|Behind the Screens| Ferienedition

|Behind the Screens| Ferienedition

behindthescreens

Nach der Buchmesse musste ich mich erst einmal erholen – nicht nur, dass ich mir wie viele andere auch einen Messevirus eingefangen habe, die letzte Schulwoche war auch mächtig stressig und zwischendrin musste ich meine Batterien aufladen. Ich liebe es, euch alle zu treffen, aber für mich introvertierte Person ist es gleichzeitig das Kräftezehrendste, das man sich vorstellen kann.

Wie war deine Woche?

Meine Woche war ein Auf und Ab und ich kann gar nicht sagen, was für mich gerade Vorrang hat. Einerseits hatte ich Ferien, hab aber nicht einmal einen Bruchteil dessen geschafft, was auf meiner To Do-Liste stand. Irgendwas lief ganz verquer und kann nicht festmachen, was es war. Wahrscheinlich, dass sich Ärger und Freude und Schock so schlagartig abgewechselt haben, dass alles jetzt ein großer Mischmasch in meinem Kopf ist. Dienstag war ich mit Dani im Kino, um die Freikarten für Die Insel der besonderen Kinder einzulösen. Zum Film gibt es noch einen extra Beitrag, aber Spoiler: Das war ja mal ganz anders als erwartet. Irgendwie kann ich nur mit einem Schulterzucken auf den Film zurückblicken.Danach haben wir beide festgestellt, dass wir die Folgeteile noch nicht gelesen haben und kamen auf die Idee, gemeinsam mit Knaur eine Leserunde dazu zu veranstalten. Im Rahmen der Bücherparty widmen wir uns also der Stadt der besonderen Kindern. Die Leseparty beginnt am 2. Dezember und es gibt natürlich etwas zu gewinnen. Genaueres erfahrt ihr noch.

bucherparty

Mittwoch hatte ich ein Elterngespräch und bin danach bei einem Tattoostudio in der Nähe vorbeigefahren, weil ich dort einen Besprechungstermin hatte. Nachdem mich mein eigentliches Studio der Wahl mehrfach sitzenlassen hatte, hatte ich einfach die Nase voll, und glücklicherweise sehr spontan bei dem neuen Studio einen Termin bekommen. Weil es mein erstes Tattoo war, hatte ich echt Muffensausen, aber wurde sehr nett behandelt und durfte dem Tätowierer auch kurz über die Schulter sehen, zur Sicherheit. Noch spontaner bekam ich gleich am Donnerstag einen Termin und tada – das wird nicht mein letztes Tattoo sein. Trotz schwitziger Hände und Magengrummeln war es am Ende nämlich so gar nicht schlimm…

foto-04-11-16-11-27-12

Freitag kam dafür dann der richtige Schlag in die Magengrube, den wir jetzt erstmal verdauen müssen. Nachdem er jetzt das stolze Alter von 8 Jahren erreicht hatte, musste unser Tierarzt leider einen riesigen Tumor bei unserem Hund feststellen, der auch schon in alle Richtungen gestreut hat. Wir hoffen, dass wir es noch bis Weihnachten zusammen schaffen. Bis dahin gibt es nun statt Diätfutter und Schongang Verwöhnung pur. Wir können ihm den letzten Weg jetzt nur so angenehm wie möglich gestalten.

Welche zwei Bücher willst du bis Jahresende noch gelesen haben (und wieso)?

And I Darken liegt jetzt schon viel zu lange hier und muss immer zurückstecken, dabei wüsste ich gerne, was es mit dem Hype auf sich hat. Und die Uralte Metropole gehört für mich einfach in den Dezember. Bis auf Somnia habe ich alle Bücher verschlungen und geliebt.

Was war dein Wochenhighlight?

Zum einen der Staffelbeginn von Supernatural (Ja, ich bin hinterher und erst bei Staffel 11 und ich rolle mich innerlich unter Schmerzen auf dem Boden bei der unheimlich schlimmen Synchro, aber weil ich die Serie mit dem Herrn Umblättern ansehe, komme ich nicht drumrum…).

supernatural-season-11-recap-01

Zum anderen bin ich viel zu spät über Welcome to the Show von Adam Lambert gestolpert und höre es seitdem in Dauerschleife. Ich würde mir ja ein Bein dafür ausreißen, ihn mal live zu sehen.

|Rezension| Ransom Riggs „Die Insel der besonderen Kinder“

|Rezension| Ransom Riggs „Die Insel der besonderen Kinder“

OT: Miss Peregrin’s home for peculiar children

Miss Peregrin #1

Ransom Riggs @ RansomRiggs.com

PAN (November 2011)

416 Seiten, 16,99 € HC

Bei Amazon kaufen

Die Geschichte

Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer? Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt …

Meinung

Zugegeben – ich hatte mir nicht viel erwartet von „Die Insel der besonderen Kinder“. Es klang nach ein wenig Grusel und das war mir für Halloween ja schon genug. Vielleicht sollte man öfter mit niedrigen Erwartungen an Bücher herangehen, dann könnte man öfter so positiv überrascht sein wie ich von diesem Buch.

Jacob an sich ist ein Protagonist, der sich durch nichts besonders hervortut. Er ist mitten in der Pubertät und muss den Schock überwinden, seinen Großvater tödlich verletzt im Wald gefunden zu haben. Nachdem der Junge dem alten Mann kaum verzeihen konnte, dass er ihm als Kind Märchen über fliegende und bienenspuckende Kinder erzählt hat, sieht er sich plötzlich einer Realität gegenüber, die ihn völlig überfordert. Hatte sein Großvater doch nicht gelogen? Gab es die Monster, von denen er immer gesprochen hat? Und existieren die besonderen Kinder doch? Auch der Leser schwankt zu Beginn immer zwischen dem Glauben, dass der Großvater die Wahrheit gesagt hat, und den Zweifeln, ob Jacobs Psyche nicht einfach überreagiert hat – denn als er auf Anraten seines Psychiaters auf der Insel ankommt, von der sein Opa immer sprach, scheint dort nichts besonderes zu sein.

Und trotzdem fand ich das Buch von Anfang an gänsehauterregend. Das lag vor allem auch an den vielen Bildern, die in das Buch eingebaut wurden. Sie zeigen tatsächlich gemachte Aufnahmen von Kindern und anderen Personen, die so bearbeitet wurden, dass sie die Kinder zeigen, die auch im Buch vorkommen. Doch nicht alle Aufnahmen wurden bearbeitet, sondern sind genauso, wie sie sind, gemacht worden, was teilweise verstörend ist, wenn Kinder mit „Das Waisenhaus“-mäßigen Masken sich gegenseitig mit Luftschlangen füttern. Die Atmosphäre der Insel, die von der Außenwelt so abgeschnitten ist, wie es in der realen Welt nur möglich ist (kein Strom, nur über Boot zu erreichen, nur eine einzige Telefonleitung), trägt ihr Restliches dazu bei, das man sich ordentlich gruseln kann.

Andererseits gab es Stellen im Buch, da habe ich tatsächlich laut aufgelacht, weil sie so absurd wie lustig waren. Und trotzdem hat sich auch das perfekt in die Geschichte eingefügt. Genauso gilt das für die Liebesgeschichte, die sich zwischen Emma und Jacob entsteht. Sie steht nicht im Vordergrund und ist auch nicht unglaubwürdig konstruiert. So will ich das haben.

Ich hoffe, dass auch in Band 2 noch mehr auf den Gruselfaktor gesetzt wird, denn der Plan der Kinder klingt momentan mehr nach Action, und das wäre wirklich ein Verlust. Ransom Riggs schafft es einfach viel zu gut, eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, bei der man sich am liebsten die Fingernägel abknabbern würde, ohne dass er übermäßig eklig wird oder ins Lächerliche kippt.