sondern um ihre Seele. Denn Frannie hat etwas, das sowohl der Himmel als auch die Hölle dringend wollen.

Meinung

Frannie wächst in einer gläubigen katholischen Familie mit vier Schwestern auf. Doch sie selbst hat ihren Glauben an Gott verloren, nachdem ihr Zwillingsbruder gestorben ist. Sie schottet sich von allem ab, was ihr je wieder wehtun könnte – sie hat Freundinnen, die genauso wenig erpicht darauf sind, sie in ihr Innerstes zu lassen wie umgekehrt und sucht sich Jungen aus, von denen sie sich sicher ist, dass sie sich nie in sie verlieben würde. Sie fährt bezüglich ihrer Gefühle immer auf der sicheren Seite. Doch dann taucht Luc auf und stellt ihre Welt auf den Kopf, denn er ist so anziehend wie unberechenbar. Und kaum, dass dieser dunkelhaarige Rebell vor ihr steht, trifft sie auf sein Gegenteil – Gabe, der aussieht wie direkt aus dem Himmel gestiegen. Und damit hat Frannie sogar recht, denn Luc ist ein Dämon und Gabriel ein Engel, und beide sind hier, um Frannies Seele für ihre Auftraggeber zu markieren.

„Personal Demons“ wird aus Frannies und Lucs Sicht erzählt. Und beide mochte ich wirklich gerne. Frannie ist die mittlere von 5 Schwestern, die in einer katholisch erzogenen Familie aufgewachsen ist. Nach dem Tod ihres Zwillingsbruders Matt haben alle Familienmitglieder anders reagiert. Ihre Schwester Grace wurde extrem gläubig, während Frannie jeden Glauben verloren hat und sogar für ihre kritische Haltung von der katholischen Privatschule geflogen ist, die ihre restlichen Geschwister besuchen. Mit allen Mitteln versucht sie, sich nach außen abzuschotten – Kampfsport, um ihre Gefühle zu kontrollieren, Freunde, die nicht in ihrem Inneren bohren, Männer, die ihr nicht gefährlich werden können. Und trotzdem kann sie oft gar nicht anders, als an das Gute in jedem zu glauben, und daran, dass es für jeden ein Happy End gibt, auch wenn ihr das selbst wohl nicht klar ist. Luc hingegen ist anfangs noch Dämon durch und durch. Alles, was ihn interessiert, ist Frannies Seele für die Hölle zu markieren und das am besten, indem er sie verführt. Erst durch Luc habe ich gemerkt, wie oft man den Namen Gottes oder des Teufels unbewusst benutzt, um zu fluchen oder sein Erstaunen auszudrücken. Je länger Luc mit Frannie zusammen ist, desto weniger drehen sich seine Gedanken um seinen Auftrag und mehr um sie. Anfangs fand ich das nicht ganz so nachvollziehbar, da Luc auch schon seine 5000 Jahre auf dem Buckel hat und da sicher mehr hübsche Frauen kamen, aber wenn man erfährt, was Frannie kann, macht es wieder Sinn.

Gabriel hingegen konnte ich gar nicht leiden – ich weiß nicht, ob das an meiner persönlichen „Bad Boy“-Vorliebe lag oder ob er wirklich so unsympathisch ist. Im Gegensatz zu Luc, der Frannie ganz einfach um den Finger wickelt, benutzt Gabriel oft seine himmlischen Kräfte, um sie zu beeinflussen. Ansonsten ist er wie geleckt – ein Engel eben, immer gut, kann nicht lügen, sieht super aus und versucht Frannie ständig einzureden, dass es doch einen Gott gibt.

Obwohl Frannies Familie gläubig ist, sind sie nicht so überstreng, was ich gut fand. Gläubig zu sein bedeutet ja nicht immer automatisch total verkniffen zu sein, wie es oft in anderen Büchern der Fall ist.

Die Handlung an sich hätte ein bisschen schneller voranschreiten können, lange wird um den heißen Brei herumerzählt, aber immerhin bekommt man dadurch mehr Luc ab. Richtig spannend wird es erst, als der Teufel merkt, dass Luc von seinem Auftrag abschweift, und andere Dämonen schickt, um Frannie zu markieren. Auch die Geschichte um Frannies Fähigkeit, wegen der sie so wichtig wird für Himmel und Hölle, ist eine tolle Idee.

„Personal Demons“ ist – Juhu! – ein Serienauftakt. Der zweite Teil „Original Sin“ erscheint im Sommer 2011.

Frannie und Luc basieren auf den beiden Liedern „You found me“ von The Fray und „Savin Me“ von Nickelback.