|Rezension| Caroline Paul „Katze vermisst“

|Rezension| Caroline Paul „Katze vermisst“

katze vermisst

Heyne * 8.12.2014 * OT Lost Cat * ISBN: 978-3-453-60329-5

 TB 9,99 € * eBook 8,99 € * Leseprobe

Klappentext

Fünf Wochen lang war Kater Tibby spurlos verschwunden, dann tauchte er wieder auf, als sei nichts gewesen – wohlgenährt, mit glänzendem Fell. Caroline quälen viele Fragen: Wo war er? Wer hat ihn gefüttert? Weshalb mag er sein Futter nicht mehr? Und warum ist er so verdammt zufrieden? Sie greift zu drastischen Maßnahmen und beginnt, ihre eigene Katze zu stalken, und zwar mithilfe modernster GPS-Technik und winziger Überwachungskameras.Meinung

Tierbesitzer sind ja alle ein wenig schrullig. Geben wirs doch zu. Die einen reden in Babysprache mit ihren Tieren, die anderen kochen ihnen ganze Menüs. Und wenn man als Tierbesitzer dann total unterbeschäftigt ist, kann man schon auf skurrile Ideen kommen.

So ging es Caroline Paul – nach einem Unfall, der sie mit gebrochenem Bein ans Sofa fesselte, verschwindet auch noch ihr Kater Tibby für 5 Wochen spurlos, nur um dann kugelrund und zufrieden wieder aufzutauchen. Sie ist froh – und auch ein wenig beleidigt. Unbedingt möchte sie herausfinden, wo ihr Kater abgeblieben ist und scheinbar immer noch mit Freuden dorthin zurückkehrt. Ihr Katzenbesitzerstolz ist geknickt.

Ich bin ja selbst Katzenmensch mit zwei Geschwisterkatzen, genau wie die Autorin. Aber ein wenig besessen kam sie mir dann doch vor, wie sie mit fast verzweifelter Wut den Schuldigen sucht, der ihr offenbar die Katze geklaut hat. Ich mag mir nicht ausmalen, wie viel Geld sie für den Schnickschnack ausgegeben hat, um ihre Katze zu stalken. Dass das aber nicht ganz normal ist und sie etwas übertreibt, merkt sie auch selbst, vor allem als sie hinter des Rätsels Lösung kommt.

Dennoch musste ich das Buch hindurch immer wieder kichern, vor allem durch die Illustrationen, die es so passend ergänzen. Tippy mit Abenteurerhut, humorvolle Schemazeichnungen, aber auch die Fotos mit Kommentar der Autorin, die Tippys Katzenkamera gemacht hat, sie waren einfach alle zu köstlich. Und dennoch musste ich in der Mitte des Buches auch ein paar Tränchen verdrücken, aber wieso, das verrate ich lieber nicht.

Fazit

Für Katzenbesitzer ist Katze vermisst ein unterhaltsames Buch, weil man nachvollziehen kann, wieso die Autorin handelt wie sie handelt. Hundemenschen, die mit Katzen nichts anfangen können, sollten sich aber lieber ein hübsches Buch mit Welpen drauf kaufen.

|Rezension| Maike Grunwald „Vom Glück mit Katzen zu wohnen“

|Rezension| Maike Grunwald „Vom Glück mit Katzen zu wohnen“

katzen

Klappentext

Katzen sind eigenständig, eigensinnig, eingebildet, einfach anders. Deshalb werden sie geliebt. Doch wie lebe ich als Katzenfreund stilvoll und besonders, gleichzeitig praktisch und komfortabel?

Wie passen scharfe Krallen und herumfliegende Katzenhaare zu edlen Holzmöbeln und schönen Teppichen? In diesem Buch gewähren prominente und leidenschaftliche Katzenbesitzer Einblicke in ihr Leben mit Katze und verraten ihre Geheimnisse.

Meine Meinung

Ein Kratzbaum mitten im Wohnzimmer, Katzenspielzeug als Stolperfalle, das eine oder andere Loch in der Tapete. Ein schnurrendes Bündel auf meinem Schoß beim abendlichen Fernsehen, eine vorsichtig stupsende Pfote am Bein beim Kochen, ein freudiges Begrüßungsmiau nach dem Arbeitstag. Das ist mein Glück mit Katzen zu wohnen.

Aber gerade die ersten Punkte machten mich neugierig, wie andere das machen – Katzen halten und auch noch stilvolle Wohnungseinrichtung besitzen. Vielleicht könnte ich mir das eine oder andere ja noch abgucken. Callwey ist für mich bekannt dafür, sowohl praktische Tipps als auch Ästhetik bei der Gestaltung ihrer Bücher zu liefern und jedes Mal, wenn ich ein Buch dieses Verlags aufschlage, bin ich erst einmal ganz versunken in den wunderschönen Fotografien. Das ist auch bei „Vom Glück mit Katzen zu wohnen“ nicht anders. Da liegen und sitzen Katzen wie hin drapiert in wunderschönen Häusern und einzigartigen Wohnungen, dass mir der Neid nur so aus den Ohren quillt – nicht wegen der Katzen, eher wegen der Wohnungen (die schön hin drapierten Katzen habe ich ja selbst).

Natürlich werden hier aber nicht die Katzenbesitzer von umme Ecke interviewt – man kann das idyllische Häuschen der Autorin Kerstin Gier bewundern, das Reich des Schauspielers Hans Heller oder das wohnliche Atelier der Künstlerin Rosina Wachtmeister. Man erfährt ein wenig über die Personen selbst, darüber, wie sie an ihr Domizil und ihre vierpfotigen Bewohner kamen und darüber, was sie an ihnen am meisten lieben. Ich entdeckte hier sogar eine mir völlig unbekannte Katzenrasse, die ja ehrlich gesagt so ein bisschen mein Herz erobert hat (Huh, wenn das mein Freund hört, gibt’s böse Blicke.) Und zum Schluss erhält man auch noch Wohntipps für Katzenbesitzer von einer Katzentherapeutin. Was will man mehr – schöne Bilder und viel Info.

Ich bezweifle zwar immer noch schwer, dass all diese Häuser so dreck-, kratzer- und spielzeugfrei sind, wie sie auf den Bildern gezeigt werden. Aber die schöne Illusion ist einfach zu hübsch anzusehen, um sich darüber ernsthaft zu beschweren.

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|Rezension| Nick Bruel „Bad Kitty will nicht baden“

|Rezension| Nick Bruel „Bad Kitty will nicht baden“

Bad Kitty #1

OT: Bad Kitty gets a bath

Nick Bruel @ NickBruel.com

Baumhaus (25.Oktober 2010)

124 Seiten, 9,99 € HC

3833937866

Inhalt

Wie bekommt man nur eine völlig verdreckte Katze in die Badewanne? Mit viel Geschrei, Gemurre, Zeter und Mordio? Genau. Mit Bad Kitty ist das Chaos garantiert! Was man braucht ist klar: natürlich eine Badewanne und viel Wasser, trockene Handtücher, eine Rüstung (zum Schutz vor Unfällen) und frische Unterwäsche (bei all dem Stress mit Bad Kitty kann schon mal ein Unfall passieren) sowie genügend Pflaster und Binden. Ach ja, ein Abschiedsbrief an die Lieben und der Krankenwagennotruf sollten auch bereitliegen. Was fehlt ist dann nur noch die Katze – na dann: viel Glück! Tumult und Widerstand sind mit Bad Kitty unvermeidlich.

Meinung

„Bad Kitty will nicht baden“ ist ein illustrierter und humorvoller Leitfaden dafür, wie man eine Katze baden sollte. Denn wer denkt, dass es mit Badewasser einlassen, Katze ins Wasser setzen und anschließendem Trockenrubbeln getan ist, der kennt wohl die eigene Katze schlecht – und ist darüber hinaus völlig unvorbereitet für die Schrecken, die da kommen. In fünf Kapiteln lernt der Leser, wie man seine Katze kratzerfrei wieder wohlriechend bekommt.

In einem Vorwort lernt der Leser erst einmal, dass Katzen sich im Normalfall mit ihrer Zunge selbst waschen, aber in Ausnahmefällen auch Samtpfoten ein Bad brauchen – zum Beispiel dann, wenn der Haushund sie in eine Mülltonne jagt und das Selbstputzen die Katze krank machen würde. Das ist auch Bad Kitty passiert und nun muss ihr Besitzer versuchen, sie in die Badewanne zu lotsen. Gar nicht so einfach, denn Katzen hassen baden. Das sollte sich der Leser auch unbedingt merken. Und bis Kitty in der Badewanne sitzt, ist es noch ein langer und schwieriger Weg.

„Bad Kitty will nicht baden“ beinhaltet schwarz-weiße Zeichnungen, die nicht selten ganze Seiten einnehmen. Der Text, der zu den Zeichnungen gehört, ist dabei sehr groß gehalten. Das Buch kann man gut mit seinen Kindern in einer ruhigen Minute durchsehen und vorlesen, bzw. vorlesen lassen. Die Schrift ist – je nachdem, ob der Inhalt ernst gemeint ist oder nicht – entweder seriös gehalten oder im Comicstil. Nimmt man sich länger Zeit, entdeckt man auch kleine humorvolle Details.

Vor allem der junge Leser lernt vieles zu seinem vierbeinigen Mitbewohner – wie sie sich selbst säubern, wieso eine Katze ab und zu Haarbälle ausspuckt und dass Katzen nicht grundsätzlich etwas gegen Wasser haben, sondern auch mal freiwillig ins Nass gehen. Und tatsächlich lernt man auch, wie man eine Katze richtig badet. Das Ganze wird aber in eine humorvolle Geschichte eingebettet, in der das dreckige Kätzchen mit allen Mitteln dazu gebracht werden muss, in die Badewanne zu steigen. Bad Kitty ist weder eine hübsche noch eine nette Samtpfote, aber trotzdem gelingt es wohl jedem Katzenbesitzer, ein bisschen der eigenen Katze in ihr zu entdecken. Schließlich ist auch das eigene Haustier nicht immer ein pures Schmusekätzchen, sondern kann auch mal die Krallen ausfahren.

Der Inhalt ist abwechslungsreich gestaltet. Neben Informationen und der Geschichte um das missmutige Kätzchen, das sich nicht baden lassen will, beinhaltet das Buch auch Zeitungsartikel in Ausschnitten, die zum Beispiel beschreiben, wie böse Kitty werden kann, wenn man sie nicht füttert oder was passiert, wenn man als Mensch Katzenwäsche betreibt. Außerdem gibt es ein Quiz, um zu prüfen, ob der Leser auch wirklich aufgepasst hat, und „Schon gewusst?“ mit dem eigentlich total uninteressierten Onkel Murray, in dem man mehr über Katzen und ihr Verhältnis zu Wasser lernt. Auch fiktive Kommunikationen zwischen dem Publisher und dem Autoren kann man verfolgen, wenn sich Ersterer weigert, die brutalen Szenen zu veröffentlichen, die sich Zweiterer ausgedacht hat.

„Bad Kitty will nicht baden“ ist ein Leitfaden für Groß und Klein mit einer Menge Humor und einer echt hässlichen Katze und sicher ein nettes Geschenk für jeden Katzenbesitzer, der auch über seine Samtpfoten lachen kann. Gut zu wissen, dass Kittys Badeabenteuer nicht ihr letztes bleiben wird.