|Rezension| Ali Shaw „The Girl with Glass Feet“

|Rezension| Ali Shaw „The Girl with Glass Feet“

Verlag: Atlanic Books (Mai 2009)

Seiten: 295

ISBN: 1843549190

Preis: 13,99 €

Inhalt

Ida McLairds Füße verwandeln sich langsam in Glas. Nicht metaphorisch, sondern tatsächlich. Zuerst war es nur ein kleiner Glassplitter, dann die Zehen, doch das Glas wandert weiter. Voller Angst sucht Ida Hilfe bei dem einzigen Menschen, von dem sie sich vorstellen kann, dass er weiß, was mit ihr los ist. Doch den zu finden ist schwer, sogar in einem so kleinen Dorf wie St. Hauda’s Land. Dafür stolpert Ida über Midas, einen stillen jungen Fotografen. Mit seiner Hilfe hofft sie, den Mann zu finden, der ihr mehr über ihre Glasfüße erzählen kann. Und sie findet noch mehr.

Meinung

Ich habe sehr sehr lange gebraucht, um „The Girl with Glass Feet“ fertig zu lesen. Nicht, weil es schlecht ist oder langatmig oder irgendetwas Negatives dieser Art. Eher das Gegenteil war der Fall. „The Girl with Glass Feet“ ist ein wunderbares Buch. Schon allein optisch ist es eines der schönsten Bücher, die ich bis jetzt gesehen, geschweige denn besessen habe. Nicht umsonst diente es als Model für meinen Header. Das Scherenschnittdesign ist wunderschön und die Seiten sind silbern, wie bei einem Gesangsbuch.

Das Buch selbst kann man manchmal nur in kleinen Portionen lesen, weil man hinterher erst einmal die Bilder verarbeiten muss, die im Kopf entstehen. Jedes Kapitel an sich ist eine kleine Geschichte, die zusammen am Ende ein tolles, aber auch trauriges Buch ergeben. „The Girl with Glass Feet“ lebt von seiner leisen und melancholischen Schreibart, von der genau richtigen Portion Detailverliebtheit und von seinen wunderschönen imaginären Bildern. Oft sagen die Protagonisten Dinge, die so poetisch sind, dann man sie sich aufschreiben möchte.

Für mich ist es aber im Nachhinein schwierig zu sagen, wie ich die Protagonisten selbst fand. Ich kann weder sagen, dass sie mir sympathisch waren oder auch unsympathisch. Ich kann nur sagen, dass ich mit Midas und Ida mitgelitten habe. Vielleicht ist das genau das Problem – das Buch macht konstant traurig. Jeder Protagonist ist melancholisch, leidet unter seiner Vergangenheit und Gegenwart, sogar die glücklichen Momente sind immer überschattet von der dunklen Vergangenheit und der drohenden Zukunft. Auch das ist ein Grund, wieso man das Buch nicht in einem Rutsch durchlesen kann.

Ich würde das Buch übrigens mehr Lesern empfehlen, die auch mit anspruchsvollerem Englisch klar kommen, sonst geht viel vom Zauber unter, weil man ständig Wörter nachschlagen muss. B2-Niveau würde ich voraussetzen.