|Blogtour| Antonia und Verantwortung

|Blogtour| Antonia und Verantwortung

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Innerhalb eines Interviews für einen anderen Blog fiel einmal die Frage: Was würdest du Eltern raten, so aus Sicht einer Lehrerin. Unter anderem lautete die Antwort: Traut euren Kindern etwas zu. Übertragt ihnen Verantwortung.

Ordnung ist das halbe Leben

Die Zahl von Schülern, die vor einem Besen, vor dreckigem Geschirr oder einer Gießkanne stehen wie der Ochs vorm Berg und nicht wissen, wie das alles funktioniert, die kehren wie die Figuren in Comics, weil sie es anders nicht gelernt haben, lässt mich immer wieder verwundert zurück. Das macht die Mama, die Putzfrau, auf jeden Fall immer jemand anderes. Dabei ist das doch die einfachste Verantwortung, die man Kindern geben kann: die Mitverantwortung im Haushalt beim Thema Ordnung und Sauberkeit.

Was kann schon kaputt gehen, wenn mein Kind den Boden fegt, mal das Geschirr in die Spülmaschine räumt, Ordnung im eigenen Zimmer schafft, mit mir kocht? Eine Tasse? Ein Kratzer im Boden? Eine vertrocknete Zimmerpflanze? So what? Immerhin spare ich mir damit später die panischen Anrufe des gerade ausgezogenen, nun auf dem Papier erwachsenen Kindes, das nicht einmal weiß, wie man eine Waschmaschine bedient. Bei Antonia lief das dann bei den älteren Geschwistern doch eher schief und sie selbst ist die Einzige, die überhaupt Ordnung halten kann, was in Abwesenheit ihrer Eltern in Glasflaschenpyramiden in Flur und Rotweinflecken auf dem Sofa endet, weil man als 13-Jährige natürlich nicht allen Dreck wegräumen kann, den zwei Volljährige inklusive derer Freunde so hinterlassen.

Haustiere manchmal auch

Und wer von uns kennt sie nicht: die „Ich hätte gerne ein Haustier“-Argumentationskette, warum man (also wahlweise wir selbst oder nun unsere Kinder) prädestiniert ist, sich so richtig verantwortungsvoll um einen Hasen/eine Katze/einen Hund/eine Giraffe zu kümmern und man unbesorgt dieses Tier anschaffen könnte. Das klappt dann auch mal mehr, mal weniger gut. Wenn die Eltern Glück haben, halten sich die Kinder an ihre Versprechungen und kümmern sich rührend um ihre Haustiere. Wenn man Pech hat, latscht man selbst bei Regen mit dem Hund um die Straßenecken, während das Kind daheim im Warmen „Hausaufgaben macht“.

Antonia selbst hat wegen der Tierhaarallergie ihres Vaters keine eigenen Tiere. Nicht, dass sie es nicht versucht hätte. Seitdem ihr Nachbar mit dem alten und leicht übergewichtigen Hund Mr. Bond im Haus wohnt, hat sie aber adäquaten Ersatz gefunden – täglich geht sie nun auf ausgedehnte Spaziertouren mit dem Vierbeiner.

Wir sind füreinander da

Verantwortung ganz anderer Art haben wir für unsere Familie und Freunde – eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man sich hier in der Not unter die Arme greift. So wie Antonias Geschwister also auf sie aufpassen (oder ihr zumindest Smoothies und Tiefkühlpizza bereit stellen), während ihre Mutter ihren Vater in Ungarn unterstützt, kümmert sich Antonia selbst auch um die Gremlins – die beiden kleinen Zwillingsbrüder ihrer besten Freundin.

Gebt den Kindern mehr Verantwortung

Kinder wachsen daran, wenn sie selbst etwas in die Hand nehmen können. Sie lernen, sich selbst zurechtzufinden. Sie lernen, dass sie selbst etwas können, dass sie auch einmal allein klar kommen können, auch wenn sie es die meiste Zeit gar nicht müssen. Sie lernen, nicht nur auf sich zu sehen, sondern auch auf andere. Und sie lernen, dass sie sich auch auf andere verlassen können, wenn sie in Not sind. Lasst los, liebe Eltern. Das heißt nicht, dass ihr nicht weiterhin ein Auge darauf habt, was eure Kinder tun. Pfeift auf die blöde Kaffeetasse, die mal herunterfällt. Oder den angebrannten Topf. Das kann man alles neu kaufen. Den stolzen Blick eurer Kinder, wenn sie etwas allein geschafft haben, den liebevollen Umgang mit Mensch und Tier, den ihr beobachten könnt – das könnt ihr nicht kaufen.

antoniaAntonia kann es nicht fassen: Ihre Mutter will sie für ein halbes Jahr (also praktisch ewig) nach Ungarn verschleppen! Das geht gar nicht! Toni kann unmöglich ihre beste Freundin Paulina mit ihren Monsterzwillingsbrüdern alleinlassen. Außerdem muss sie auf Mr Bond aufpassen, den Hund ihres Nachbarn. Gerade erst hat sie in letzter Sekunde verhindert, dass er entführt wird. Was, wenn da dieselben Leute dahinterstecken, die dreizehn Papageien aus dem Zoo gestohlen haben? Wer soll die Tiere denn retten, wenn Toni nach Ungarn fährt? Damit ist die Sache klar: Um ihre Mutter zur Vernunft zu bringen, muss Toni der Tiermafia das Handwerk legen. Leider gerät sie dabei an ein paar ganz schön undurchsichtige Typen …

Gewinnspiel

Um zu gewinnen, müsst ihr aus allen Lösungsbuchstaben der Blogtour ein Wort zusammensetzen. Hier braucht ihr die letzten zwei Buchstaben des Lösungswortes:

Was sollten Kinder viel mehr übertragen bekommen?

|Rezension| Susanne Oswald „Nichts wie raus!“

|Rezension| Susanne Oswald „Nichts wie raus!“

raus

Thorbecke * 17.2.2015 * ISBN 978-3-7995-0619-9

HC 19,99 € * Leseprobe

Klappentext

Lust auf Natur? Dann nichts wie los! Egal, ob kleine Forscher unterwegs sind, Spielkinder, Bastelfans oder Naschkatzen die Natur bietet beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Tiere, Pflanzen oder Elemente: Mit Kindern ist es besonders spannend, die kleinen und großen Wunder zu erforschen. Wer mit ihnen unterwegs ist, wird immer wieder von deren Beobachtungsgabe und Blickwinkel überrascht. Und wie herrlich ist es, wenn man nach einem gemeinsamen Sammel-Spaziergang die Geschenke der Natur auspacken kann!

Mit selbst gepflückten Waldbeeren wird ein Fruchtquark zu einer Delikatesse. Und auch ein Stockbrot kann durch Wildkräuter etwas ganz Besonderes werden. Gesammelte Gegenstände regen die Fantasie an, und im Nu hat man jede Menge neuer Bastelideen und Spaß. Abends, nach einem Tag draußen, müde gespielt und glücklich, in die Kissen zu sinken – das ist unbezahlbar.

Meinung

Die Zeit des Einfach-mal-Rausgehens ist für uns jetzt vorbei – dritte Klasse heißt Arbeit, Arbeit, Arbeit. Dennoch, neben Ackeranlegen und Häuslebauen, möchte man doch noch hinaus in die Natur – aber mit Lerninhalt bitte. Da kam mir „Nichts wie raus!“ sehr gelegen. Hier findet man viele verschiedene Aktivitäten, die man in der Natur so erledigen kann – Schärfen der Sinne mit einem Barfußpfad, Tiere beobachten, Tierspuren suchen, Wissens- und Entdeckungsspiele, Essen in der Natur und Basteln mit dem Material, das wir finden können.

Im Gegensatz zu den anderen Naturbüchern, die ich besitze, beinhaltet dieses wirklich eine Menge Text und ist damit deutlich an die Erwachsenen gerichtet und kein Mitmachbuch für Kinder. Die Texte sind aber so gestaltet, dass man sie zum Beispiel gut für den Unterricht umsetzen könnte. Optisch ist das Buch aber wie immer ein Highlight – davon abgesehen, dass die Seiten so schön griffig sind und damit schon ein Sinneserlebnis, sind die Fotos dazu richtig gut geworden, wirken wie mitten aus dem Erlebten geschossen und nehmen manchmal ganze Seiten ein. Dazu gibt es kleine Zeichnungen und einen Wechsel im Schrifttyp und Schriftfarbe, um die Kapitel besser zu gliedern.

Für diejenigen, die mit Kindern viel in der Natur unterwegs sind, gibt es hier nicht viele neue Ideen, die man noch nicht ausprobiert hat. Dennoch gibt es diese ganz besonderen kleinen Extras viel Rätsel in Reimen, kleine Gedichte und Geschichten.

Fazit

Nichts wie raus! ist ein Buch, das man vor allem denen empfehlen kann, die zum ersten Mal mit Kindern in die Natur ziehen wollen. Hier werden altbekannte Ideen wunderbar verpackt und kreativ ergänzt.

|Rezension| Abby Hanlon „Donner und Dory“

|Rezension| Abby Hanlon „Donner und Dory“

dory

cbt * 31.8.2015 * OT: Dory Fantasmagory #1 * ISBN: 978-3-570-16375-7

 HC 10,99 € * eBook 9,49 € * Leseprobe

Klappentext

Die Jüngste zu sein ist ziemlich doof, wenn die älteren Geschwister einen immer zu kindisch finden. Dory ist schon sechs, und trotzdem rollen Charlotte und Luca jedes Mal die Augen, wenn sie mitmachen will. Also bleibt Ratte, so Dorys Spitzname, nichts anderes übrig, als in ihrer eigenen Welt zu spielen, wo ihr das Lieblingsmonster Mary stets zu Diensten ist und sie Herrn von Morps, ihre gute Fee, von jeder Banane aus anrufen kann. Und auch mit der 507 Jahre alten Frau Knorpel-Knacker, die die Großen nur aus Rache erfunden haben, erlebt Dory das Abenteuer des Jahrhunderts. Doch dann brauchen Charlotte und Luca eine Heldin in der wirklichen Welt – und Dory ist zur Stelle! (© randomhouse)

Meinung

Als kleine Schwester hat man es im Leben ja nicht immer leicht. Die großen Geschwister dürfen hundertmal mehr als man selbst und mit einem spielen wollen sie irgendwie auch nie. So geht es auch Dory, deren großer Bruder und große Schwester herzlich wenig Interesse daran haben, sich mit dem Nachzügler zu beschäftigen.

Doch Dory hat eine wunderbar blühende Fantasie, mit der sie sich durch den Tag rettet. So hat sie eine unsichtbare Freundin namens Mary, die gerne mit ihr spielt und sich alle Ideen anhört, die Dory hat. Sie unterstützt sie auch, als ihre Geschwister Dory von der bösen Frau Knorpel-Knacker erzählen, die es auf Dory abgesehen hat, und die prompt am nächsten Tag an der Tür klingelt, um sie zu holen. Doch nicht mit Dory – mit einigen Tricks und Kniffen, die nur einem Kind mit viel Fantasie einfallen können, entkommt sie der vampirzahnigen Frau.

Doch manchmal, wie Geschwister eben so sind, mögen die beiden Großen Dory eben doch. Beim Witzemachen am Frühstückstisch oder wenn sie für Luca das Hündchen spielt, das er immer haben wollte. Trotz Dorys ausgeprägter Fantasie blitzt einfach immer wieder durch, wie der Alltag zwischen Geschwistern so abläuft. Und dieser Alltag ist so überzeugend – weder überzogen nett noch viel zu gemein, sondern einfach die alterstypische Hassliebe, die Geschwister füreinander empfinden und ausleben.

In die Geschichte sind sehr viele Bilder eingebaut, zwar schwarz weiß, aber mit viel Liebe zum Detail. Sie unterstützen die Geschichte nicht nur, sondern sind essentieller Teil von ihr. Wörtliche Rede findet nicht selten nur in Sprechblasen statt. So kann ich mir das Buch prima für Leseanfänger vorstellen und es wandert schnellstmöglich in meine Klassenbibliothek.

Fazit

Donner und Dory ist eine herzerfrischende Geschichte über ein fantasievolles Mädchen.

|Rezension| Scout Outdoor Handbuch

|Rezension| Scout Outdoor Handbuch

outdoorhandbuch

Lingen * 15.3.2015 * ISBN: 9783942453998

 wattiert 9,99 €

KlappentextMit diesem Outdoor-Handbuch für kleine Entdecker und Naturforscher geht es auf eine spannende Expedition ins Grüne! Mit farbig bebilderten und aufwendig illustrierten Anleitungen, Experimenten und Bastelideen lernen Kinder, wie man sicher durch die Wildnis streift, sich einen Unterschlupf baut und Fährten liest. Tolle Basteltipps verraten, wie man eine Becherlupe bastelt, Pfeil und Bogen schnitzt und vieles mehr. spannende Informationen zu zahlreichen Tieren unserer Heimat von der Blindschleiche bis zum Wolf.

Meinung

Scout kannte ich bisher ja nur als Schulrucksackhersteller und war überrascht, als ich entdeckte, dass es hier auch Bücher gibt. Passend zum Thema Rucksack handelt es sich hierbei größtenteils – neben diverser Freundebücher – um Bücher und Lernblocks zum Thema Natur.

Das Outdoorhandbuch ist auf den ersten Blick schon liebevoll und durchdacht gestaltet. Zum einen ist es kein schnödes Ringbuch, das im Rucksack auseinanderfallen kann, sondern hat eine feste, wasserabweisende Hülle, die von einem Gummiband zugehalten wird. So kann das Buch auch mal unsanft in den Wanderrucksack gequetscht werden, ohne dass es gleich einen großen Schaden davonträgt.

Wie ich es von solchen Büchern schon gewohnt bin und auch immer wieder froh bin, dass es sich darin findet, beginnt das Buch mit einem Leitfaden, wie man sich in der Natur zu benehmen hat, um auf die eigene Sicherheit, aber auch auf die Lebensumgebung von Tieren und Pflanzen zu achten. Auch typisch sind die Ausrüstungslisten, die in Naturerkundungsbüchern unumgänglich sind. Tatsächlich sind die ersten Seiten ein Werk zur reinen Vorbereitung – Dos und Don’ts, Listen und Anweisungen, die man sich durchlesen sollte, bevor man sich auf den Weg macht. So ausführlich kannte ich das nicht, denn hier werden auch Themen wie „Wie verhalte ich mich bei Verletzungen“ und „Wie verhalte ich mich sicher an Gewässern“ behandelt. Dabei wird aber nicht nur mit dem Zeigefinger gewedelt, sondern auch der eine oder andere Funfact eingestreut.

Nach der Vorbereitung folgen dann sowohl Seiten mit Bastelideen (z.B. Wie baue ich einen Unterschlupf aus Ästen und Wie bastle ich einen Geheimbotschaftenstock), Informationen (Wie verhalte ich mich in bestimmten Situationen wie Gewittern, Waldbränden etc) und praktischen Tipps (Wie benutze ich einen Kompass und wie finde ich mich zurecht, wenn ich keinen habe?). Dabei gibt es pro Seite gar nicht so viel Text – Kinder wollen ja auch eher machen und nicht erst endlose Ausführungen lesen. Die thematische Abwechslung fand ich super und ich denke, dass Kinder aus diesem Buch eine Menge lernen können, was in den restlichen Naturforscherbüchern gar nicht zur Sprache kommt.

Die Seiten sind bunt und ansprechend gestaltet, sind mir persönlich aber manchmal schon fast zu überladen, wenn man sieht, wie dünn und klein der zugehörige Text ist. Die Bilder und Zeichnungen dominieren die Seiten eindeutig. Positiv sind aber die sich wiederholenden Elemente, wie die Notizzettel, auf denen immer die zusätzlichen Informationen stehen.

Fazit

Ein überraschend vielseitiges und informatives Buch für kleine Naturforscher. Klare Empfehlung!

|Rezension| Jason Good „Kinder sind der Wahnsinn“

|Rezension| Jason Good „Kinder sind der Wahnsinn“

kinder

Goldmann * 22.6.2015 * OT This is Ridiculous, This is Amazing * ISBN: 978-3-442-17516-1

 TB 8,99 € * eBook 7,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Mit Humor geht alles einfacher, besonders das Elternsein. Ob es nun um die 7 Stadien geht, die ein Kind im Wutanfall durchläuft, oder um 10 Plätze, an denen Eltern unentdeckt Kekse essen können: Jason Good hat 71 Listen zusammengestellt, die die Absurdität und den Spaß einfangen, den eine Familie mit sich bringt – nicht zu vergessen all die herzwärmenden Momente, die das Leben mit Kindern zu einer besonderen Erfahrung machen. (© randomhouse)

Meinung

Mama bin ich ja noch nicht. Vormittagsmama zwischen den Ferienzeiten schon. Freundin von Eltern auch. Ich bin ein großer Kinderfan, bewundere aber jeden, der seinen kompletten Alltag mit ihnen meistert. Außerdem bin ich ein Listenfan. Da ist „Kinder sind der Wahnsinn“ ja ideal für mich.

Jason Good hat einen unschlagbaren Humor, den er schon in der Einleitung zeigt (laut ihm auch das einzige Stück Lesearbeit für Eltern mit wenig Zeit). Gegenteiliges hätte mich bei einem Stand Up-Comedian aber auch gewundert. Die müssen auf den Punkt komisch sein und das kann er – mit einer gehörigen Prise Selbstironie, was sein Vatersein angeht.

Die Listen sind in 6 thematische Bereiche eingeteilt wie „Vorbereitung“ und „Ansprüche runterschrauben“. Die Listen an sich sind verschieden lang gehalten und werden immer von einem kleinen Text eingeleitet, der erklärt, was sich der Autor dabei gedacht hat. So ganz erschließen sich manche Punkte auf den Listen aber nicht automatisch beim ersten Lesen. Und so ganz lustig waren leider auch nicht alle, weil der Autor bei manchen Themen einfach übers Ziel hinausschießt. Situationen zu überspitzen ist sicher ein gängiges und oft wirksames Mittel des Comedian, aber ab einem bestimmten Punkt ist es dann nur albern. Das fing schon bei der ersten Liste an, in der er eine Notfallausrüstung zusammenstellt, die unter anderem Pelikanabwehrmittel beinhaltet.

Nach besagter erster Liste hatte ich schon Sorge, dass es so überspitzt weitergeht, Gott sei Dank hat sich das aber so nicht bewahrheitet. Über den meisten Listen saß ich auch als halbwegs neutraler Außenstehender kichernd und habe wissend genickt. Und in jeder Liste liest man doch heraus – für Jason Good ist Kinderhaben zwar anstrengend, aber das Beste, was ihm je passiert ist.

Fazit

Humor in Portionen, die auch beschäftigte Eltern zwischendrin mal einschieben können. Uterhaltsam für Eltern und die, die es gerade werden wollen.

|Rezension| Lydia Keune-Sekula „Der Kummerkönig“

|Rezension| Lydia Keune-Sekula „Der Kummerkönig“

kummerkönig

mebes & noack * 1.2.2011 * ISBN: 978-3927796935

 HC 18,50 €

Klappentext

Der Kummerkönig weckt und stärkt Empathie und bietet ein Beispiel für Hilfe und Trost. Kinder sehen, wie man sich bei Kummer –auch um sich selbst – kümmern kann. Texte in schönster Reimform zeigen, dass die kleinen Menschen nicht allein gelassen werden.

Die wimmeligen Bilder von Franziska Becker sind voller Mitgefühl für die vielen Arten von Kummer. Sie laden zum Suchen, Finden, Staunen, Schmunzeln ein: Lachen entlastet und ist unbedingt erlaubt! Erwachsene können mit dem Buch eine Brücke zu „ihren Sorgenkindern“ bauen, ihnen Vertrauen und Geborgenheit vermitteln.

Meinung

Manche Kinder erzählen ihre Sorgen frei von der Seele weg. Und für manche Kinder ist es schon eine Herausforderung, zu berichten, wenn ein anderes Kind sie in der Pause geärgert hat. Vor allem für letztere ist Der Kummerkönig gedacht.

Ich, Kummerkönig, lass kein Kind allein,

pack jeden Kummer von Kindern ein.

Die Tasche ist riesig auf meinem Bauch,

sie fasst den kleinen Kummer und den großen auch.

In Reimen erzählt der Kummerkönig von den Sorgen anderer Kinder, um die er sich schon gekümmert hat. Kinder, die unter dem Streit ihrer Eltern leiden, die von ihrem Onkel nicht geküsst werden wollen, deren Hamster gestorben war. Für jede Situation, die ein Kind bedrücken kann, gibt es ein Kind im Buch, das selbiges durchlebt und sich dem flauschigen König anvertraut hat. Dazu gibt es bunte, detailreiche Bilder zu betrachten.

Für die Pädagogen gibt es zum Buch einen Ratgeber, wie man am besten mit den Kindern und dem Buch arbeiten kann. Gedacht ist es vorrangig für Kinder im Vorschulalter, ist aber auch im Grundschulalter noch einsetzbar, wobei ich mir vorstellen kann, dass es bei den älteren Grundschülern zu kindlich wirkt. Im Ratgeber finden sich sieben Empfehlungen, wie man mit den Kindern an das Buch herangehen kann, außerdem Hinweise, wie man ein Trauma von normalem Kinderkummer unterscheidet und wie man mit den Erkenntnissen weiter vorgehen kann. Am Ende finden sich Praxismaterialien, unter anderem die Kopiervorlage und Bastelanleitung für den Kummerkönig, der ähnlich wie ein Sorgenfresser funktioniert, indem man seine Sorgen auf Papier schreibt und das Papier in seine Bauchtasche steckt.

Fazit

Der Kummerkönig ist eine gute Methode, um Kinder dazu zu ermutigen, sich ihre Sorgen von der Seele zu reden. Die kindgerecht formulierten Gedichte und Bilder regen zum Gespräch an und der pädagogische Ratgeber gibt gute Tipps zum weiteren Vorgehen.

|Rezension| Johannes Hayers, Felix Achterwinter „Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn“

|Rezension| Johannes Hayers, Felix Achterwinter „Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn“

einhorn

rororo * 19.12.2014 *  ISBN: 978-3-499-62872-6

 TB 9,99 € * eBook 9,99 € * Leseprobe

Klappentext

Johannes Hayers und Felix Achterwinter haben die besten Erziehungstricks von ganz normalen Eltern gesammelt. Obwohl: Ist Angelika normal, wenn sie bei sich selbst einbricht, um ihrem Sohn das Abschließen der Haustür einzutrichtern? Ist Maria normal, wenn sie ihre Tochter dazu bringt, den Sicherheitsgurt anzulegen, indem sie droht: «Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn!»? Ob normal oder nicht, ob legal oder nicht, diese listigen und lustigen Erziehungstricks haben tatsächlich funktioniert. Denn Kinder lieben nicht nur Einhörner, sie lieben auch Bären. Warum sollte man ihnen also nicht hin und wieder einen aufbinden?

Meinung

Erziehung ist kein Kinderspiel. Manchmal muss man kreativ sein, um wütenden Ausbrüchen, permanenten Verweigerungen oder Tränenflüssen Einhalt zu gebieten. Zu meiner Schande (oder eher zum Lob meiner eigenen Kreativität?) muss ich zugeben, dass ich auch schon zu abstrusen Geschichten gegriffen habe, um meine Schüler wieder auf die Spur zu bringen. Es gab da mal diese Geschichte mit dem verlorenen Milchzahn im Wald, der knappen Zeit bis zum Mittagessen in der Schulküche und dem Zahnbaum… nagut.

Die Geschichten, die man in Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn findet, wird man in keinem Erziehungsratgeber lesen können – manche davon sollte man aber vielleicht darin aufnehmen. Ich war durchaus oft erstaunt von der kreativen, aber manchmal auch dezent bösartigen Ader, die Eltern herauslassen können. Und manchmal musste ich einfach nur herzhaft lachen, zum Beispiel bei der Vorstellung, wie sich eine Mutter im Supermarkt einfach neben ihr schreiendes Kind auf den Boden wirft und mitschreit, bis das Kind peinlich berührt aufsteht und ruhig ist. Das merke ich mir!

Geben wir es doch zu – manchmal sind wir unsicher, weil die tollen Ratgebertipps nicht helfen. Da tut es doch gut, einmal zu lesen, dass es anderen nicht besser geht, dass ihre Kinder auf konventionelle Weise einfach nicht mehr reagieren und man die Sache mit Witz und guten Ideen angehen kann. Sicher gab es auch die eine oder andere Geschichte, bei der ich mir dachte: Oha, das ist aber jetzt zu viel des Guten. Aber in so vielen Fällen kann man auch lesen, wie die Kinder reagierten, wenn sie ihre Eltern durchschaut hatten. Und das war nicht minder lustig zu erfahren.

Fazit

Mit unverwechselbarem Wortwitz, einer großen Prise Galgenhumor und einem zwinkernden Auge werden dem Leser hier unkonventionelle Wege präsentiert, mit dem eigensinnigen Nachwuchs umzugehen. Wunderbar lustige Kost für Eltern und andere Erziehungsbeauftragte.