|Rezension| Kirsten Hinkler „Pantoffelheldeneis mit Sahne“

|Rezension| Kirsten Hinkler „Pantoffelheldeneis mit Sahne“

pantoffelheldeneis

Waldhuhn Verlag * 23.10.2015 * ISBN 978-3-943671-08-7

TB 12,95 € * Leseprobe

Klappentext

Was in aller Welt ist denn ein Pantoffelheldeneis?

Oder ein Angsthasenbecher? So etwas gibt es nicht! Das denkt zumindest Nino, der Eisverkäufer. Und er muss es ja schließlich wissen. Lönja sagt, die anderen Kinder nennen ihn manchmal Angsthase. Nur weil er nicht immer alles mitmachen will.

Hat Nino denn nie Angst? Nein, behauptet der. Nur Respekt, wie vor Frau Schnappschuss. Vor der alten Dame und ihren Hunden Pinki und Ponki hat er sogar gewaltigen Respekt!

Meinung

Angst ist ein Gefühl, das Groß und Klein kennt. Viele Kinderbücher beschäftigen sich mit den Ängsten, die Kinder haben. Aber Pantoffelheldeneis mit Sahne beschäftigt sich mit jeder Angst, die jeder Mensch haben kann – auch die Erwachsenen.

Zum einen gibt es da nämlich Lönja, der sich zum Beispiel davor fürchtet, ohne Mamas Hilfe ein Eis zu bestellen. Oder als Mutprobe ganz oben auf den Brunnen zu klettern. Und auf der anderen Seite ist da Nino, der Eisverkäufer, der Spundes vor der alten Frau Schnappschuss hat, die ihm gerne mit dem Ordnungsamt droht. Doch zusammen werden die beiden plötzlich ganz mutig.

Pantoffelheldeneis ist das dritte Kinderbuch, das ich von der Autorin gelesen habe, aber leider auch das erste, das mich nicht überzeugen konnte. Als ich die Geschichte zu Ende gelesen hatte, saß ich erst einmal da und dachte mir: Hä? Was ist da jetzt passiert? Das lag einerseits daran, dass ich sie als sehr abgehackt empfunden habe. Die Geschehnisse springen teilweise so schnell über, dass ich zuerst überzeugt war, das Geschehen ziehe sich über mehrere Tage hin. Beim zweiten Lesen stellte ich dann aber fest, dass es sich um eine einzige Episode handelte. Und Ninos Art, sich gegen Frau Schnappschuss zu wehren, fand ich für Außenstehende auch eher irritierend als sinnvoll. Wenn ich Angst habe, muss ich mich lautstark wehren und mich über andere lustig machen? Nicht unbedingt das, was ich meinen Kindern beibringen möchte.

Schön war, dass gezeigt wurde, dass hinter Wut manchmal auch nur Angst steckt oder die Wut auf ich selbst, weil man nicht mutig genug ist. Und unverkennbar steckt wieder viel Fantasie dahinter, wenn sich Nino und Lönja völlig neuartige Eissortennamen ausdenken.

Immerhin sind die Illustrationen wie gewohnt sowohl sehr schön anzusehen für Groß und Klein als auch sehr kreativ gestaltet, weil sich Marc Hartmann nicht auf eine bestimmte Art zu zeichnen versteift. So entsteht ein bunter Stilmix.

FazitEin wenig zu kompliziert, ein wenig zu wirr – aber gewohnt schön anzusehen.

|Rezension| Janna de Lathouder „Das ist kein Krimskrams!“

|Rezension| Janna de Lathouder „Das ist kein Krimskrams!“

krimskrams

Lingen * 15.8.2015 * ISBN 9783945136430

HC 12,99 €

Klappentext

Eule wohnt in einem alten Baum. Doch kommt sie bald nicht in ihr Haus – so viele Sachen hat sie gesammelt. Niemanden kann sie einladen und so kennt sie keiner. Andere betrachten sie als seltsam und ihre Sammlerstücke bezeichnen sie verächtlich als Krimskrams. Dabei hängt an jedem Stück eine wertvolle Erinnerung für sie. Gut, dass Eichhörnchen eine Idee hat, wie Eule wieder Platz bekommt, ihre Erlebnisse mit anderen teilen kann – und am Ende etwas ganz Neues sammeln kann.

Meinung

Jeder hat dieses hässliche Ding, von dem niemand versteht, wieso man es sich ins Regal stellt, und das wir trotzdem nie hergeben würden, weil schöne Erinnerungen daran hängen. So geht es Eule im Buch „Das ist kein Krimskrams!“. Ihr Haus ist so voll mit Dingen, dass sie selbst gerade darin Platz hat. Das macht Eule aber auch sehr einsam und die Tiere im Wald flüstern über sie.

Als sich dann Eichhörnchen traut, zu ihr auf den Baum zu kommen, erfährt er, was Eule mit alle den vielen Dingen wirklich will und hat eine Idee, mit der alle glücklich sind. Auf der einen Seite ist die Geschichte von Eule und ihren Erinnerungsstücken ein wenig traurig – niemand nimmt sie ernst, alle lästern hinter ihrem Rücken und sie ist einsam mit ihren ganzen Erinnerungen, die das einzige sind, was sie noch glücklich macht. Deswegen hat Eule auch meistens einen ganz traurigen Gesichtsausdruck. Eichhörnchen bringt Leben in Eules Bude. Er ist so lebendig und zappelig gezeichnet und steckt Eule damit an.

Am wichtigsten aber ist – Eichhörnchen zeigt Eule, dass man nicht alles aufheben muss, damit man sich an die schönen Dinge erinnert. Und damit hilft er, dass Eule den ganzen Kram, den sie angesammelt hat, loslassen kann, damit sie mit Freunden neue Erinnerungen sammeln kann.

Die Zeichnungen zu der mutmachenden Geschichte sind wirklich wunderschön – die Farben sind kräftig, vom quietschorangen Eichhörnchen über die dunkelblaue Nacht und Eules bunte Sammlung. Allein, die vielen Gegenstände zu zeichnen, bedeutet schon viel Detailverliebtheit. Auch kann man den Tieren sehr gut vom Gesicht ablesen, wie sie sich fühlen, ohne dass sie zu vermenschlicht wirken.

Fazit

„Das ist kein Krimskrams“ ist eine schöne Geschichte übers Loslassen und darüber, dass man für vieles einen Grund hat, den man nicht auf den ersten Blick erkennt.

|Rezension| Kristien Dieltiens „Der goldene Ball“

|Rezension| Kristien Dieltiens „Der goldene Ball“

dergoldeneball

Patmos * 25.8.2015 * ISBN 978-3-8436-0581-6

HC 14,99 € * Leseprobe

Klappentext

Irgendwo weit weg und ganz nah zugleich lebte ein Kind. Es war dort sehr glücklich, bis es sein liebstes Spielzeug verlor, einen goldenen Ball. Deshalb machte es sich auf den Weg, um nach ihm zu suchen. So wurde es als Menschenkind geboren und fand ein neues Zuhause bei seiner Mutter und seinem Vater. Als das Kind eines Tages seinen goldenen Ball wiederfand, ging es dorthin zurück, woher es gekommen war.

Wie traurig seine Eltern waren! Ihr Leben war leer geworden. Doch irgendwann sahen sie, dass der Himmel einen neuen besonderen Glanz für sie bekommen hatte. Und ganz langsam wurde es wieder hell und warm in ihren Herzen …

Eine warmherzige Geschichte voller Poesie über den Abschied von einem kleinen Menschen, den man liebt – und darüber, wie glücklich wir trotz allem sein können, ihn eine Zeitlang an unserer Seite gehabt zu haben.

Meinung

Verlust und Tod sind Themen, die schwer begreiflich für Kinder sind, von denen sie jedoch nicht verschont bleiben. Während sich das Buch „Charly“ vom Patmosverlag mit dem Verlust eines Haustiers beschäftigt, geht „Der goldene Ball“ dabei an, was passiert, wenn ein junger Mensch stirbt.

An dieses Thema geht die Autorin sehr poetisch und weniger konkret heran. Sie erzählt die Geschichte eines Kindes, das im Himmel lebt und dort mit seinem goldenen Ball spielt, der irgendwann auf die Erde fällt und das Kind ihm folgt, also geboren wird. Dass das Kind geschlechtslos ist, hilft dabei, dass man jede beliebige Person an seine Stelle setzen kann. Der Himmel wird hier auch nicht konkret benannt, er ist einfach das Oben, in dem es ruhig, warm und hell ist, ein Ort, an dem man gerne sein würde. Auch wird sich nicht auf eine bestimmte Religion bezogen, mit dem Kind spricht ein Jemand, wenn es im Himmel ist.

Man begleitet das Kind auf seinem Weg zu seiner neuen Familie, wie es seine himmlischen Teile ablegt und den Sternen, der Sonne, dem Mond und dem Wind gibt und diese dafür ein wärmendes Licht auf seine neue Familie senden, die sich sehr auf es freut. Man begleitet es, wie es auf der Erde groß wird, lernt und staunend entdeckt, was sie zu bieten hat. Und man begleitet es auf seinem Weg zurück, nachdem es seinen goldenen Ball gefunden hat und von Wind, Mond, Sonne und Sternen seine himmlischen Güter wiedererlangt und erlebt, wie die Trauer in den Eltern festsitzt und erst lange lange danach besser wird, denn es ist okay, traurig zu sein.

Es herrscht immer eine warme und liebevolle Stimmung in der Geschichte, das Kind fühlt sich von Anfang bis Ende geliebt und angenommen und sowohl das Geborenwerden als auch das Sterben ist für es eine Reise, auf der es immer unterstützt und begleitet ist. Die einzigen kalten Momente sind diejenigen, die die Eltern auf der Erde erleben, die ihr Kind verloren haben.

So poetisch und unkonkret der Text ist, so sind auch die Illustrationen. Sie sind insgesamt sehr dunkel gehalten, spielen mit verschiedenen Strukturen und Umrissen und ganz verschiedenen Maltechniken. Sowohl Bilder als auch den Text würde ich für die Kinder so unkonkret stehen lassen und die Bilder wirken lassen.

Fazit

Ein stilles und poetisches Buch über die Reise, die Geborenwerden, Leben und Sterben für ein Kind darstellen kann.

|Rezension| Pimm van Hest „Charly“

|Rezension| Pimm van Hest „Charly“

charly

Patmos * 25.8.2015 * OT: Sjuleke * ISBN 978-3-8436-0630-1

HC 12,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Tim hat einen besten Freund: seinen Hund Charly. Am liebsten tobt er mit ihm durchs Haus und den Garten. Charly erwartet ihn jeden Morgen schon schwanz-wedelnd am Fuß der Treppe, um mit ihm neue Abenteuer zu erleben. Doch eines Morgens ist Charly nicht da, als Tim herunterkommt.
Er liegt still in seinem Körbchen und will auch nicht aufwachen, als Tim ihn sanft schüttelt. »Charly lebt nicht mehr, Tim, er ist heute Nacht gestorben«, sagt seine Mutter und nimmt ihn in den Arm. Tim ist furchtbar traurig. Aber gemeinsam mit seinen Eltern findet er einen Weg, sich von Charly zu verabschieden und sich liebevoll an ihn zu erinnern. Ein leises und tröstliches Buch über den Tod eines Haustiers, das schon für die Kleinsten verständlich ist.

Meinung

Der Verlust eines Haustiers trifft jeden in der Familie hart, besonders aber Kinder, weil es ihnen noch schwerer fällt, das Konzept von Tod richtig zu verstehen. In Erinnerung an einen Hund aus dem Leben der Autoren, nach dem Charly im gleichnamigen Kinderbilderbuch gestaltet wurde, wurde eine wunderbare Geschichte erschaffen, die den Kleinsten bei der Trauer helfen soll.

Die Hauptfigur Tim und sein Hund Charly sind ein unzertrennliches Team. Man lernt sie schon zu Beginn als dicke Freunde kennen. Vor allem Charlys Bindung zu Tim wird hervorgehoben. Dadurch werden die beiden auch gleich ein sympathisches Duo. Deswegen trauert man auch schnell mit Tim, als er Charly verliert. Doch Tims Eltern reagieren sehr sanft, trösten ihn und begraben Charly mit Tims Hilfe. So ist das Buch vielleicht auch ein kleiner Leitfaden für Eltern und Kinder, nach dem sie ihr eigenes Haustier verabschieden können. Dennoch schien es mir am Ende, nach der Beerdigung, zu schnell zu Ende. Mir hat gefehlt, wie es Tim nach der Beerdigung ging. Vielleicht würde das die Kinder aber auch in ihrer eigenen Trauer zu sehr festsetzen.

Mit Farben wird die Geschichte unterstützt – die gemeinsame Zeit der beiden ist quietschebunt und fröhlich, doch am Morgen, als Tim entdecken muss, dass Charly gestorben ist, sind auch die Farben ganz dunkel wie Tims Trauer. Als Tim an Charly im Himmel denkt, werden die Farben ganz hell und sanft und Charlys neues Zuhause wirkt so friedlich und schön.

Fazit

Eine kindgerechte, aber recht kurze Geschichte über einen Abschied, die tröstet und zeigt, dass man nicht allein mit seiner Trauer ist.

|Rezension| Esther Miskotte „Drachenschnodder“

|Rezension| Esther Miskotte „Drachenschnodder“

drachenschnodder

Lingen* 15.8.2015 * ISBN 9783945136423

HC 12,95 €

Klappentext

In einem schönen Wald, am Fuß eines Hügels wohnen Kaninchen, Bär und die anderen Waldtiere in herrlicher Ruhe. Eines Tages rüttelt ein lauter Knall alle auf: Auf dem Hügel ist ein kranker Drache notgelandet. Sein Hatschiii! lässt nicht nur die Bäume erzittern. Kaninchen ist mutig und will helfen. Ihrer Meinung nach ist Obst und Gemüse genau das Richtige gegen Drachenschnupfen. Oder was verspeist ein Drache so am liebsten?

Meinung

Der Herbst ist nicht nur die Zeit, um sich allein oder mit der Familie und einem guten Buch auf der Couch zu verkrümeln, während draußen der Sturm bunte Blätter von den Bäumen weht. Es ist auch die Zeit der Taschentuchberge. Mit Drachenschnodder kann man das Unangenehme jetzt mit dem Angenehmen verbinden – Lesezeit mit kleinen Schnupfennasen, die auch noch tröstet.

Im Herbstwald sitzen die Tiere gerade über einem gesunden Korb Äpfel, als ein unheimlicher, erkälteter Drache auf ihrem Hügel landet. Und der kann erst wieder wegfliegen, wenn er gesund ist. Und was brauchen Drachen dazu? Er selbst meint: Prinzessinnen. Die Tiere haben aber eine ganz andere Idee.

Wie bringt man Kinder dazu, die gesunde leckere Krankenkost zu essen, die Eltern ihnen ans Bett bringen? Das Obst und die schmackhafte Gemüsesuppe? Indem sogar ein großer und gefährlicher Drache dann doch lieber Pilzeintopf und Äpfel frisst anstatt der Prinzessin und des Schweinebratens. Durch die Versorgung der mutigen Waldtiere geht seine Genesung sogar noch schneller als gedacht und schon nach 3 Tagen kann der gesundete grüne neue Freund der Waldtiere wieder seiner Wege fliegen.

Die Zeichnungen nehmen den Hauptteil des Buches ein. Sie sind liebevoll und bunt und in passend wamen Herbstfarben gehalten – orange und grün dominieren hier und lassen die Geschichte freundlich wirken, selbst als der Drache selbst noch brummig und unfreundlich ist. Hauptfiguren sind ein Hase, ein Bär, ein Waschbär und ein Igel, die zwar alle ganz niedlich aussehen, bei denen aber Gott sei Dank auf jegliches Kindchenschema verzichtet wurde. Dabei ist der Hase derjenige, der mutig vorangeht, während der starke Bär und die anderen Tiere anfangs noch eher ängstlich dreinsehen. Insgesamt kann man den Figuren immer die Stimmung vom Gesicht ablesen.

Fazit

Eine schöne Geschichte zur Aufmunterung für miesepetrige Schnupfennasen.

 

|Rezension| Sandra Salm „Wie Rebekka beinahe Weihnachten verschlief“

|Rezension| Sandra Salm „Wie Rebekka beinahe Weihnachten verschlief“

rebekka

Patmos * 22.9.2015 * ISBN 978-3-8436-0631-8

HC 12,99 € * Leseprobe

Klappentext

Rebekka liebt ihre große Schwester Maria über alles. Sie ist so klug und so lieb zu allen! Eines Nachts wacht Rebekka plötzlich von einem sehr hellen Schein auf – und hört gleich darauf, wie Maria sich mit einem Engel unterhält! Der erzählt ihr, dass sie ein Kind bekommen wird. Das findet Rebekka richtig aufregend!

Umso mehr ist sie enttäuscht, als Maria, hochschwanger, sich mit Josef ohne sie auf den Weg nach Betlehem macht. Sie möchte doch so gerne dabei sein, wenn das Kind auf die Welt kommt! Also folgt sie ihnen heimlich, nur begleitet von ihrem wunderbaren Hund und Freund Strubbel, der sie vor allen Gefahren beschützt. Aber wie kann er es verhindern, dass sie Weihnachten verschläft?

Meinung

Weihnachten rückt näher und damit auch die Zeit, in der man mit Kindern Weihnachtsbücher liest. In den meisten schneit es und die Menschen feiern die Geburt Jesu. Wie Rebekka beinahe Weihnachten verschlief ist ein wenig anders.

Rebekka ist nämlich die kleine Schwester von Maria und damit hautnah dran an der Geburt des kleinen Jesukindes. Da sie ihrer großen Schwester Maria nicht von der Seite weicht, ist sie zum Beispiel zugegen, als der Engel Gabriel mit Maria spricht. Marias Schwangerschaft und alles, was damit zu tun hat, sehen wir in dieser Erzählung also durch die Augen ihrer kleinen Schwester. Auch Rebekka empfindet die heilige weihnachtliche Stimmung und beschreibt sie ganz deutlich. Umso mehr leidet sie, als ihre Schwester aufbrechen muss und folgt ihr Hals über Kopf mit ihrem Hund Strubbel nach. So kommt noch Spannung in die sonst so ruhige Geschichte.

So fröhlich wie die kleine Rebekka ist, so fröhlich sind auch die Farben und Zeichnungen der Illustratorin Elli Bruder. Sie schafft es, das Strahlen des Engels und des Christuskindes genauso sanft einzuarbeiten wie die hellen Farben des Tages. Auch stecken in den Zeichnungen so viele kleine Details wie Mäuschen, die aus Mäuselöchern spitzen oder kleine Käferchen, die Rebekka auf ihrem Weg beobachten.

Und ganz besonders gut fand ich, dass es hier nicht schneit. Endlich wird das Bild des Jesukindes, das im verschneiten Stall in der Krippe friert, aufgebrochen.

Fazit

Eine andere, aber ebenso schöne und innige Erzählung der Weihnachtsgeschichte für Kinder aus den Augen eines Kindes.

 

|Rezension| Chen Jianghong „Der kleine Fischer Tong“

|Rezension| Chen Jianghong „Der kleine Fischer Tong“

tong

Moritzverlag* 18.8.2014 * OT Le petit pêcheur et le squelette * ISBN: 978-3-89565-284-4

 HC 18 €  * Leseprobe * Autor

Klappentext

Schon sein Vater hatte ihn gewarnt, bei dunklen Wolken am Himmel aufs Meer hinauszufahren. Doch der kleine Tong tut es dennoch. Was er an diesem Tag aus der See holt, wird sein Leben verändern: Ein Skelett!

Meinung

Huch, ein Bilderbuch über ein Skelett? Wie gruselig, würden viele gleich sagen. Und das sollen Kinder ab 6 lesen können? Tatsächlich beginnt das Buch mit sehr düster gestimmten Bildern – ein kleiner Fischer am Rande einer großen, anonymen, grauen Großstadt. Ein dunkler, bösartiger Sturm. Auf die Doppelseiten passt ein wenig Text, begleitet von zwei oder drei verschiedenen Bildern. Mehr braucht es aber auch nicht, um die Geschichte von Tong, dem Fischer zu erzählen, der sich mitten im schlimmsten Sturm ein Skelett angelt. Tatsächlich sollte man an dieser Stelle wirklich nicht aufhören, das Buch mit seinem Kind durchzusehen, weil es die ersten Bilder schon in sich haben – so recht freundlich sieht das Skelett nämlich zunächst nicht aus. Doch schnell stellt sich heraus, dass das Skelett gar nicht so böse ist, wie es auf den ersten Blick wirkt. Und ebenso schnell schleicht sich Farbe in die Bilder – bunte Wolldecken, warmes Feuer, bis hin zu einem farbenfrohen Happy End. Wie das aussieht, das verrate ich euch nicht. Aber es macht alle Düsternis vergessen. Die Geschichte ist sehr rührend, denn es treffen sich zwei einsame traurige Gestalten – der einsame Fischerjunge und das ebenso einsame Skelett – und nehmen sich ihrer gegenseitig an. Und plötzlich sind sie nicht mehr allein.

Was lernen Kinder nun von der Geschichte? Zum Beispiel, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Und dass sich Mut manchmal auszahlt.

Fazit

Der kleine Fischer Tong ist ein einerseits sehr anrührendes, andererseits etwas düsteres Buch für Kinder, mit dem ich sie nicht allein lassen würde – ein Gespräch über das, was passiert, ist im Nachhinein sicher nötig. Dennoch zeigt ihnen die Geschichte deutlich, dass mehr hinter dem ersten Eindruck stecken kann.