|Rezension| Angela Mohr „Ada“

|Rezension| Angela Mohr „Ada“

ada

Arena * 13.07.2015  *  ISBN 978-3-401-60112-0

HC 14,99 €  * eBook 11,99 € * Autorin * Leseprobe

Klappentext

Ohne das Dorf gibt es kein Überleben. Draußen lauert das Verderben, und nur im Dorf bist du sicher. Das ist es, woran Ada glaubt – bis Luca auftaucht und alles in Frage stellt. Von ihm erfährt Ada: Ihr totgeglaubter Bruder Kassian lebt! Zusammen mit Luca bricht sie jede Regel, die das Dorf jemals aufgestellt hat. Schließlich geht Ada bis zum Äußersten: Sie flieht aus der Gemeinschaft. Sie will ihren Bruder finden. Doch erträgt sie die Wahrheit, die sie jenseits des Dorfes erwartet?

Meinung

Viele Problemliteratur für Jugendliche ist mir ja zu oberflächlich, schlecht recherchiert oder einfach so gefühllos herübergebracht, dass es mich innerlich schrecklich davor gruselt. Deswegen freut es mich umso mehr, wenn ich auf solche Perlen wie „Ada“ stoße.

Von schlechter Recherche kann man hier schon gar nicht sprechen, denn dieses Buch war ein Herzensprojekt der Autorin, in das sie ihre eigenen Erfahrungen einbringen konnte, denn sie selbst verbrachte ihre Kindheit und Jugend in einer christlichen Sekte. Dass sie weiß, wie es sich anfühlt, wenn man erkennen muss, dass man angelogen wurde und wie sehr einem das den Boden unter den Füßen wegreißt, wird an Ada sehr deutlich. Einen Großteil des Buches geht es tatsächlich darum, wie das junge Mädchen mit seinen Selbstzweifeln, seinen Sehnsüchten und seinem Glauben kämpft und wie schwer es ihm fällt, damit klar zu kommen, dass die, denen es vertraut hat, ihm nichts Gutes wollten.

Luca hingegen zeigt deutlich, wie es passieren kann, dass jemand von außen in eine Sekte geraten kann. Er selbst ist durch seinen gewalttätigen Vater zwar von Grund auf misstrauisch, doch auch er kann sich nicht helfen und die positiven Seiten des abgeschiedenen Lebens der Dorfgemeinschaft genießen. Vielmehr ist es Ada und die Art, wie die anderen mit ihr umgehen, was ihm am deutlichsten zeigt, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen vorgeht. Seine Mutter hingegen, die bis dato weder Halt noch Hoffnung gekannt hat, fügt sich in die Sekte ein und fühlt sich dabei so glücklich wie schon seit Jahren nicht mehr.

Einerseits fand ich die beiden Erzählperspektiven von Luca und Ada sehr interessant, weil man Szenen oft aus zwei Blickwinkeln sieht und erkennt, wie unterschiedlich das Leben im Dorf aufgefasst wird. Sicher hätte ich aber auch die ursprünglich angedachte Version, nur Ada zu Wort kommen zu lassen, gerne gelesen, weil man so sicher noch mehr Eindruck davon erhalten hätte, wie logisch für Ada war, dass ihre Art zu leben und die Geschichten der Ältesten die einzige Wahrheit darstellen. Auch Liz – selbst, wenn sie einem anfangs wohl wirklich unheimlich unsympathisch sein wird – bringt noch einmal eine ganz neue Sichtweise ein, weil sie das komplette Gegenteil von Ada ist und ihrer eigenen Welt zuerst ebenso unkritisch gegenübersteht wie Ada ihrem Dorf.

Angela Mohr hat eine sehr unaufgesetzte, aber gleichzeitig ausdrucksstarke Art zu schreiben, die einem das Geschehen deutlich vor Augen treten lässt. Ich habe mit Ada und Luca gezittert bis zuletzt.

Fazit

Ein leider viel zu unbeachtetes Buch, das mich noch Tage lang weiter verfolgt hat.

diversity inside

|Behind the Screens|Von Fahrradprüfungen und sonnigen Tagen in Würzburg

|Behind the Screens|Von Fahrradprüfungen und sonnigen Tagen in Würzburg

behindthescreensWie war deine Woche?

Die zweite Schulwoche war nicht minder anstrengend als die erste. Fanden auch die Kinder – wir hatten das unverschämte Glück (Achtung, Ironie.), als Herbstgruppe die Fahrradprüfung zu absolvieren und üben nun schon seit Anfang des Schuljahres. Nun saßen da lauter kleine, sich selbst überschätzende Neun- und Zehnjährige, die „das alles schon können“, weil sie ja „schon längst Fahrrad fahren“. Tatsächlich schwankte ich bei unserer ersten praktischen Übungseinheit am Platz mit dem zuständigen Polizisten zwischen absoluter Scham und innerer Genugtuung, dass sie ganz schön auf die Nase gefallen sind mit ihrer Laissez-Faire-Einstellung. Freitag war dann plötzlich aufmerksames Schweigen und ernstes Nachdenken angesagt.

Außerdem war ich gestern beim Bloggerworkshop von Arena, aber dazu mehr unten.

Endlich gibt es wieder Neues im Potterversum. Habt ihr Harry Potter and the Cursed Child (HP und das verwunschene Kind) schon im Regal stehen, holt ihr es euch oder interessiert euch das Skript gar nicht?

cursed child

Harry Potter and the Cursed Child hatte ich schon zum englischen Erscheinungstermin vorbestellt und auch schon hier meinen Senf dazu abgegeben. Tatsächlich hatte ich es dann sogar doppelt, weil es auch in der Housepride-Box von My Bookish Crate war. Aber es ließ sich dann auch ganz gut wieder verkaufen, so dass nun die Ausgabe wieder alleine in meinem Regal thront.

Was war dein Wochenhighlight?

Am gestrigen Samstag fand der Bloggerworkshop bei Arena in Würzburg statt – ich war zum zweiten Mal dort und habe mich sehr gefreut, wieder einige bekannte Gesichter zu sehen, unter anderem die liebe Dani, Simone und Damaris, aber auch ganz neue wie Favola (deren Blog ich natürlich kannte). Autorengäste waren zum einen Kim Kestner und zum anderen Angela Mohr, die beide supernett waren und sich so eine tolle Gesprächrunde ergeben hat. Mehr erzähle ich euch dann aber noch einmal extra.

arena

Büchermäßig lese ich mich gerade mehr oder weniger wahrlos durch mehrere Bücher gleichzeitig, je nach Laune. Am häufigsten greife ich aber gerade zu Glimmernächte von Beatrix Gurian, zu dem es bald eine Blogtour geben wird, die auch hier Station macht.

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White Collar ist immer noch meine erste Wahl, wenn ich alleine Netflix sehen will, mit dem Herrn Umblättern suchte ich mich aber gerade zum dritten Mal durch Supernatural. Das ist und bleibt einfach meine Lieblingsserie, weil sie gleichzeitig so wunderbar selbstironisch ist und mich trotzdem regelmäßig mit gebrochenem Herzen zurücklässt.