|Rezension|Jochen Weeber „Was ist bloß mit Gisbert los?“

|Rezension|Jochen Weeber „Was ist bloß mit Gisbert los?“

gisbert

Patmos * 11.01.2016  *  ISBN 978-3-8436-0701-8

HC 12,99 €  * Leseprobe

Klappentext

Gisbert hat viele Freunde und fühlt sich sehr wohl in seiner Giraffenhaut. Eines Tages hört er, wie hinter seinem Rücken zwei Hyänen über seine braunen Flecken tuscheln – und spürt, wie er plötzlich kleiner wird! Dann findet das Nilpferd sein Trompetenspiel furchtbar schief. Und wieder schrumpft er ein Stück. Schließlich fühlt er sich so klein, dass er sogar unter das Sofa passt. Doch als ihm seine Freunde eines Tages ein Stück Kuchen und eine Postkarte vor die Tür stellen, weiß Gisbert endlich, was mit ihm los ist.

Meinung

Giraffen können bis zu 6 Meter groß werden – ziemlich groß ist also auch Gisbert, der durch das Fenster im vierten Stock fernsieht, seinen Kopf zum Schlafen auf Ästen ablegt oder seinen Hals als Brücke für seine Freunde nutzt. Doch dann beginnen die anderen Tiere im Kindergarten, über ihn zu tuscheln – seine Punkte passen ihnen nicht in den Kram, er spielt ihnen zu schief auf der Trompete oder er ist ihnen einfach zu groß. Und mit jedem Kommentar und jeder Zurückweisung wird Gisbert immer kleiner und kleiner.

Einerseits hilft dieses Buch natürlich Kindern, denen es genauso geht – andere Kinder reden über sie oder sagen etwas Unbedachtes und verletzen sie damit schwer. Sie werden innerlich klein, so wie Gisbert äußerlich schrumpft. Und weil ihnen auch noch die Schuld dafür in die Schuhe geschoben wird, weil sie nicht so empfindlich sein sollen, trauen sie sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen. Erst als Gisbert merkt, dass es noch Leute gibt, die ihn lieb haben, wendet er sich an seine Eltern. Auch betroffene Kinder sollten sich trauen, sich an ihre Eltern zu wenden. Auf der anderen Seite sehen Kinder aber auch, dass unbedachte Äußerungen andere verletzen können – denn das, was sie sagen, ist im ersten Moment nicht wirklich absichtlich gemein. Es sind Kommentare zu einem wirklich schief gespielten Lied, geäußerte Zweifel an seinem Können, ein witziger Kommentar, der die Freunde zum Kichern bringen soll. Es wird unbedacht geäußert und trifft doch tief. So kann man auf der Grundlage des Buches mit Kindern beide Seiten beleuchten, Mut machen, sich mit seinem Kummer an andere zu wenden, oder darauf hinweisen, dass Worte sehr weh tun können.

Gisberts Unglück sieht man ihm auf den Bildern auch an – aus der fröhlichen Giraffe, die man zu Beginn kennenlernt, wird ein Häufchen Elend mit hängenden Ohren, geknickten Hals und traurigen Augen. Und auch, wenn die Bilder ansonsten sehr farbenfroh gestaltet sind, macht Gisberts Anblick doch traurig und erweckt Mitleid. Genauso sieht man aber auch, dass Gisbert zum Schluss wieder eine glückliche Giraffe inmitten seiner Freunde ist.

Fazit

Ein schönes Bilderbuch zum Thema Mobbing, das gut als Gesprächsgrundlage dienen kann.

|Rezension| Scout Outdoor Handbuch

|Rezension| Scout Outdoor Handbuch

outdoorhandbuch

Lingen * 15.3.2015 * ISBN: 9783942453998

 wattiert 9,99 €

KlappentextMit diesem Outdoor-Handbuch für kleine Entdecker und Naturforscher geht es auf eine spannende Expedition ins Grüne! Mit farbig bebilderten und aufwendig illustrierten Anleitungen, Experimenten und Bastelideen lernen Kinder, wie man sicher durch die Wildnis streift, sich einen Unterschlupf baut und Fährten liest. Tolle Basteltipps verraten, wie man eine Becherlupe bastelt, Pfeil und Bogen schnitzt und vieles mehr. spannende Informationen zu zahlreichen Tieren unserer Heimat von der Blindschleiche bis zum Wolf.

Meinung

Scout kannte ich bisher ja nur als Schulrucksackhersteller und war überrascht, als ich entdeckte, dass es hier auch Bücher gibt. Passend zum Thema Rucksack handelt es sich hierbei größtenteils – neben diverser Freundebücher – um Bücher und Lernblocks zum Thema Natur.

Das Outdoorhandbuch ist auf den ersten Blick schon liebevoll und durchdacht gestaltet. Zum einen ist es kein schnödes Ringbuch, das im Rucksack auseinanderfallen kann, sondern hat eine feste, wasserabweisende Hülle, die von einem Gummiband zugehalten wird. So kann das Buch auch mal unsanft in den Wanderrucksack gequetscht werden, ohne dass es gleich einen großen Schaden davonträgt.

Wie ich es von solchen Büchern schon gewohnt bin und auch immer wieder froh bin, dass es sich darin findet, beginnt das Buch mit einem Leitfaden, wie man sich in der Natur zu benehmen hat, um auf die eigene Sicherheit, aber auch auf die Lebensumgebung von Tieren und Pflanzen zu achten. Auch typisch sind die Ausrüstungslisten, die in Naturerkundungsbüchern unumgänglich sind. Tatsächlich sind die ersten Seiten ein Werk zur reinen Vorbereitung – Dos und Don’ts, Listen und Anweisungen, die man sich durchlesen sollte, bevor man sich auf den Weg macht. So ausführlich kannte ich das nicht, denn hier werden auch Themen wie „Wie verhalte ich mich bei Verletzungen“ und „Wie verhalte ich mich sicher an Gewässern“ behandelt. Dabei wird aber nicht nur mit dem Zeigefinger gewedelt, sondern auch der eine oder andere Funfact eingestreut.

Nach der Vorbereitung folgen dann sowohl Seiten mit Bastelideen (z.B. Wie baue ich einen Unterschlupf aus Ästen und Wie bastle ich einen Geheimbotschaftenstock), Informationen (Wie verhalte ich mich in bestimmten Situationen wie Gewittern, Waldbränden etc) und praktischen Tipps (Wie benutze ich einen Kompass und wie finde ich mich zurecht, wenn ich keinen habe?). Dabei gibt es pro Seite gar nicht so viel Text – Kinder wollen ja auch eher machen und nicht erst endlose Ausführungen lesen. Die thematische Abwechslung fand ich super und ich denke, dass Kinder aus diesem Buch eine Menge lernen können, was in den restlichen Naturforscherbüchern gar nicht zur Sprache kommt.

Die Seiten sind bunt und ansprechend gestaltet, sind mir persönlich aber manchmal schon fast zu überladen, wenn man sieht, wie dünn und klein der zugehörige Text ist. Die Bilder und Zeichnungen dominieren die Seiten eindeutig. Positiv sind aber die sich wiederholenden Elemente, wie die Notizzettel, auf denen immer die zusätzlichen Informationen stehen.

Fazit

Ein überraschend vielseitiges und informatives Buch für kleine Naturforscher. Klare Empfehlung!

|Rezension| Marion Mebes „Gefühleflip“ und „Maxikarten“

|Rezension| Marion Mebes „Gefühleflip“ und „Maxikarten“

gefühleflip

mebes & noack * 1.3.2014 * ISBN: 9783927796980

Flip: 16,50 €  * Karten: 24,50 €

Klappentext

Gefühle sind so bunt wie die Welt der Farben. Sie begleiten uns von Anfang an und sind die Wegweiser auf unserer Lebenslandkarte.

Bib, ein äußerst gefühlskluger Biber, übernimmt die Reisebegleitung und eröffnet vollkommen neue Perspektiven.

Meinung

Es gibt verschiedene Arten, wie man mit jüngeren Kindern über ihre Gefühle sprechen kann. Visuelle Unterstützung kann dabei eine große Hilfe sein, wenn Kinder gerade nicht sprechen möchten, aber dennoch etwas auf dem Herzen haben. Mit dem Gefühleflip von mebes&noack hat man die Möglichkeit, Gefühle sichtbar zu machen.

Die Zeichnung des niedlichen Bibers Bib veranschaulicht dabei die verschiedenen Gefühle. Körperhaltung und Gesichtsausdruck zeigen, wie das Tier sich gerade fühlt. Alle Gefühle sind dabei deutlich zu erkennen und die liebevollen Zeichnungen machen den Biber für die Kinder sehr sympathisch, sogar dann, wenn er ganz sauer aus der Wäsche guckt.gefühleflip 2

Ich habe sowohl den Gefühleflip als auch die zugehörigen Maxikarten dazu erhalten. Der Gefühleflip ist aufgebaut wie ein Kalender mit Ringbindung. Motivkarten und die einzelnen Gefühlsaussagen des Bibers sind dabei getrennt in der Ringbindung angebracht. So kann man nur mit den Bildern arbeiten und die Aussagen weglassen oder beides zusammen einsetzen. Auch kann man die Karten ganz anderen Gefühlsaussagen zuordnen und damit ein Gespräch anregen. Am Ende findet man Anregungen zur Arbeit mit dem Gefühleflip. Die Karten sind aufgeteilt in neun Grundemotionen (z.B. Ich bin überrascht oder Ich bin neugierig) und 17 weitere Gefühle (Ich bin genervt oder Ich bin aufgeregt) sowie 29 Textkarten, die man den Bildern zuordnen kann. Am Ende gibt es noch Textkarten mit Satzanfängen wie „Ich bin nie…“, zu denen Karten mit vier Biberabbildungen gehören, aus denen die Kinder eine oder mehrere auswählen können. Die Text- und Bildkarten sind je nach Bereich farblich markiert.

Die großen Bildkarten sind nicht beschriftet, die Anwendungsvorschläge stehen schon vorne am Einband und sind sehr vielseitig, jedoch weniger ausführlich als beim Gefühleflip. Die Bildkarten eigenen sich am besten für die Gruppenarbeit. Am Schluss der Karten gibt es die Gefühlsaussagen als kleine Kärtchen und Vorschläge für Satzanfänge, die man mit Hilfe der Karten beenden kann. Für eine Schulklasse finde ich diese Version ganz toll und werde sie wohl eher einsetzen als den Gefühlsflip, der mir in der Einzelarbeit sinnvoller erscheint.

Fazit

Die Karten und der Gefühleflip sind eine tolle und liebevoll gestaltete Möglichkeit, einzeln oder in Gruppen mit Kindern über Gefühle ins Gespräch zu kommen.

|Rezension| Sonja Blattmann „Ich bin doch keine Zuckermaus“

|Rezension| Sonja Blattmann „Ich bin doch keine Zuckermaus“

zuckermaus

mebes & noack * 2015 * ISBN: 9783927796362

 HC mit CD  24,50 €

Klappentext

Eine lebendige Geschichte, in frischen Farben illustriert, um den Kinderalltag von Paula (fast sechs)und ihrem Freund Max. Die Katze Samira und die Gute-Träume-Frau stehen ihnen ermutigend zur Seite, wenn es schwierig wird. Bilderbuch und CD für die Prävention sexualisierter Gewalt in Kindergarten und Grundschule.

Meinung

Nein sagen zu lernen finde ich persönlich für Kinder sehr wichtig, denn oft genug noch wird ihnen eingeredet, dass sie kein Recht darauf haben, sich körperlicher Nähe zu entziehen, vor allem wenn sie von nahestehenden Personen kommt. Nachdem ich recht enttäuscht von Kein Küsschen auf Kommando war, war ich gespannt auf Ich bin doch keine Zuckermaus.

Natürlich ist der Grundtenor der Gleiche, doch dieses Buch ist völlig anders aufgebaut. Zu Beginn lernen die Kinder Paula und Max kennen, bekommen also einen Jungen und ein Mädchen als Identifikationsfigur geboten. Außerdem gibt es die kugelrunde Träumefrau, die immer dann auftaucht, wenn Paula geistig abwesend ist. Alle Figuren und ihre Umgebung sind liebevoll und bunt gestaltet, mit vielen Details zum Genauhinsehen.

Die Geschichte der Figuren wechselt sich ab mit Liedern, die man mit den Kindern singen kann. Dieselben Lieder gibt es auf der beiliegenden CD zum Anhören, was es vor allem den Eltern erleichtert, die keine Noten lesen können. So lernen die Kinder zum Beispiel auch, dass Tiere Nein sagen, indem sie eine bestimmte Körpersprache haben wie die Katze Samira. Auch geht es nicht nur darum, dass man nein sagen soll. Es gibt auch Lieder darüber, wie schön ein Geheimnis in einer Freundschaft sein kann und dass man sie bei sich behalten sollte, mit der enthaltenen Botschaft, dass manche Geheimnisse eben doch erzählt werden sollten – nämlich dann, wenn es dich traurig macht.

Fazit

Mit eingängigen Liedern und einer wunderschön gestalteten Geschichte über zwei Kinder und die Träumefrau lernen die Kinder mit diesem Buch, dass Nein zu sagen völlig okay ist.