|Warum| ich in letzter Zeit nur Bücher von Rick Riordan gelesen habe

|Warum| ich in letzter Zeit nur Bücher von Rick Riordan gelesen habe

Ich bin, was Rick Riordan angeht, ja ein echter Spätzünder. Für eine ganze Weile hielt ich Percy Jackson für einen Abklatsch von Harry Potter. Tatsächlich weckte erst der Film mein Interesse an der Götterwelt, die Rick Riordan in seinen Büchern aufgriff. Ich weiß, dass viele die Filme völlig daneben finden. Ich kann beide bis ins letzte Detail mitsprechen und schaue sie regelmäßig, wenn ich alleine einschlafen muss. Wie ich die Buchreihen im einzelnen fand, erzähle ich euch in ein paar separaten Posts. Ich habe jetzt eine nach der anderen weggelesen, dabei gelacht und sogar geweint – und bin sogar ein bisschen froh, dass ich diesen Schatz so spät entdeckt habe.

Rick_Riordan_transparentRick Riordan war selbst 15 Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte und wurde sogar von einer seiner Schulen für sein Lehrtätigkeit ausgezeichnet. Zuerst schrieb er für Erwachsene neben seiner regulären Arbeit. Doch dann kam ihm die Idee für Percy Jackson, den er sich für seinen ältesten Sohn ausgedacht hatte. Nachdem er ihm alle griechischen Mythen erzählt hatte und sein Sohn noch mehr hören wollte, kam ihm ein Schulprojekt in den Sinn, bei dem sich seine Schüler ihre eigenen Halbgötter ausdenken durften. Innerhalb von drei Tagen entstand in seinem Kopf am Bettrand seines Kindes der erste Band der Reihe.

Percy Jackson hat ADHS und Dyslexie. Als Lehrer hat Rick Riordan genau wie ich auch beobachten können, wie sehr Kinder mit diesen Diagnosen gekämpft haben. Sie zweifeln an sich, fühlen sich manchmal dumm und unfähig, merken, dass sie manchen Lehrern auf die Nerven fallen mit ihrer fehlenden Konzentration und inneren Unruhe. Mir ist es als Lehrerin immer wichtig, diese Kinder zu bestärken und ihnen das Gefühl zu geben, dass es Wege gibt, wie wir zusammen die Situation bestreiten können. Gerade ADS und ADHS sind so voll von Vorurteilen und Stigmata. Dass Percys ADHS und Dyslexie sich letztendlich als Stärken herausstellen, finde ich deswegen einen guten Schachzug. Kindern das Gefühl zu geben, dass ihre Schwächen auch Stärken sein können, ist enorm wichtig.

Making Percy ADHD/dyslexic was my way of honoring the potential of all the kids I’ve known who have those conditions. It’s not a bad thing to be different. Sometimes it’s the mark of being very, very talented. That’s what Percy discovers about himself […]. (Quelle)

Darüber hinaus bemüht sich Rick Riordan auch um Diversität. Nicht nur gibt es im Laufe der Serie immer mehr Charaktere verschiedener ethnischer Herkünfte, auch sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten werden hier aufgegriffen. Die Charaktere der Serien sind sich in vielem zwar ähnlich, jedoch nicht wahllos austauschbar, wie es in anderen Buchuniversen der Fall ist. Dabei ist Rick Riordan auch kritikfähig und kümmert sich darum, sich einerseits für falsche Repräsentation zu entschuldigen und darüber hinaus sie in neuen Auflagen seiner Bücher auch zu entfernen. Vielmehr thematisierte er auch immer wieder das Whitewashing seines Charakters Carter Kane in ausländischen Ausgaben der Kane Chroniken und war damit sogar erfolgreich.

Thematiken wie Depression, Obdachlosigkeit, häusliche Gewalt, Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder physischer wie psychischer Krankheiten – sie alle finden Platz in Riordans Büchern.

Repräsentation ist unheimlich wichtig für Kinder und Jugendliche und findet noch viel zu wenig Beachtung in der Kinder- und Jugendbuchwelt (Zu sagen, sie findet zu wenig statt, finde ich nicht richtig formuliert. Es gibt genug Own Voices-Autoren, die beachtenswerte Bücher schreiben, die aber erst in letzter Zeit auf den Schirm der Verlage zu gelangen scheinen). Gut, dass ein Autor mit einer so großen Leserschaft wie Rick Riordan sich um korrekte Repräsentation bemüht, ohne sie egoistisch auszuschlachten.

[Bildquelle: http://de.percyjackson.wikia.com%5D

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|Aktion| Diversity Inside

|Aktion| Diversity Inside

Im Stillen beschäftige ich mich nun schon eine Weile mit Diversität in den Medien. Nachdem sich nun andere Blogger schon des Themas angenommen haben, habe ich überlegt, was ich hier persönlich tun kann, um Diversität vor allem in Büchern zu unterstützen und auf die Problematik aufmerksam zu machen, dass sie noch viel zu wenig existiert.

Fabian von Herr Booknerd hat erst neulich darüber geschrieben, dass es doch an der Zeit ist, sie einzufordern.

Und The Bookavid, die mich immer und immer wieder auf das Thema stößt und sehr engagiert ist, weigert sich mittlerweile, Bücher zu lesen, in denen keine Diversität vorkommt.

Vor allem durch Letztere ist mir aufgefallen: Woher wüsste ich denn, wenn ich keine Rezensionen oder Empfehlungen sehen würde, ob das der Fall ist? In Zukunft möchte ich euch also den Hinweis geben: Diversity Inside. Ich bin gespannt, wie vielen Büchern ich diesen Stempel überhaupt verpassen kann.

diversity inside.jpg

Habt ihr euch denn schon mit diesem Thema auseinander gesetzt? Und wenn ja, tut ihr etwas, um darauf aufmerksam zu machen?