|Montagsfrage| Ein enttäuschendes Ende

|Montagsfrage| Ein enttäuschendes Ende

montagsfrage_bannerDie von Nina gegründete Montagsfrage geht bei Buchfresserchen weiter. Gott sei Dank!

Die montagige Frage diesmal dreht sich um enttäuschende Enden (und ja, heute ist Mittwoch, aber wir wollen ja nicht zimperlich sein ;) ).

Delirium-Trilogy-delirium-31382340-780-392

Das Ende, das mich am meisten enttäuscht hat, war das der Delirium-Trilogie. Ich bin ja herzlich wenig zimperlich mit meinen Protagonisten. Von mir aus können die am Ende auch sterben, dann weine ich eine ordentliche Runde und gut ist. Das kommt meinem melancholischem Gemüt nur zugute. Was ich aber gar nicht leiden kann, ist so ein Wischiwaschiende, bei dem man den Eindruck hat, die Autorin hat nicht den A““‘ in der Hose, es richtig zu Ende zu bringen. Als ich den letzten Satz von Requiem gelesen hatte, dachte ich mir nur: Das ist doch wohl nicht ihr Ernst? Kann es sich eine Protagonistin (und damit auch die Autorin) einfach so einfach machen? Mir geht es nicht mal darum, mit wem Lena am Ende zusammen kommt – fein, soll sie glücklich sein mit wem auch immer. Aber dass sie die ganze Situation überhaupt nicht mit der dritten Partei geklärt hat – unter aller Kanone. So ein: „Du, sorry, ich mag dich, aber nicht genug.“ hätte ja drin sein müssen. Und überhaupt – was passiert mit allen Protagonisten außer Lena und dem Auserwählten? Ja, das dürfen wir uns dann auch zusammenreimen. Was für ein Mist…

|Rezension| Lauren Oliver „Delirium“

|Rezension| Lauren Oliver „Delirium“

Delirium #1

Lauren Oliver @ LaurenOliverBooks.com

Harper Collins (1. Februar 2011)

448 Seiten, 11,95 € HC

0061726826

Inhalt

95 Tage noch – dann ist Lena für immer geheilt, sicher vor der Krankheit, die sich Liebe nennt und die die Menschen den Verstand kostet. Sie kann es kaum erwarten, denn ihre Familie hat sich als sehr anfällig für die Krankheit erwiesen, die sogar ihre Mutter in den Tod getrieben hat. Doch dann gibt es einen Vorfall bei den Bewertungsgesprächen, die über ihre Zukunft nach der Heilung entscheiden, und Lena sieht diesen Jungen mit Haaren von der Farbe des Herbstes. Und das soll nicht das einzige Mal sein, dass die beiden sich begegnen.

Meinung

Love: a single word, a wispy thing, a word no bigger or longer than an edge. That’s what it is: an edge; a razor. It draws up through the center of your life, cutting everything in two. Before and after. The rest of the world falls away on either side.

Delirium ist eine der vielen Dystopien, die momentan auf den Markt geworfen werden. Dabei wird hier eine Welt geschaffen, in der Liebe als Krankheit gilt, die niemand haben möchte und gegen die eine Heilmethode entwickelt wurde. Sobald man 18 wird, wird die Heilung durchgeführt und danach ist der Mensch von allen starken Gefühlsregungen befreit – Liebe, Hass, Trauer, das alles existiert für sie nicht mehr. Ein paar Monate vor der Heilung werden die Jugendlichen vor eine Kommission geschickt, die ihre äußerliche Erscheinung und ihren Gemütszustand sowie ihre Eignungen testet, sie für bestimmte Berufe einordnet und ihnen eine Auswahl an potentiellen Partnern zuweist. Normalerweise basieren solch schwerwiegende Veränderungen in der Gesellschaft ja auf Ereignissen wie großen Kriegen oder Naturkatastrophen. Bei Delirium werden die Gründe nur angedeutet und das auch nur aus der Sicht derjenigen, die hinter der Heilung stehen. So ganz logisch erscheint mir die ganze Chose also nicht. Gegen jeden, der sich nicht heilen lassen möchte oder deren Sympathisanten wird brutal vorgegangen, sie werden ermordet oder in modrige Gefängnisse gesteckt. Eine richtige Begründung dafür gibt es nicht.

Lena war auch nicht unbedingt eine Protagonistin, die ich total mochte. Dafür lügt sie sich einfach extrem selbst in die Tasche. Ja, ich bin echt froh, wenn ich geheilt bin, nein, ich fand mein Leben mit meiner Mutter nicht schöner als das, das ich jetzt führe, weil es ja sooohoo gefährlich war, nö, meine beste Freundin fehlt mir gar nicht, nein, ich bin niemals in Alex verliebt. Uff. Offensichtlicher ging es gar nicht mehr. So richtig gefallen hat mir das Buch dann auch wirklich erst, als sie endlich zugibt, wie es wirklich in ihr aussieht. Bis dahin hat mich eigentlich nur Alex über Wasser gehalten. Männer mit roten Haaren… Meine Schwäche. Dazu hat er noch die richtige Portion Rebellentum gemixt mit einem weichen Kern.

Anfangs hat sich die Geschichte ja für mich sehr gezogen und ich habe das Buch oft zur Seite gelegt ohne den Drang zu haben, unbedingt weiterlesen zu wollen. Erst ab dem zweiten Drittel kam so richtig Fahrt auf und selbst dann machte es an der einen oder anderen Stelle noch einen mächtigen Vollbremser. Zudem muss man zugeben: Wenn man den Klappentext und den Anfang des Buches kennt, kann man locker erraten, was passieren wird, von vorne bis hinten. Nichtsdestotrotz saß ich am Ende da und war entsetzt über den hundsgemeinen Cliffhanger, selbst als ich ihn kommen sehen habe.

Womit ich jedoch – wieder einmal – sehr zufrieden war, war Lauren Olivers Schreibstil. Für manche mag er zu ausgeschmückt sein, ich finde ihn gerade deswegen ganz wunderbar. So manche schöne Formulierung hat mich über öde Kapitel hinweggetröstet.

Das alles klingt jetzt schlimmer als es war, „Delirium“ war für mich tatsächlich eine nette Lektüre, nur leider eben etwas durchschaubar, einen Tick zu ähnlich zu „Matched“ von Ally Condie und mit einer nicht unbedingt sympathischen Protagonistin. Trotzdem werde ich mir Teil 2 auf jeden Fall kaufen, denn nach diesem Ende kann ich mir nicht vorstellen, dass der zweite Band so vorhersehbar wird wie der Reihenauftakt.