|Rezension|Malala Yousafzai, Patricia McCormick „Malala. Meine Geschichte“

|Rezension|Malala Yousafzai, Patricia McCormick „Malala. Meine Geschichte“

malala

Jumbo * 23.1.2015 * ISBN: 978-3833734472

 MP3 CD 14,99 € * Download 10,19 €

Klappentext

Die damals fünfzehnjährige Malala wollte einfach nur zur Schule gehen – doch für die Taliban haben Mädchen kein Recht auf Bildung. Am 9. Oktober 2012 schossen ihr Terroristen in den Kopf, als sie auf dem Weg von der Schule nach Hause war. Malala hat den Anschlag schwer verletzt überlebt, doch aufgegeben hat sie nicht. Sie setzt ihren Kampf für Bildung unermüdlich fort und ist damit zum Vorbild vieler Jugendlicher auf der ganzen Welt geworden. In einer einzigartigen Zusammenarbeit mit der Bestsellerautorin Patricia McCormick gelingt es Malala auf höchst bewegende Weise ein authentisches Bild von ihrem Leben und den Ereignissen in Pakistan zu vermitteln.

Meinung

Von Malala hat mittlerweile wohl schon jeder einmal gehört – als sehr junges Mädchen hat sie sich für die Bildung von Mädchen in Pakistan und darüber hinaus eingesetzt und wurde dafür von den Taliban in den Kopf geschossen, was sie jedoch überlebte. Tatsächlich hatte ich vor dem Anschlag noch nicht von ihr gehört, war aber danach sehr fasziniert von ihrer Geschichte. Umso besser, dass sie sie aufgeschrieben hat.

In ihrem Buch berichtete Malala einerseits natürlich davon, wie bedeutend für sie Schule war, da ihr Vater der Schulleiter ihrer Schule war, die sowohl Jungen als auch Mädchen unterrichtet hat, und wie schwer und gefährlich es mit der Zeit wurde, als der Schatten der Taliban über ihnen kreiste, bis sie in ihrem Tal angekommen waren und ihr Leben nicht mehr dasselbe war.

Andererseits erzählt sie aber auch davon, wie sich das Leben im Swat-Tal veränderte – von einer friedlichen Umgebung, in der sie und ihre Familie angesehen waren für ihre Gastfreundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft bis hin zu einem von Taliban unterdrückten Lebensraum, in dem sie bedroht wurden und in steter Angst leben mussten. Auch macht sie immer wieder deutlich, dass nicht alle auf der Seite der Taliban standen, obwohl das Misstrauen schon tief in ihr einzog. Auch berichtet sie davon, wie es ihr in England ging – das Heimweh gepaart mit dem Glück, Sicherheit zurückgewonnen zu haben.

Mit ihren jungen Jahren ist Malala unheimlich erwachsen, vernünftig und vor allem fast unbegreiflich mutig – nie lässt sie sich von ihrer Angst unterkriegen und versucht immer, das zu tun, was sie für richtig hält. Ihre Gedanken sind immer auch bei den anderen Menschen, denen sie helfen kann.

Gelesen wir das Hörbuch von Leonie Landa, die so eine jugendliche Stimme hat, dass ich fast vergessen konnte, dass gar nicht Malala selbst spricht.

Fazit

Malalas Geschichte bringt jeden zum Nachdenken, der sie hört – absolut lohnenswert, sich mit diesem mutigen Mädchen zu beschäftigen.

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|Rezension| Christine Neder „40 Festivals in 40 Wochen“

|Rezension| Christine Neder „40 Festivals in 40 Wochen“

Schwarzkopf & Schwarzkopf (10. Deu 2012) – 176 Seiten – ISBN 3862651959 – 14,95 €

Klappentext

Dass Christine Neder ziemlich hart im Nehmen ist, hat sie bereits mit ihrem Buch 90 NÄCHTE, 90 BETTEN bewiesen. Damals schlief sie drei Monate lang jede Nacht in einer anderen Wohnung. Für 40 FESTIVALS IN 40 WOCHEN ließ sie sich erneut auf einen gewagten Selbstversuch ein und besuchte Festivals auf der ganzen Welt. So zum Beispiel das paradiesisch gelegene Saint Lucia Jazz Festival in der Karibik, die berühmte Tomatenschlacht La Tomatina im spanischen Buñol oder das legendäre Wacken Open Air. Im Vordergrund der 40 Geschichten stehen dabei die Menschen, denen die Autorin vor und hinter der Bühne begegnet: Wie erlebt der Flaschensammler das Punkfestival? Wovon träumt die Strawberry-Queen aus Florida? Und was haben der schwedische Philosophiestudent und das Metalgirl in einem fremden Zelt zu suchen?

Meine Meinung

Vor ein paar Jahren, bevor ich angefangen hatte zu studieren, war ich jedes Jahr auf mindestens einem Festival zu finden. Dann habe ich aus diversen Gründen meinen Weg auf keines mehr gefunden, leider. Als ich über „40 Festivals in 40 Wochen“ gestolpert bin, hatte ich dennoch bestimmte Erwartungen an das Buch – Beschreibungen vom Leben auf den Campingplätzen der einzelnen Festivals, von Konzertbesuchen oder ähnlichem.  Tatsächlich war das Buch anders als gedacht – und damit sogar besser als ich dachte.

Zum einen war die Definition von Festival hier nicht so eng, wie ich es gedacht hätte – Festival ist für mich gleich Musikfestival und das ist erst einmal falsch. Es gibt auch Kulturfestivals, Gourmetfestivals und solche, auf denen man sich mit Tomaten bewirft. So wird auch die Beschreibung der Festivals nie langweilig, denn wenn man ehrlich ist, ist von außen gesehen ein Musikfestival eben ein Musikfestival und wird erst dann besonders, wenn man persönlich dabei war.

Außerdem wird hier auch nicht das ganze Festival an sich beschrieben, sondern einzelne Episoden oder das Gefühl außenherum, ein oder zwei Begegnungen oder ein Zwischenfazit gezogen. So weiß man zwar immer, worum es auf den Festivals geht, aber nicht, wie die ganzen Tage abgelaufen sind. Vielmehr bekommt man auch einen Einblick in das Leben als Reisebloggerin oder in die Gefühlswelt von Christine Neder, die mehr als einmal auch daran zweifelt, ob sie ihr Vorhaben durchziehen soll, weil es gefühls- und gesundheitsmäßig nicht immer nur rosig und partymäßig bei ihr aussieht.

In der Tat  stelle ich mir diese Unternehmung wirklich anstrengend vor, vor allem, nachdem ich so eine Wochenendcouchpotato geworden bin, die nach 5 Tagen im Chaos der aus zweiter Hand erlebten Pubertät lieber ein Buch mit aufs Sofa nimmt als ihr  Zelt mit auf ein Festival (vor allem, da es das letzte Highfield sowieso nicht überlebt hat.). Mit jedem Festival habe ich die Autorin mehr für ihr Durchhaltevermögen bewundert. Und so ein bisschen neugierig bin ich ja auf das eine oder andere schon – besonders auf das Elderflowerfestival in Sussex.

Besonders empfehlen würde ich übrigens den Artikel über Wacken, bei dem ich nicht mehr aufhören konnte zu lachen, aus selbigem Grund den zu Rock am Ring, den Gastartikel von Christines Freundin Corinna zum Appletree Garden und den eher nachdenklichen Artikel zum Saint Lucia Jazz Festival. So insgesamt aber eigentlich jeden, denn eins kann Christine Neder auf jeden Fall – so schreiben, dass man sich mittendrin fühlt, selbst wenn sie nur erzählt, wie nach dem Highfield aufgeräumt wird.