|Rezension| Birgit Gegier Steiner „Artgerechte Haltung“

|Rezension| Birgit Gegier Steiner „Artgerechte Haltung“

artgerecht

Gütersloher Verlagshaus * 24.8.2015 * ISBN 978-3-579-07095-7

TB 17,99 € * eBook 13,99 € * Leseprobe

Klappentext

ungs sind die Bildungsverlierer der Nation! Die Pädagogik ist einseitig geworden, weil sie auf die Bedürfnisse von Mädchen fixiert ist. Immer weniger Menschen scheinen das Geheimnis glücklicher Jungs zu kennen: Sobald ein Junge seine Grenzen austesten will, sind wir mit ihm überfordert. Wir müssen umdenken, damit Jungs wieder Jungs sein dürfen: anstrengend, energiegeladen und bewegungsfreudig.

Meinung

Zwei Jahre lang war meine Klasse sehr jungslastig – nach meiner Staatsschulzeit, in der ich super mit den Mädchen und okay bis mäßig mit den Jungs klar kam, war ich nun gezwungen, mir wirklich einen Kopf um meine raufende, aktive Jungsklasse zu machen. Obwohl wir mittlerweile auf einem ausgeglichenen Niveau arbeiten, habe ich dadurch eines gemerkt: Ich habe manchmal echt null Ahnung, was meine Jungs so wollen. Ich erhoffte mir Hilfe von „Artgerechte Haltung“, um ihnen noch besser gerecht zu werden.

Tatsächlich hätte ich das Buch am Anfang gleich gerne wieder zugeschlagen. Mein Mann nennt mich ja hin und wieder scherzhaft Emanze und ich wühle mich immer noch gerne durch feministische Themen, aber wenn ich ehrlich bin – auch wenn es hier um die Ungleichheit von Jungs und Mädchen geht, in welcher Hinsicht auch immer, die anfänglichen und scheinbar auch wenig fundierten Ausschweifungen der Autorin zur politischen Situation und ihre Meinung dazu gingen mir a) echt gegen den Strich und b) waren mir im Zusammenhang Erziehung mal richtig egal. Tut mir leid.

Das ist natürlich ein denkbar ungünstiger Start und ich bin auch den Rest der Zeit nicht mehr recht warm geworden mit der Autorin, obwohl ich es normalerweise gerne mag, wenn jemand persönlich und aus dem Nähkästchen plaudert. Nichtsdestotrotz teile ich viele ihrer Beobachtungen, was den Unterschied zwischen Jungs und Mädchen angeht. Bei vielen Beispielkindern hatte ich Kinder vor Augen, die ich kenne, unterrichtet habe oder es immer noch tue. Dass nur Jungs gerne durch anfassen lernen, finde ich jedoch schon wieder zu kurz gegriffen – meine Mädels sind nicht weniger schaffig und vorne dabei, wenn es darum geht, anzupacken. Da frage ich mich doch: Ist meine Klasse so seltsam anders? Oder meint die Autorin es gar nicht so, sucht aber blöderweise nur die Beispiele raus, die ins Extreme gehen?

Insgesamt – obwohl die Inhaltsangabe auch anderes erwarten lässt, fehlte mir auch der rote Faden. Hier wird von Thema zu Thema gesprungen, mal hier zitiert und mal da, Anekdoten erzählt, ohne Schlüsse daraus zu ziehen.

ABER: Ich will ja nicht nur schimpfen. Scheinbar sind meine Mädchen einfach weniger typisch Mädchen und ein bisschen mehr jungenhaft, als die Autorin wohl ihre Schüler erlebt hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir sowieso viel mit Tun lernen. Wenn ich von der ganzen „Mädchen sind immer so und Jungs sind immer so“-Sache absehen, konnte ich mir dennoch einige Ideen für meine Kinder abgucken, auch wenn ich sie wohl nicht nur auf meine Jungs beschränken werde. Hätte ich nicht so einen schlechten Start mit dem Buch gehabt, wäre ich sicher auch nachsichtiger gewesen.

Fazit

Da ich mit dem Grundtenor des Buches herzlichen wenig übereinstimmen konnte, fällt es mir schwer, ein Fazit zu ziehen.

 

|Rezension| Marion Mebes „Gefühleflip“ und „Maxikarten“

|Rezension| Marion Mebes „Gefühleflip“ und „Maxikarten“

gefühleflip

mebes & noack * 1.3.2014 * ISBN: 9783927796980

Flip: 16,50 €  * Karten: 24,50 €

Klappentext

Gefühle sind so bunt wie die Welt der Farben. Sie begleiten uns von Anfang an und sind die Wegweiser auf unserer Lebenslandkarte.

Bib, ein äußerst gefühlskluger Biber, übernimmt die Reisebegleitung und eröffnet vollkommen neue Perspektiven.

Meinung

Es gibt verschiedene Arten, wie man mit jüngeren Kindern über ihre Gefühle sprechen kann. Visuelle Unterstützung kann dabei eine große Hilfe sein, wenn Kinder gerade nicht sprechen möchten, aber dennoch etwas auf dem Herzen haben. Mit dem Gefühleflip von mebes&noack hat man die Möglichkeit, Gefühle sichtbar zu machen.

Die Zeichnung des niedlichen Bibers Bib veranschaulicht dabei die verschiedenen Gefühle. Körperhaltung und Gesichtsausdruck zeigen, wie das Tier sich gerade fühlt. Alle Gefühle sind dabei deutlich zu erkennen und die liebevollen Zeichnungen machen den Biber für die Kinder sehr sympathisch, sogar dann, wenn er ganz sauer aus der Wäsche guckt.gefühleflip 2

Ich habe sowohl den Gefühleflip als auch die zugehörigen Maxikarten dazu erhalten. Der Gefühleflip ist aufgebaut wie ein Kalender mit Ringbindung. Motivkarten und die einzelnen Gefühlsaussagen des Bibers sind dabei getrennt in der Ringbindung angebracht. So kann man nur mit den Bildern arbeiten und die Aussagen weglassen oder beides zusammen einsetzen. Auch kann man die Karten ganz anderen Gefühlsaussagen zuordnen und damit ein Gespräch anregen. Am Ende findet man Anregungen zur Arbeit mit dem Gefühleflip. Die Karten sind aufgeteilt in neun Grundemotionen (z.B. Ich bin überrascht oder Ich bin neugierig) und 17 weitere Gefühle (Ich bin genervt oder Ich bin aufgeregt) sowie 29 Textkarten, die man den Bildern zuordnen kann. Am Ende gibt es noch Textkarten mit Satzanfängen wie „Ich bin nie…“, zu denen Karten mit vier Biberabbildungen gehören, aus denen die Kinder eine oder mehrere auswählen können. Die Text- und Bildkarten sind je nach Bereich farblich markiert.

Die großen Bildkarten sind nicht beschriftet, die Anwendungsvorschläge stehen schon vorne am Einband und sind sehr vielseitig, jedoch weniger ausführlich als beim Gefühleflip. Die Bildkarten eigenen sich am besten für die Gruppenarbeit. Am Schluss der Karten gibt es die Gefühlsaussagen als kleine Kärtchen und Vorschläge für Satzanfänge, die man mit Hilfe der Karten beenden kann. Für eine Schulklasse finde ich diese Version ganz toll und werde sie wohl eher einsetzen als den Gefühlsflip, der mir in der Einzelarbeit sinnvoller erscheint.

Fazit

Die Karten und der Gefühleflip sind eine tolle und liebevoll gestaltete Möglichkeit, einzeln oder in Gruppen mit Kindern über Gefühle ins Gespräch zu kommen.

|Rezension| Christa Manske u.a. „Ein Dino zeigt Gefühle 1“

|Rezension| Christa Manske u.a. „Ein Dino zeigt Gefühle 1“

gefühle

mebes & noack * 1.1.1996 * ISBN: 9783927796423 * HC 19,50 €

Klappentext

Klare Zeichnungen vermitteln ein Grundspektrum von Emotionen – mit Tiefs und Hochs und Zwischentönen. Die Reise wird schließlich abgerundet mit einem zufrieden lächelnden Dino. Mit pädagogischem Ratgeber, der viele verschiedene Übungen, Spiel- und Arbeitsvorschläge sowie Kopier- und Bastelvorlagen beinhaltet.
Meinung

Ein Dino zeigt Gefühle – das ist Programm bei diesem Bilderbuch für Kinder. Das Buch ist deutlich aufgeteilt – jeweils rechts sieht man einen Dino in verschiedenen Stimmungen, ohne Hintergrund oder Klimmbimm. Sein Gesichtsausdruck und seine Körperhaltung sind immer unmissverständlich gezeichnet. Auf der linken Seite befindet sich der Text, den man den Kindern vorliest. Ganz oben steht, was der Dino in seiner Laune tut (z.B. Lachen), in der Mitte groß und dick die Stimmung, hinterlegt mit einem typischen Ausspruch, den man in dieser Gefühlslage von sich gibt, darunter noch ein paar Sätze, die der Dino sagen könnte. Eine durchgehende Geschichte gibt es nicht, weil sie der pädagogischen Intention nicht entsprechen würde.

Zum Buch gibt es wie gewohnt pädagogische Tipps im zugehörigen Ratgeber. Denn Ein Dino zeigt Gefühle soll vor allem dabei helfen, dass die Kinder ihre Gefühle wahrnehmen und artikulieren können, genauso sollen sie erkennen, wie es den anderen Menschen um sie herum geht. Die Tipps sind aufgeteilt in Einzelarbeit, Arbeit in Kleingruppe und in der Gesamtgruppe und sind so auch innerhalb der Familie genauso einsetzbar wie in einer pädagogischen Einrichtung. Vor allem die Arbeit in der Gesamtgruppe setzt wieder sehr auf spielerische Arbeit, was ich persönlich sehr toll auch für meine „größeren“ Kinder finde.

Fazit

Ein Dino zeigt Gefühle ist eine Hilfe, Kindern eine Möglichkeit zu geben zu lernen, wie man Gefühle wahrnimmt und ausdrücken kann.