|Rezension| Franca Düwel „Julie und der achte Himmel“

|Rezension| Franca Düwel „Julie und der achte Himmel“

Julie

Arena * Juni 2014 * Julies Tagebuch Band 5 * ISBN: 9783401600017

 HC 13,99 € * eBook 10,99 €

Klappentext

Julie wird einmal mehr vom Leben durchgewirbelt: Während sie noch versucht, über den Tod ihrer heiß geliebten Oma hinwegzukommen, stellt der schöne Rafael ihre Freundin Jette im Internet auf fieseste Art und Weise bloß. Klar, dass Julie und die anderen Girlteers da an Rache denken. Was das aber mit Selbstschussanlagen, Kindergarten-Butterbrotdosen und einer Botschaft aus dem Jenseits zu tun hat, das ist mal wieder fast ohne Worte!

Meinung

Am Ende des letzten Juliebandes hatte ich gehofft, dass Julie endlich dazulernen würde und sich nicht immer durch Lügen und Geheimnisse in den Mist reitet. Tatsächlich ist sie in „Julie und der achte Himmel“ so ehrlich zu ihrem Freund Ben wie schon lange nicht mehr und das hat mich sehr versöhnlich gestimmt. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass die Autorin wirklich auf das eingeht, was die Fans zu ihren Büchern zu sagen haben.

Schade fand ich jedoch, dass so ein großes Stück von Julies Leben ausgelassen wurde, von dem ich sehr gespannt war, wie die Autorin damit umgehen würde. Ich denke, es wäre für viele junge Leser interessant gewesen, zu sehen, wie Julie mit Mumis Krebserkrankung und allem Drumherum umgeht, denn traurigerweise ist es ja nicht so, dass diese Altersgruppe damit verschont wäre, solche Erfahrungen in ihrer Familie zu machen.

Ich weiß es ja zu schätzen, dass die Autorin immer wieder Themen aufgreift, die Jugendliche der Zielgruppe aktuell beschäftigen. In diesem Fall sind das zum Beispiel die Zweifel über die eigene Figur, Identität und Liebenswertigkeit, die vor allem Jette durchmachen muss, und welche gravierenden Probleme sich dadurch noch ergeben können. Auch Internetmobbing wird angeschnitten, Zweifel an der eigenen Sexualität und was eine Familie ausmacht. Für meinen Geschmack sind das aber leider viel zu viele Themen in einem Buch, die so gar nicht so ausführlich behandelt werden können wie nötig wäre (und wie es im ersten Band noch so wunderbar gelungen ist).

Darüber hinaus kann ich nur sagen, dass Julie eben Julie ist und immer bleibt, mit allem Drama, verheulten Seiten und pubertärer Anwandlungen und es wieder einmal sehr lustig war, ihre Ausführungen zu lesen. Auch die Gestaltung des Buches ist wieder gewohnt liebevoll, aber das muss ich nun schon gar nicht mehr extra erwähnen.

Fazit

Ein gewohnt unterhaltsamer, aber ein wenig mit Themen überfrachteter Julieband.

|Rezension| Franca Düwel „Julie und die Frage, was Jungs wollen“

|Rezension| Franca Düwel „Julie und die Frage, was Jungs wollen“

julie

Klappentext

Warum muss das Leben mit vierzehn bloß so kompliziert sein? In letzter Zeit hat Julie zunehmend das Gefühl, dass alle um sie herum verrückt geworden sind. Was ist zum Beispiel mit ihrer Hippie-Oma los, die plötzlich eine Traumhochzeit von intergalaktischen Ausmaßen plant, und das ausgerechnet mit dem Vater ihres Klassenkameraden? Und was soll sie auf Bens Frage erwidern, ob sie bei ihm übernachten will? Um Ben nicht zu verletzen, flüchtet sie sich in Ausreden und steckt bald im schlimmsten Julie-Schlammassel aller Zeiten. Zu welchen Tiefpunkten ein Callboy aus dem Internet, ein verliebter gleichaltriger Onkel und eine aus dem Ruder gelaufene Party zusätzlich führen können, das ahnt Julie glücklicherweise noch nicht.

Meine Meinung

Mit 14 ist das Leben wirklich nicht einfach – im Chaos der Hormone steht die Welt Kopf. Damit muss man erst einmal klar kommen. So geht es auch Julie, die wir nun zum vierten Mal mit ihrem Tagebuch begleiten können – in altbekannter, liebevoll gestalteter optischer Form mit Sprüchen, Zeichnungen und verheulten Seiten.

Nachdem sich die letzten beiden Bände zum Großteil damit beschäftigten, dass Julie sich in ihrer Beziehung ein wenig in die Bredouille bringt, schlägt der vierte Band wieder ernste Töne an. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Herzschmerz – nachdem Julie mit ihren neugierigen Freundinnen einen Porno angesehen hat, hat sie so viel Panik vor dem Thema Sex, dass sie ihrem Freund Ben aus dem Weg geht und das mit schwerwiegenden Folgen. Denn natürlich macht Julie mal wieder den altbekannten Fehler und lügt Ben an, was mich echt schwer genervt hat – nach 2 Jahren Beziehung, in denen sie Lügen immer in die Sackgasse gebracht haben, lernt sie kein Stück dazu. Ich fände es an der Zeit, dass man sich hier einmal einen anderen Handlungsablauf ausdenken sollte – oder Julie mal wirklich ernsthafte Konsequenzen bis zum bitteren Ende spüren sollte.

Andererseits klingen hier auch einmal ganz andere Seiten an – Themen wie Scheidung und Tod rücken plötzlich in Julies direktes Umfeld und sie muss sehen, wie sie damit umgeht. Dass gerade mit ersterem zum Schluss wieder ganz locker umgegangen wird, fand ich nicht so passend. Manchmal denke ich, da wurde ein Happy End aufgezwungen, das nicht so richtig stimmig ist, nur damit am Ende kein bitterer Nachgeschmack bleibt. Aber gerade für jemanden, der vielleicht auch mit den Büchern aufwächst, ist es doch wichtig zu sehen, dass sich eben nicht alles in Wohlgefallen auflöst und dass man auch damit irgendwie umgehen kann.

Insgesamt fand ich es zwar wieder schön, in Julies Welt einzutauchen, dass sie aber nie dazuzulernen scheint und dass es in meinen Augen viel zu gut ausging, haben mir die Lesefreude dann doch etwas getrübt.

|Rezension| Franca Düwel „Julie und die schwarzen Schafe“

|Rezension| Franca Düwel „Julie und die schwarzen Schafe“

Reihe: Julies Tagebuch

Band: 2

Verlag: Arena (Juni 2010)

Seiten: 301

ISBN: 3401064495

Preis: 13,95 €

Inhalt

Julies Leben ist eine Achterbahnfahrt. Mit ihrer großen Liebe aus Versehen in einem japanischen Sexfilm zu landen, diese Peinlichkeit kann sie ja gerade noch ausbügeln. Aber dann ist Ben davon überzeugt, dass Julie die perfekte neue Leadsängerin in seiner Band abgeben würde! Was er nicht ahnt: Seine Freundin kann nicht mal „Alle meine Entchen“ singen. Höchste Zeit also für einen Original-Julie-Plan, garantiert ohne Tücken und Fallstricke. Doch wer Julie kennt, weiß, dass damit die Achterbahnfahrt der Höhe- und Tiefpunkte erst richtig anfängt.

Meinung

Ein dreiviertel Jahr ist vergangen, seitdem Julie ihr letztes Tagebuch vollgeschrieben hat. Die ganze Zeit hatte sie keinen Grund, ein neues zu beginnen, denn in ihrem Leben läuft alles super – sie ist immernoch mit Ben zusammen, hat wunderbare Freunde und daheim läuft auch alles gut. Doch dann kommt Julie in die siebte Klasse und ihre Mutter ist im Diätwahn. Zeit, um einem neuen Tagebuch ihr Leid zu klagen. Doch wenn Julie denkt, dass Kohlrabi auf Chikoree-Blättern zum Abendessen ihr größtes Problem ist, dann irrt sie sich gewaltig. Denn Ben findet es eine geniale Idee, dass Julie doch Frontfrau seiner Band werden könnte und ignoriert dabei dezent, dass Julie weder singen kann, noch gerne auf der Bühne steht. Also muss Julie sich etwas ausdenken – und das geht gewaltig in die Hose.

Im zweiten Band der Reihe um Julies Tagebücher geht es vordergründig darum, wieso es wichtig ist, einfach ehrlich zu sein, auch wenn das heißt, jemanden zu enttäuschen, den man lieb hat. Doch wie schon im ersten Band wird dem Leser diese Lektion nicht platt aufs Auge gedrückt, sondern in einem wunderbar lustigen Plot versteckt. Nachdem Julie mit ihrem Schwarm Ben zusammengekommen ist und Scharina, um die sie sich in „Julie und Schneewittchen“ so bemüht hat, ihre beste Freundin wurde, scheint für sie nichts mehr schief gehen zu können. Doch als Ben wegen seiner Band ihren gemeinsamen Italienurlaub absagt, tischt Julie ihm eine haarsträubende Geschichte auf, wieso sie selbst hätte abblasen müssen, um nicht als sitzengelassene Freundin dazustehen. Das ist nur die erste Lüge von vielen. Denn Ben hat zur Entschädigung die Idee, dass Julie ja in seiner Band einsteigen könne. Dafür müsse sie nur ein Vorsingen gewinnen. Julie kann aber gar nicht singen und überhaupt soll sie mit ihrem Vater mit einem Boot in den Urlaub fahren. Auch hier versucht sich Julie aus der Misere zu lügen. Erst als Scharina Tacheles mit Julie redet und ihr klar macht, dass sie nur lügt, um es allen Recht zu machen und dass das so nicht funktioniert, merkt die Dreizehnjährige, dass sie auf dem falschen Weg ist. Aber da ist die Katastrophe schon im vollen Gange.

Dabei ist Julie auch in ihren Tiefphasen noch schreiend lustig. Da Julie nicht Nein sagen kann, nimmt sie ihren Vater mit ins Kino, als sie eigentlich nur mit Ben verabredet war. Als ihr Film ausverkauft ist, besteht ihr Vater daraufhin, in einen Film namens „Herr der Liebe“ zu gehen, den er für eine preisgekrönte Jugendbuchverfilmung hält. Doch stattdessen landen sie in einem japanischen Pornofilm. Es ist urkomisch, zu lesen, wie es Julie und Ben langsam dämmert und wie sie reagieren. Doch auch die Auseinandersetzung mit dem Glatzkopf, der den Film ernsthaft sehen wollte und stattdessen körperlich mit allen dreien aneinander gerät, zieht einen Rattenschwanz nach sich – leider.

Julie ist eine typische Dreizehnjährige, die ihre Fehler macht, mit ihren Eltern streitet, Liebeskummer hat, etc. Und an all dem lässt sie den Leser durch ihr Tagebuch teilhaben. Man hat das Gefühl, man würde mit einem tatsächlich existierenden Menschen reden, der einem von seinen letzten lustigen Abenteuern oder seinen aktuellen Sorgen berichtet. Da die Geschichte so humorvoll erzählt wird und Julie so ein sympathischer Charakter ist, dem man nur wünscht, dass sich alles wieder zum Guten wendet, möchte man das Buch bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen.

Die Optik von „Julie und die schwarzen Schafe“ entspricht der seines Vorgängers. Es wird viel mit kleinen Skizze und Kritzeleien gearbeitet, mit veränderter Schriftgröße oder mit scheinbar handgeschriebenen Passagen. Manche Seiten sind vom Weinen verschmiert. Der Umschlag ist mit Bildern bemalt, die thematisch zum Inhalt passen. So ist die Gestaltung des Buches mal wieder sehr liebevoll ausgefallen.

Fazit

„Julie und die schwarzen Schafe“ ist der zweite Band zu Julies Tagebüchern von Franca Düwel. Mit Julie hat die Autorin eine liebenswerte und lustige Protagonistin geschaffen, die es schafft, mit ihren Abenteuern den Lesern Lebensweisheiten nahe zu bringen, ohne sie zu offensichtlich zu machen. Zu der wunderbaren Geschichte kommt noch die liebevolle Buchgestaltung sowohl auf dem Umschlag als auch innerhalb des Buches, die den Inhalt ausschmücken oder unterstreichen.