|Rezension| Sonja Blattmann „Ich bin doch keine Zuckermaus“

|Rezension| Sonja Blattmann „Ich bin doch keine Zuckermaus“

zuckermaus

mebes & noack * 2015 * ISBN: 9783927796362

 HC mit CD  24,50 €

Klappentext

Eine lebendige Geschichte, in frischen Farben illustriert, um den Kinderalltag von Paula (fast sechs)und ihrem Freund Max. Die Katze Samira und die Gute-Träume-Frau stehen ihnen ermutigend zur Seite, wenn es schwierig wird. Bilderbuch und CD für die Prävention sexualisierter Gewalt in Kindergarten und Grundschule.

Meinung

Nein sagen zu lernen finde ich persönlich für Kinder sehr wichtig, denn oft genug noch wird ihnen eingeredet, dass sie kein Recht darauf haben, sich körperlicher Nähe zu entziehen, vor allem wenn sie von nahestehenden Personen kommt. Nachdem ich recht enttäuscht von Kein Küsschen auf Kommando war, war ich gespannt auf Ich bin doch keine Zuckermaus.

Natürlich ist der Grundtenor der Gleiche, doch dieses Buch ist völlig anders aufgebaut. Zu Beginn lernen die Kinder Paula und Max kennen, bekommen also einen Jungen und ein Mädchen als Identifikationsfigur geboten. Außerdem gibt es die kugelrunde Träumefrau, die immer dann auftaucht, wenn Paula geistig abwesend ist. Alle Figuren und ihre Umgebung sind liebevoll und bunt gestaltet, mit vielen Details zum Genauhinsehen.

Die Geschichte der Figuren wechselt sich ab mit Liedern, die man mit den Kindern singen kann. Dieselben Lieder gibt es auf der beiliegenden CD zum Anhören, was es vor allem den Eltern erleichtert, die keine Noten lesen können. So lernen die Kinder zum Beispiel auch, dass Tiere Nein sagen, indem sie eine bestimmte Körpersprache haben wie die Katze Samira. Auch geht es nicht nur darum, dass man nein sagen soll. Es gibt auch Lieder darüber, wie schön ein Geheimnis in einer Freundschaft sein kann und dass man sie bei sich behalten sollte, mit der enthaltenen Botschaft, dass manche Geheimnisse eben doch erzählt werden sollten – nämlich dann, wenn es dich traurig macht.

Fazit

Mit eingängigen Liedern und einer wunderschön gestalteten Geschichte über zwei Kinder und die Träumefrau lernen die Kinder mit diesem Buch, dass Nein zu sagen völlig okay ist.

|Rezension| Pat Palmer „Die Maus, das Monster und ich“

|Rezension| Pat Palmer „Die Maus, das Monster und ich“

maus monster

mebes & noack * 1.12.2013 * ISBN: 9783927796201

 TB 14,50 €

Klappentext

Für sich selbst eintreten, Rechte einfordern und Grenzen setzen. Das alles mit Respekt für sich und andere. Maus- und Monsterverhalten ist da wenig sinnvoll. Manchmal fehlt einfach ein Vorbild, das zeigt, dass es anders geht. Wie, das lernen hier Kinder ab acht Jahre … und auch Erwachsene können sich noch einiges abkucken.

Meinung

In jedem von uns stecken eine Maus und ein Monster. Manchmal wollen wir etwas sagen, trauen uns aber nicht und sind schüchtern wie ein Mäuschen. Und manchmal sprudeln wir über und schlagen dabei über die Strenge wie laute poltrige Monster. So geht es uns Erwachsenen, aber ganz besonders den Kindern, die noch lernen müssen, aus der Maus und dem Monster ein Mittelding zu schaffen.

Ich erlebe immer wieder, dass es für Kinder schwer ist, sich selbst zu behaupten – da sind die einen, ganz stillen, die lieber Ärger, Angst und ihre eigenen Wünsche herunterschlucken, weil sie nicht wissen, wie sie sie herauslassen sollen. Und dann sind da die Kinder, die damit herausplatzen, manchmal laut und fordernd oder sogar aggressiv, und die anderen Kinder damit verschrecken. Und beide Arten von Kindern leiden darunter, weil sie am Ende mit diesen Gefühlen allein dastehen.

Ziel von „Die Maus, das Monster und ich“ ist es, den Kindern einen Leitfaden zur Hand zu geben, der ihnen dabei hilft, sie selbst zu sein. Und dieser Leitfaden spricht auch die Kinder direkt an. Damit können die ganz Kleinen noch gar nicht umgehen und deswegen wird das Buch auch erst für Kinder ab 8 Jahren empfohlen, was ich ein gutes Alter finde (ich habe ja genug Achtjährige vor mir im Moment). Die Kinder sollen sich selbst bewusst machen, wo zum Beispiel ihre Stärken sind. Dafür gibt es Arbeitsanweisungen wie „Schreibe deine Stärken auf“. Zusätzlich dazu gibt es viele Illustrationen, die die Arbeitsanweisungen unterstreichen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Kinder auf den Zeichnungen so unterschiedlich wie möglich sind – sowohl vom Geschlecht als auch von der ethnischen Herkunft, auch Kinder mit Behinderungen sind abgebildet. Zusätzlich zu den Arbeitsanweisungen wird den Kindern gezeigt, wie sie mit dem Monster oder der Maus in sich umgehen können. Dabei handelt es sich um gezielte Taktiken, was ich besonders gut finde. Den Kindern wird so ein Werkzeug an die Hand gegeben, mit ihren Gefühlen umzugehen, von denen sie sich so oft überrumpelt und deswegen machtlos fühlen.

Manche Aufgaben kenne ich so aus dem „Erwachsen werden“-Programm von Lions Quest, was mich ein wenig irritiert hat, weil dieses Programm für Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe vorgesehen ist. Und tatsächlich würde ich manche Aufgabe wohl persönlich etwas abändern, wenn ich sie mit meinen Kleinen wirklich bearbeiten würde. Insgesamt finde ich das Buch aber wirklich gut durchdacht.

Fazit

Von mir eine klare Empfehlung, aber nur mit der Anleitung eines Erwachsenen.