|Rezension| Nina Blazon „Der Winter der schwarzen Rosen“

|Rezension| Nina Blazon „Der Winter der schwarzen Rosen“

winter der schwarzen rosen

cbt * 05.10.2015 * ISBN 978-3-570-16364-1

HC 16,99 € * eBook 13,99 € * Leseprobe * Autorin

Klappentext

In einer Festung, geschützt durch dunkle Magie, suchen die Zwillingsschwestern Tajann und Lili Zuflucht vor ihren Verfolgern. Die eine Schwester versteckt sich hier mit dem Junglord Janeik, um ihre verbotene, aber leidenschaftliche Liebe leben zu können. Die andere ist auf der Flucht vor der zerstörerischen Liebe eines Gestaltwandlers. Doch mit den dunklen Mächten spielt man nicht. Das beginnen auch Tajann und Lili bald zu ahnen. Denn etwas lauert in den Mauern, etwas Unberechenbares, etwas Böses …

Meinung

„Der Winter der schwarzen Rosen“ war nicht mein erstes Buch von Nina Blazon, mit Sicherheit aber das bisher schönste.

Das lag einerseits an der wunderbar poetischen Sprache, die die Autorin an sich ja schon innehat, die sie hier aber für mein Empfinden besonders schön einsetzt, um so deutliche Bilder einer ganz besonderen Welt zu zeichnen. Viele Schauplätze hatte ich sehr deutlich vor Augen – die Burgen, den Wald mit seinen schwarzen Hirschen, die rankenübersäten Gänge von Tajanns Trutzburg. Auch die Figuren traten mir ganz deutlich vor Augen, weil sie so ungewöhnlich und liebevoll ausgeschmückt waren.

Tajann und Liljann sind zweieiige Zwillinge, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Tajann, dunkelhaarig und selbstbewusst, ist eine geborene Jägerin mit der Sehnsucht, es ihrer Mutter gleichzutun, und ihren Weg in den Palast der Lady zu finden. Liljann, blond und zerbrechlich, ist dagegen magiebegabt und hat gar keine Ambitionen, ihr Elternhaus zu verlassen, weil im Grauland nur der Tod auf sie zu warten scheint. Beide machen im Laufe des Buches eine unheimliche Entwicklung durch, was vor allem für Tajann ein großer Pluspunkt war, weil sie zu Beginn in ihrem Egoismus sogar ihre Schwestern opfert, um in den Palast zu gelangen. Aber auch dass Liljann so stark und mutig geworden ist, hat mich sehr beeindruckt. Lady Jamala und Antija sind ebenfalls beeindruckende Gestalten und zumindest Antija schafft es sogar, ein paar Sympathien zu wecken, obwohl sie doch klar die Gegenspielerin zu Tajann ist. Im Vergleich zu den Frauen wirken die Männerfiguren wie Janeik und Naveen beinahe blass, was ich jedoch nicht schlimm finde. Viel zu oft sind es in anderen Büchern die Frauen, die austauschbare Klischees sind.

Insgesamt hatte ich nie das Gefühl, dass ich jetzt etwas bahnbrechend Neues lese, die eine oder andere Grundidee fühlte sich so an, als wäre sie mir bekannt. Als Ganzes gesehen aber war die Geschichte, der Lebensweg der Figuren und auch das Ende so stimmig, mitreißend und schön, dass mir nichts davon wie ein Abklatsch vorkam. Auch den Weltenaufbau fand ich interessant – wieso kann der oder die Erstgeborene nicht über sein Schicksal entscheiden und die Zweitgeborenen sind die Eroberer der Welt? Dass auch diese Ansicht kritisch ist, zeigt sich in Tajanns und Liljanns Schicksalen.

Fazit

Ein gelungenes Buch voller poetischer Sprache mit Charakteren, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben.

 

|Rezension| Cornelia Franke „Tougard“

|Rezension| Cornelia Franke „Tougard“

tougard

papierverzierer * 2.3.2015 * ISBN: 9783944544427

 TB 14,95 € * eBook 3,99 € * Leseprobe * Autorin

Klappentext

Charlie gelangt aufgrund einer besonderen Gabe, von der er bislang noch nichts wusste, in die Welt Tougard. Mit anderen Befähigten lernt er in einer Schule, seine Fähigkeit zu verbessern und damit umzugehen. Als einige Mitschülerinnen verschwinden und er wegen einer Prophezeiung vermutet, ein Seelenseher würde seine beste Freundin Ann töten, scheint ihm die Zeit davonzulaufen. Für Charlie beginnt das Abenteuer seines Lebens, denn in Tougard … in Tougard ist alles möglich!

Meinung

Tougard hat mich ja in manchen Punkten sehr stark an Jamies Quest erinnert, das erste Buch, das ich von Cornelia Franke gelesen habe. Zum einen stürzen sowohl Jamie als auch Charlie aus heiterem Himmel aus ihrem normalen Leben in ein Paralleluniversum, in dem sie eine große Aufgabe haben, von der sie vorher nicht einmal ansatzweise etwas geahnt haben. Außerdem lassen beide ein Mädchen zurück, zu dem sie dringend wieder zurückkehren möchten. Doch Charlie ist nicht der einzige Protagonist im Fokus. Da sind auch noch Becca und Ann sowie Avid, die alle völlig unterschiedliche Charaktereigenschaften und Vorgeschichten haben, die sie mit nach Tougard tragen. Becca fand ich sehr sympathisch, weil sie vorneherum zwar dickköpfig und selbstbewusst wirkt, aber im Inneren noch an so vielen alten Ängsten und Unsicherheiten zu knabbern hat. Auch ihre Neckereien mit Raphael fand ich ganz erfrischend, weil sie sich nicht benimmt wie ein hirnloser verliebter Teenager, die zu Hauf in das Buch eingebaut waren. Ann dagegen hat mich unheimlich geärgert, weil sie streckenweise wirklich herzlos mit Charlie war. Charlie und Ann gemeinsam habe ich fast nicht ertragen, weil Charlie so ein Jammerlappen wurde und Ann schon Kürbisse auf den Augen hatte statt Tomaten. Auch andere Figuren wie Edward kommen an passenden Stellen zu Wort. Etwas zu blass fand ich Daisuke, was aber wohl an seinem ruhigen und zurückhaltenden Charakter liegt.

Tougard fand ich sehr interessant – hier versammeln sich alle Menschen mit Gaben, um sie beherrschen zu lernen, egal wie alt sie sind. Man hat hier also keine typische magische Schule ala Hogwarts, sondern eine bunt gemischte Truppe allen Alters aus aller Herren Länder, die irgendwie miteinander auskommen müssen. Auch die netten kleinen Ideen wie die Türmännchen machen die Schule zu einem ganz besonderen Ort. Trotzdem – und es ist sicher leidig, dass jedes Buch mit Harry Potter verglichen wird – kam ich an manchen Parallelen einfach nicht vorbei, auch wenn sie meist in anderen Zusammenhängen auftauchten (z.B. sich Sätze als Strafe in die Hand ritzen). Außerdem hätte ich gerne viel mehr vom Schulleben mitbekommen, vom Unterricht und dem sonstigen Zusammensein der Schüler dort. Doch über die Hälfte des Buches sind die Freunde auch unterwegs. Das Land, durch das sie streifen, ist farbig beschrieben und hat ebenfalls einige Überraschungen zu bieten.

Bis auf ein paar Längen auf der Reise nach Emrond war das Buch immer gespickt von Überraschungen. Auch sind die Autoren kein Stück pingelig mit ihren Charakteren und schrecken nicht davor zurück, den ein oder anderen von ihnen zurückzulassen, auch wenn der Tod in Tougard und Umgebung dadurch abgemildert wird, dass die Personen dadurch nur in ihre alte Welt zurückgeschickt werden. Nichtsdestotrotz musste ich schon das eine oder andere mal schlucken, vor allem, je länger man die Personen auf ihrem Weg begleitet hat.

Fazit

Spannende Fantasy mit sehr unterschiedlichen Charakteren und einem Hauch Hogwarts – aber nur ein Hauch.

|Rezension| Chloe Jacobs „Greta and the Goblin King“

|Rezension| Chloe Jacobs „Greta and the Goblin King“

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Reihe: Mylena Chronicles Band: 1

Entangled Teen (11. Dez 2012) – 279 Seiten – ISBN 1620610027 – 7,99 €

Die Geschichte

Mit 13 fand sich Greta in Mylena wieder, nachdem sie ihren kleinen Bruder vor einer Hexe retten wollte und von ihr ins Feuer gestoßen wurde. Doch als Mensch lebt man in Mylena gefährlich, sagt man ihnen doch nach, dass sie am ewigen Winter Schuld wären. Sie verdient sich ihr Geld nun als Kopfgeldjägerin unter falscher Identität – doch plötzlich scheint ganz Mylena hinter ihr her zu sein und der Einzige, der auf ihrer Seite steht, ist der frischgebackene Goblinkönig Isaac.

Meinung

Im ersten Moment war ich sehr verwirrt, als ich Greta and the Goblin King begonnen habe. Da schmeißt einen Chloe Jacobs mitten ins Geschehen und erklärt nicht viel – und das ändert sich den Rest des Buches auch nicht. Es ist, als würde mir ein großes Stück Information fehlen, und zwar die, wie Chloe und Isaac sich kennengelernt haben. Stattdessen geht man gleich mal mit ihnen auf Ghuljagd. Auch gut. Ist ja nicht so, als würde man nicht irgendwann Gretas Vorgeschichte kennenlernen  – äußerst heroisch – oder verstehen, wie das Leben in Mylena so abläuft – nämlich schweinekalt und meist gewalttätig.

So richtig fällt dieser fehlende Part nämlich nur auf, wenn es dazu kommt, nachvollziehen zu wollen, wieso sich da überhaupt Gefühle zwischen Greta und Isaac, dem Goblinkönig, entwickeln – denn das, was man hier geboten bekommt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Denn Isaac hat den unwissenden Menschen, der Great nun einmal ist, dazu gebracht, ihn beim Namen zu nennen und kann nun ihre Träume stalken, was er auch gerne in Anspruch nimmt. Wenige Tage nach ihrem ersten Treffen opfert er seine ganze  Familie und seinen Lebenstraum, um sie vor der Verfolgung zu retten. Genau wie ich mich das gefragt habe, will auch Greta gerne von ihm wissen, wieso er denn ausgerechnet sie will – und bekommt nur die Antwort „deswegen eben“ und des Öfteren auch die Anmerkung, dass sie „sein“ sei. Da ist mir bei True Blood schon immer die Galle hochgekommen und würde ein Mann das zu mir sagen, würde ich ihn fragen, ob er noch ganz sauber ist. Aber da Isaac neben seinem stalkerischen Wesen und dem Glauben an Gretas Unfähigkeit, ohne ihn zu überleben – und sie ist wohlgemerkt Kopfgeldjägerin! – einen rattenscharfen Körper zu bieten hat, verfällt sie ihm dennoch. Ich hätte eher verstanden, wenn sie sich Wyatt zugewandt hätte, denn deren erstes Treffen und gemeinsame Zeit darf man hautnah erleben und er sieht Greta nicht als hilfloses Weibchen.

Dabei ist Greta ansonsten weder auf den Kopf gefallen noch eine schwächliche Frau, die auf Männer angewiesen ist. Seitdem sie sich in Mylena befindet, wurde sie nur darauf trainiert, sich selbst zu verteidigen und gilt als eine der besten Kopfgeldjägerinnen des Landes. Ganz eiskalt ist sie aber dennoch nicht, was man später im Buch merkt, wenn sie neue Beziehungen aufbaut.

Vom Land an sich bekommt man nur wenig mit – es besitzt zwei Sonnen und zwei Monde und es schneit dort durchgehend, woran laut einer Sage die Menschen Schuld sein sollen, die das Übel in Gestalt eines Dämons mit nach Mylena brachten. Außerdem wimmelt es dort vor Kreaturen aus Märchen und Sagen wie Ogern, Naturgeistern (aber nicht die harmlose Sorte), Ghulen, Elfen und Goblins. In regelmäßigen Abständen gibt es Sonnenfinsternisse, zu denen alle Bewohner zu gewalttätigen Monstern werden und wenn sie Pech haben, verwandeln sie sich danach nicht zurück.

Alles in allem war dieses Buch durchschnittlich – eine durchschnittlich interessante Welt, die nichts Innovatives zu bieten hat, eine nette Protagonistin, die den unglaublich unsympathischen Protagonisten ausgleicht, die typische Anbahnung einer Dreiecksgeschichte dazu – kann man lesen, muss man aber nicht zwingend.

Profis neu