|Rezension| Jason Good „Kinder sind der Wahnsinn“

|Rezension| Jason Good „Kinder sind der Wahnsinn“

kinder

Goldmann * 22.6.2015 * OT This is Ridiculous, This is Amazing * ISBN: 978-3-442-17516-1

 TB 8,99 € * eBook 7,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Mit Humor geht alles einfacher, besonders das Elternsein. Ob es nun um die 7 Stadien geht, die ein Kind im Wutanfall durchläuft, oder um 10 Plätze, an denen Eltern unentdeckt Kekse essen können: Jason Good hat 71 Listen zusammengestellt, die die Absurdität und den Spaß einfangen, den eine Familie mit sich bringt – nicht zu vergessen all die herzwärmenden Momente, die das Leben mit Kindern zu einer besonderen Erfahrung machen. (© randomhouse)

Meinung

Mama bin ich ja noch nicht. Vormittagsmama zwischen den Ferienzeiten schon. Freundin von Eltern auch. Ich bin ein großer Kinderfan, bewundere aber jeden, der seinen kompletten Alltag mit ihnen meistert. Außerdem bin ich ein Listenfan. Da ist „Kinder sind der Wahnsinn“ ja ideal für mich.

Jason Good hat einen unschlagbaren Humor, den er schon in der Einleitung zeigt (laut ihm auch das einzige Stück Lesearbeit für Eltern mit wenig Zeit). Gegenteiliges hätte mich bei einem Stand Up-Comedian aber auch gewundert. Die müssen auf den Punkt komisch sein und das kann er – mit einer gehörigen Prise Selbstironie, was sein Vatersein angeht.

Die Listen sind in 6 thematische Bereiche eingeteilt wie „Vorbereitung“ und „Ansprüche runterschrauben“. Die Listen an sich sind verschieden lang gehalten und werden immer von einem kleinen Text eingeleitet, der erklärt, was sich der Autor dabei gedacht hat. So ganz erschließen sich manche Punkte auf den Listen aber nicht automatisch beim ersten Lesen. Und so ganz lustig waren leider auch nicht alle, weil der Autor bei manchen Themen einfach übers Ziel hinausschießt. Situationen zu überspitzen ist sicher ein gängiges und oft wirksames Mittel des Comedian, aber ab einem bestimmten Punkt ist es dann nur albern. Das fing schon bei der ersten Liste an, in der er eine Notfallausrüstung zusammenstellt, die unter anderem Pelikanabwehrmittel beinhaltet.

Nach besagter erster Liste hatte ich schon Sorge, dass es so überspitzt weitergeht, Gott sei Dank hat sich das aber so nicht bewahrheitet. Über den meisten Listen saß ich auch als halbwegs neutraler Außenstehender kichernd und habe wissend genickt. Und in jeder Liste liest man doch heraus – für Jason Good ist Kinderhaben zwar anstrengend, aber das Beste, was ihm je passiert ist.

Fazit

Humor in Portionen, die auch beschäftigte Eltern zwischendrin mal einschieben können. Uterhaltsam für Eltern und die, die es gerade werden wollen.

|Rezension| Johannes Hayers, Felix Achterwinter „Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn“

|Rezension| Johannes Hayers, Felix Achterwinter „Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn“

einhorn

rororo * 19.12.2014 *  ISBN: 978-3-499-62872-6

 TB 9,99 € * eBook 9,99 € * Leseprobe

Klappentext

Johannes Hayers und Felix Achterwinter haben die besten Erziehungstricks von ganz normalen Eltern gesammelt. Obwohl: Ist Angelika normal, wenn sie bei sich selbst einbricht, um ihrem Sohn das Abschließen der Haustür einzutrichtern? Ist Maria normal, wenn sie ihre Tochter dazu bringt, den Sicherheitsgurt anzulegen, indem sie droht: «Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn!»? Ob normal oder nicht, ob legal oder nicht, diese listigen und lustigen Erziehungstricks haben tatsächlich funktioniert. Denn Kinder lieben nicht nur Einhörner, sie lieben auch Bären. Warum sollte man ihnen also nicht hin und wieder einen aufbinden?

Meinung

Erziehung ist kein Kinderspiel. Manchmal muss man kreativ sein, um wütenden Ausbrüchen, permanenten Verweigerungen oder Tränenflüssen Einhalt zu gebieten. Zu meiner Schande (oder eher zum Lob meiner eigenen Kreativität?) muss ich zugeben, dass ich auch schon zu abstrusen Geschichten gegriffen habe, um meine Schüler wieder auf die Spur zu bringen. Es gab da mal diese Geschichte mit dem verlorenen Milchzahn im Wald, der knappen Zeit bis zum Mittagessen in der Schulküche und dem Zahnbaum… nagut.

Die Geschichten, die man in Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn findet, wird man in keinem Erziehungsratgeber lesen können – manche davon sollte man aber vielleicht darin aufnehmen. Ich war durchaus oft erstaunt von der kreativen, aber manchmal auch dezent bösartigen Ader, die Eltern herauslassen können. Und manchmal musste ich einfach nur herzhaft lachen, zum Beispiel bei der Vorstellung, wie sich eine Mutter im Supermarkt einfach neben ihr schreiendes Kind auf den Boden wirft und mitschreit, bis das Kind peinlich berührt aufsteht und ruhig ist. Das merke ich mir!

Geben wir es doch zu – manchmal sind wir unsicher, weil die tollen Ratgebertipps nicht helfen. Da tut es doch gut, einmal zu lesen, dass es anderen nicht besser geht, dass ihre Kinder auf konventionelle Weise einfach nicht mehr reagieren und man die Sache mit Witz und guten Ideen angehen kann. Sicher gab es auch die eine oder andere Geschichte, bei der ich mir dachte: Oha, das ist aber jetzt zu viel des Guten. Aber in so vielen Fällen kann man auch lesen, wie die Kinder reagierten, wenn sie ihre Eltern durchschaut hatten. Und das war nicht minder lustig zu erfahren.

Fazit

Mit unverwechselbarem Wortwitz, einer großen Prise Galgenhumor und einem zwinkernden Auge werden dem Leser hier unkonventionelle Wege präsentiert, mit dem eigensinnigen Nachwuchs umzugehen. Wunderbar lustige Kost für Eltern und andere Erziehungsbeauftragte.