|Rezension| Kajsa Arnold „Age 17 – Camy und Rave“

|Rezension| Kajsa Arnold „Age 17 – Camy und Rave“

age 17Klappentext

Hat nicht jeder eine Leiche im Keller? Rave nicht, aber er hütet ein großes Geheimnis. Und das soll unentdeckt bleiben. Doch dann begegnet er Camaela. Sie hat die Gabe, Geheimnisse zu erkennen. Auch sie muss ihr Geheimnis hüten, den sie steckt in großen Schwierigkeiten, lehnt aber jede Hilfe von Rave ab. Langsam bröckelt Camys eisige Fassade … jedoch ist der Erzengel Michael auf der Suche nach Camaela, denn er wurde von Camys Freunden gerufen! Kann Rave sie vor Unheil beschützen?

Meine Meinung

Vampire und Engel sind ja eine Mischung, die einem nicht so oft unterkommt. Deswegen wollte ich unbedingt diesen Reihenauftakt lesen, um zu sehen, wie diese Kombination umgesetzt wird.

Age 17 bedient nun schon das eine oder andere Klischee – die Highschool ist eben doch der beste Ort, um sich als optisch Jugendlicher unter das menschliche Volk zu mischen, ohne groß aufzufallen. Und auch darauf, dass sich die Protagonisten verlieben, muss man nicht lange warten. Schwupps, schon ist es passiert. Ganz überzeugend finde ich das nicht, hätte aber auch nichts anderes erwartet, denn 161 Seiten sind eben nicht viel, um komplizierte Liebesgeschichten zu entwickeln. Die Namensangabe auf dem Cover fand ich jedoch irritierend, da es für mich gefühlt viel mehr um Michael und seine Liebelei ging als um die genannten Rave und Cam.

So ganz hat mich die Vampir-Engel-Kombination nicht überzeugt. So war ich schwer irritiert von Cams Altersangabe, die sich gerade mal etwas älter macht als Rave (sind Engel nicht uralte Wesen?), und insgesamt fand ich die Engel doch reichlich naiv dargestellt für göttliche Wesen. Vielleicht hätte das besser gepasst, würde es sich nicht ausgerechnet um die Erzengel handeln, von denen doch jeder eine völlig andere Vorstellung hat als Teenager, die sich einfach mal so beim Diskobesuch mächtig ins Bockshorn jagen lassen.

Dabei erinnerte mich Age 17 an die Mysteryromane, die ich als Jugendliche so gerne gelesen hatte – schnelle Kost ohne großen Tiefgang, aber mit genug Tragik, Romantik und Spannung, dass man doch mitgefiebert hat. Wenn man also einfach mal nur unterhalten werden möchte, kann man gerne zu dieser Reihe greifen.

 

Advertisements
|Rezension| Antoinette Lühmann „Das Geheimnis des Spiegelmachers“

|Rezension| Antoinette Lühmann „Das Geheimnis des Spiegelmachers“

spiegelmacher

Klappentext

Magisch schillernde Glaskugeln, goldene Tücher, makellose Spiegel – die atemberaubenden Kunstwerke einer geheimnisvollen Gilde sind in Amsterdam begehrt und nahezu unerschwinglich. Doch auf der Suche nach der ewigen Jugend sind die Handwerker zu weit gegangen. Zugleich häufen sich die mysteriösen Todesfälle in der Stadt. Zu den Opfern zählen auch die Zwillingsbrüder Matthijs und Claas van Leeuwenhoek und ihr älterer Bruder Nik ist wild entschlossen, den rätselhaften Tod der beiden aufzuklären. Bei einer Reise nach London kommt er den skrupellosen Männern der Gilde endlich auf die Spur, die alles daran setzen, ihr Geheimnis zu wahren und dabei vor nichts zurückschrecken. Eine wilde Jagd beginnt und Nik muss erkennen, dass es plötzlich auch für ihn um Leben und Tod geht. Ein packender Jugendroman vor den magischen Kulissen Amsterdams und Londons.

Meine Meinung

Die Beziehung zwischen Das Geheimnis des Spiegelmachers und mir fing nicht gut an. Ich las zwei Seiten, dann legte ich das Buch wieder zur Seite, dann las ich wieder drei Seiten und machte wieder etwas anderes. Ich wurde einfach nicht warm mit der Geschichte. Man wird einfach so hineingeworfen – die Brüder, um die Nik trauert, lernt man nie kennen, und das macht es schwer, seine sofort erwachende Besessenheit von der Gilde nachzuvollziehen. Und als ich dachte, jetzt könnte ich mich in Niks Jagd durch Amsterdam einfinden, da wird er einfach auf ein Schiff gepackt und nach London verschifft. Wieder raus aus der Geschichte. Toll. In London angekommen legte sich das Problem dann aber größtenteils, auch wenn das Buch mich nicht vollkommen zum Endloslesen motivieren konnte.

Das lag auch daran, dass ich streckenweise Pause von Niks endlosem Herumgenöhle brauchte – der Junge schmollt mehr als meine Erstklässler. Natürlich ist seine Situation mies – die Brüder tot, der Vater depressiv, die Familie weit weg, unbekanntes Land, unbekannte Sprache. Dennoch haben mich kindische Aktionen wie sich in den Masten zu verstecken, weil man nicht an Land gehen will eher dazu gebracht, genervt mit den Augen zu rollen. Ellie hingegen war mir auf Anhieb sympathisch – ein rothaariger Sturkopf, der sich nicht kleinkriegen lässt und eben nicht nur an sich denkt, sondern lieber an andere.

Mein Historikerherz lachte ja über die Beschreibungen des historischen Londons und Amsterdams. Kinderbücher, die in der Vergangenheit spielen, kann es für mich nicht genug geben, um zu zeigen, dass Geschichte nicht zwingend langweilig ist.

Die Geschichte von Nik und Ellie wird zwischendrin immer wieder durch liebevoll gestaltete, schwarz-weiße Tuschezeichnungen illustriert und so ist das Buch – wie auch sein mit Spiegellack und Prägung verziertes Cover – ein echter Hinkucker.

Arbeitsvorlage_COPP-Logo-Pappen_07_06.indd

index