|Unterwegs| Meet & Greet mit S. J. Kincaid

|Unterwegs| Meet & Greet mit S. J. Kincaid

Es ist ja kein Geheimnis, dass Autoren mich in der Regel in bewundernde Schockstarre verfallen lassen, wenn ich sie kennenlerne (was aber für ziemlich viele andere Menschen auch zutrifft. Die Freuden des introvertierten Lebens…).  Als ich das Meet & Greet mit S. J. Kincaid gewonnen hatte, deren Buch Diabolic ich damals – noch im Original – in einem Zug durchgelesen hatte, war ich also entsprechend nervös.

kincaidIm Nachhinein war das natürlich mal wieder völlig unnötig, denn S. J. Kincaid war so offen und zuckersüß, dass es ganz einfach war, mit ihr zu sprechen. Schon beim Signieren der Bücher, das für alle offen war, war sie total offen, hat sich mit jedem unterhalten und immer ein nettes Wort übrig gehabt. Danach durften wir hinter die Kulissen des Würzburger Hugendubels, wo wir als kleines Grüppchen von Arena-Mitarbeitern, Bloggern und Instagramern unsere Fragen an sie loswerden konnten.

Über das Leben als Autorin

Natürlich ging es einerseits um das Schreiben an sich und wie sie Autorin wurde. Schreiben war für S. J. Kincaid lange vorrangig nur ein Hobby. Eigentlich wollte sie Astronautin werden, was sie für realistischer hielt als hauptberufliche Autorin. Vor Insignia hatte sie schon 6 Manuskripte erfolglos eingereicht und hatte einen Abschluss in Geschichte und als Krankenpflegerin gemacht (letzteres eher ungerne, da sie ihren Unterricht lieber damit verbrachte, sich Gedanken über ihre Bücher zu machen). Nach ihrer ersten Veröffentlichung fiel sie erst einmal in ein kleines Loch, weil sie sich fragte, was nun noch Großartiges folgen konnte. Doch als sie die positiven Seiten des Schreibens wiederentdeckte – nämlich das zu tun, was man liebt, sich neuen Herausforderungen in seinen Büchern zu stellen und natürlich die vielen tollen Reisen – war auch dieser Tiefpunkt überwunden.

Mit Autorenkollegen redet sie gerne über die Veröffentlichung von Büchern und holt sich da Tipps, nicht aber über den Schreibprozess an sich. Negative Rezensionen stören sie weniger. Ihr Tipp: Lies 1-Sterne-Rezensionen zu einem Buch, das du liebst, und du wirst merken, dass Geschmäcker verschieden sind und nicht jeder dein Buch mögen wird. Schlimmer findet sie Rezensionen, in denen an ihr Buch nur lala findet. Insgesamt ist sie aber immer begeistert davon, dass überhaupt jemand liest, was sie schreibt. Nach der Veröffentlichung von Insignia musste sie sich dazu zwingen, eine Schreibroutine zu entwickeln. Normalerweise bleibt sie gerne bis in die frühen Morgenstunden wach, nun zwingt sie sich, um 2 ins Bett zu gehen, damit sie sich am Morgen mit ihrem Laptop in einen Coffeeshop verziehen und schreiben kann. Dabei hört sie gerne und eigentlich immer Musik. (Zu Diabolic ganz viel Lorde, vor allem „Royals“ und „Tennis Court“, „Emperor’s new clothes“ von Panic at the Disco!, bei Insignia waren es „The Day the World Ended“ und „Written in the Stars“). Hängt sie einmal fest, lässt sie ihr Projekt auch einmal kurz liegen oder schreibt erst die Teile, die ihr am meisten Spaß machen, dann ergibt sich der Teil dazwischen oft wie von selbst. Das funktioniert so gut, weil sie ihre Bücher und Figuren im Vornherein so weit durchdenkt, dass sich im Nachhinein nichts mehr verselbstständigen kann. Figuren mit Eigenleben hat sie deswegen nie.

Debutautoren rät sie, das erste Jahr ihres Debuts irgendwie festzuhalten, weil alles so schnell vergeht, dass man sonst alles vergisst, was man erlebt.

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Über Diabolic

Diabolic wurde inspiriert durch die BBC-Serie I, Claudius. S. J. Kincaid war fasziniert davon, wie Claudius so viel Macht erringen konnte, einfach dadurch, dass er von allen grundsätzlich unterschätzt und für einen Idioten gehalten wurde. Das inspirierte sie zu Tyrus, den sie in eine Science Fiction-Umgebung setzte. Insgesamt schrieb sie an Diabolic 6 Monate. Dabei dachte sie nicht, dass es ein großer Erfolg werden würde, da Nemesis als Charakter so angelegt ist, dass sie unsympathisch erscheint, und sie davon ausging, dass ein Protagonist dem Leser immer sympathisch sein muss, damit man das Buch mag. Sie wollte aber unbedingt etwas völlig anderes schreiben als Insignia, also wurde Nemesis das Gegenteil von ihrem dortigen Protagonisten. Gerade überarbeitet sie den zweiten Teil, der eigentlich gar nicht geplant war. Dann hatte sie jedoch eine so geniale Idee, dass aus dem Einzelband nun eine Trilogie wird.

Die Cover für Diablic mag sie gerne, wobei sie bei der Beschreibung der englischsprachigen Ausgabe erst einmal dachte, dass das wirklich seltsam aussehen würde.

Die Rechte für Diabolic wurden an Sony verkauft, die schon fleißig dabei sind, daran zu arbeiten (im Gegensatz zu den verkauften Rechten an Insignia, wo sich nichts tut). Die Fortschritte dort beobachtet sie gerne und ist beeindruckt davon, wie teuer Science Fiction in der Produktion ist. Sie selbst hat keine Schauspieler im Kopf, da sie wenige kennt, die jünger sind als sie selbst. Nemesis stellt sie sich in etwa vor wie Lucy Lawless, groß, sportlich und mit einer markanten Nase, die sich in jeder optischen Änderung wiederfinden sollen. Tyrus ist eher eine Mischung aus Octavian und Lucius aus der HBO-Serie Rom. Für ihn ist nur sein kontrolliertes Auftreten wichtig.

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|Unterwegs| Magellan wird 2- die Feier!

|Unterwegs| Magellan wird 2- die Feier!

magellan5Der Magellan-Verlag feierte seinen zweiten Geburtstag und lud dazu am 23. Juli eine Menge Blogger aus Nah und Fern ein, um im Verlagsgebäude eine kleine Party zu schmeißen. Da Magellan einer der wenigen Verlage ist, die direkt vor meiner Haustür zu liegen scheinen, freute ich mich umso mehr, einen Blick in die heiligen Hallen werfen zu können und dabei auch noch ein paar liebgewonnene Mitblogger einmal wieder live zu sehen.

Die Anfänge

Begrüßt wurden wir zuerst von Herrn Rebscher, dem Verlagsleiter, der mit uns zurückblickte, wie alles begann. Nachdem er schon für Verlage wie Arena und Loewe gearbeitet hatte, wollte er seine eigenen Vorstellungen verwirklichen. So kam ihm die Idee für den Verlag schon 2011, der Verlag wurde aber am 17.12.2012 gegründet. Damals standen noch 200 Namen zur Auswahl, bis man sich auf Magellan geeinigt hatte – Magellan war, wie ihr sicher wisst, ein Entdecker, aber kein Eroberer, also genau richtig für einen Verlag, der in zweierlei Hinsicht neue Welten entdecken wollte: mit seinen Büchern, aber auch mit seinem andersartigen Konzept. Der Wal im passenden Logo traf dann einfach den maritimen Ton und wer kann diesem knuddeligen schwarzen Meeressäuger auch schon widerstehen? Eben!

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Was macht Magellan anders?

imageZum einen beliefert Magellan Amazon nicht direkt. Außerdem bieten sie keine eBooks an, weil sie Wert auf die Haptik von Büchern legen. Tatsächlich sind die Bücher von Magellan auch immer ein besonderes Erlebnis für Augen und Hände beim Lesen. Besonderen Wert legen sie auch auf Nachhaltigkeit, was das grüne Logo „Natürlich Magellan“ verdeutlicht. Für alle Bäume, die zum Druck ihrer Bücher verbraucht werden, lassen sie zum Beispiel neue Setzlinge pflanzen. Als junger Verlag kann Magellan noch viel ausprobieren und wir können uns sicher noch auf die eine oder andere neuartige Idee freuen.

Magellan und Social Media

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde sprachen wir mit Cara und Viola über ihre Arbeit im Pressebereich. Dabei verrieten sie zum Beispiel, dass ihnen das Zusenden von Beleglinks die Arbeit sehr erleichtert und dass die Blindversendungen von Büchern an Blogger natürlich nicht wirklich so „blind“ sind, wie sie zuerst scheinen, vor allem wenn man nur ein kleines Kontingent hat.

Danach diskutierten wir darüber, welche Social Media Plattformen sie nutzen und welche wir als sinnvoll erachten würden. Dabei wurde vor allem klar, dass auch wir anwesenden Blogger ganz verschiedene Schwerpunkte setzen – ich bin zum Beispiel ein großer Fan von Twitter und Instagram und finde Facebook eher nervig, anderen geht es genau andersrum. Momentan ist Lovelybooks auf Facebook und Lovelybooks vertreten.

Die heiligen Hallen

Danach ging es auf eine Erkundungstour durch das Verlagsgebäude, in dem übrigens auch der Schrecken meiner Referendariatszeit sitzt: Der C.C. Buchner-Verlag (dessen Quellen im Geschichtsbuch hat immer keiner meiner Schüler verstanden…). Wir durften in einige Büros spitzen und bekamen erklärt, was die betreffenden Mitarbeiter genau machen.

Das Lektorat

Danach durften wir Fragen zum Lektorat stellen. Man stellt ich das Lektorendasein ja irgendwie schön vor so als unbedarfter Leser: sein Hobby zum Beruf machen. Tatsächlich erfuhren wir, dass oft abseits der Arbeit gar nicht mehr gelesen wird. Kein Wunder, denn zu geschäftigen Zeiten, wie um die Buchmesse herum, prüfen Lektoren 5 bis 6 Texte pro Tag! Für die genaue Bearbeitung eines Textes hat man dann im Idealfall 1,5 bis 2 Jahre und im schlimmsten Fall 6 bis 9 Monate Zeit. So kümmern sich Verlage – während wir Blogger noch mit dem aktuellen Programm beschäftigt sind – schon um das Programm in zwei Jahren. Die Entscheidung, für welches Alter man ein Buch empfiehlt, ist ein Zusammenspiel zwischen Erfahrung und der Einschätzung des Autors und richtet sich nach Sprache, Inhalt und dem Alter der Figur.

Magellans tolle Cover entstehen dadurch, dass in einem kleinen Team viel direkt besprochen werden kann anstatt an eine externe Agentur abgegeben zu werden. Dabei können alle zusammen Brainstormen, ihre Meinung und Idee abgeben und das gesamte Programm im Auge behalten.

In ähnlicher Zusammenarbeit entstehen auch die Programme: nachdem man im „Taubenschlag“ des Agenturcenters auf den Buchmessen eine Vorauswahl getroffen hat,  werden die Manuskripte in den Verlag bestellt und dort noch einmal eine Vorauswahl getroffen. Dann beginnt die Auktion um die begehrten Titel, bei der die Verlage versuchen, den Titel für sich bekommen. Das Programm von Magellan besteht 50:50 aus deutschen und englischen Büchern. Erstaunt hat mich auch, dass deutschsprachige Autoren mehr Arbeit für den Verlag bedeuten, was aber daran liegt, dass sie bei fremdsprachigen Titeln nur Übersetzungsrechte erwerben.

Bei deutschen Autoren hat der Lektor noch mehr zu tun. Wichtig ist die Kommunikation zwischen den beiden, die auch von gegenseitigem Respekt lebt. So ist der Lektor zwar eine beratende Kraft. Der Kontakt zu Autoren ist aber auch sonst sehr wichtig und Magellan bemüht sich, sie in PR-Aktionen miteinzubinden.

Für Debütautoren wird geraten, sich eine Agentur zu suchen – die kann Tipps geben und zeugt davon, dass man schon einmal jemanden mit seiner Idee überzeugen konnte, bevor man sich an den Verlag wendet. Die Wahrscheinlichkeit, mit unverlangt eingereichten Manuskripten veröffentlicht zu werden, ist gering. Da muss das Manuskript schon herausragend toll sein.

Katrin Zipse

Katrin Zipses Glücksdrachenzeit war das erste Buch, das ich von Magellan gelesen hatte. Umso schöner fand ich es, dass sie bei ihrer Lesung aus all ihren drei Büchern vorlas: Glücksdrachenzeit, Die Quersumme von Liebe und Antonia rettet die Welt. Danach nahm sie sich noch Zeit, um unsere Fragen zu beantworten. So erfuhren wir zum Beispiel, dass sie Nebenfiguren sehr wichtig findet, weil sie  ebenfalls mit ihrer Geschichte Lösungswege aufzeigen können, und dass ihre Figuren in ihrem Kopf schon immer mit den oft ungewöhnlichen Namen verbunden sind, die sie haben. Außerdem fällt es ihr leichter, aus der Mädchenperspektive zu schreiben, auch wenn die Jungsperspektive genauso wichtig ist. Ihre Bücher hält sie aber für Jungs-und-Mädchen-Bücher.

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Schwere Themen findet sie interessanter zu schreiben, denkt aber, dass sie die Leser erst ansprechen, wenn sie in einer Umbruchsphase in ihrem Leben sind. Ihre Bücher docken auch an ihrem eigenen Leben an. So basiert Mrs. Wedlock aus Glücksdrachenzeit zum Beispiel auf einer Souffleuse, die sie zu ihrer Theaterzeit kennengelernt hat.

Im Anschluss durften wir Bücher signieren lassen, was ich natürlich genutzt habe und mir gleich alle meine Bücher von ihr habe unterschreiben lassen. Normalerweise bin ich ja immer ganz verschüchtert, wenn ich Autoren treffe, aber Katrin hat es einem sehr einfach gemacht, sich mit ihr zu unterhalten.

Dann gab es noch Sekt, Orangensaft und Kuchen für den Wal – mit Kuchentellern in der Hand standen wir dann noch etwas beisammen, unterhielten uns und machten uns danach sehr zufrieden auf den Heimweg. Mitnehmen durften wir übrigens auch eine Tasche voller Geschenke vom Wal.

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Ich hoffe, das war nicht der letzte Bloggertag beim Wal in Bamberg und dass uns Megallan noch lange lange erhalten bleibt, damit wir irgendwann nciht den zweiten, sondern den zwanzigsten Geburtstag feiern können.

Weitere Beiträge zum Geburtstag findet ihr hier bei Bianca, Brösel, Franzi, Daniela und Marie.

|Unterwegs| Magellan wird 2!

|Unterwegs| Magellan wird 2!

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Der Magellanverlag – seit seiner Gründung einer meiner Lieblingsverlage – feiert heute seinen zweiten Geburtstag. Zur Feier hat er auch ein paar Blogger eingeladen und auch ich mache mich heute auf den Weg nach Bamberg, um mitzufeiern. Einen langen Bericht dazu gibt es dann, wenn ich wieder daheim bin, aber wenn ihr wollt, könnt ihr schon einmal einen kleinen Blick auf meinen Instagram-Account werfen.Und natürlich auf das tolle Programm des Verlags – über die eine oder andere Buchbestellung zum Geburtstag freut der Wal sich sicher sehr.

|On Tour| Leipziger Buchmesse 2016

|On Tour| Leipziger Buchmesse 2016

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Anreise

Da ich diesmal eine tolle Übernachtungsmöglichkeit hatte, konnte ich dieses Jahr schon Freitag Nachmittag nach Leipzig fahren und hatte die Möglichkeit, abends gleich am BloggdeinBuch-Essen teilzunehmen. Das fand im Asia Garden statt und es fand sich eine kleine, aber feine Runde ein, deren Teilnehmer mir die restliche Buchmesse noch öfter über den Weg laufen sollten. Bei meiner ersten Buchmesse war das Thema Blogger noch gar nicht vorhanden und letztes Jahr war ich ehrlich gesagt viel zu schüchtern, um irgendjemanden anzusprechen, da fand ich es prima, eine Gelegenheit zu haben, im kleinen Kreis mal ins Gespräch zu kommen. So war es gleichzeitig schön, bekannte Gesichter mal wieder live zu sehen, aber auch, neue Menschen kennenzulernen.

Messesamstag

Schon früh machte ich mich auf den Weg zum Messegelände und war ganz froh, dass mir dadurch der Messestau erspart geblieben ist, den ich von letztem Jahr noch so deutlich in Erinnerung hatte. Nachdem ich mich durch die Massen an Cosplayern gekämpft hatte, die ebenso wie ich um Punkt 10 in die Halle wollten, hatte ich so genug Zeit, ein wenig durch die Gegend zu schlendern und einen Blick auf die Stände in Halle 1 zu werfen, der mir das restliche Wochenende dann verwehrt blieb – Halle 1 wurde für mich irgendwann der Inbegriff des Messehorrors.

Zuerst nutzte ich die Gelegenheit und habe Melanies aka. Flügelchens Stand besucht, die mir bisher drei wunderschöne Header gestaltet hat. Also habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und sie angesprochen und eine kleine Weile mit ihr an ihrem Stand verbracht.

Danach machte ich mich auf den Weg zum Carlsen Bloggertreffen, wo ich einerseits auf die wunderbare Patrizia von Maaraavillosa stieß und andererseits wieder auf die BdB-Essenstruppe. Mal abgesehen von der süßen Goodiebag war das Treffen für mich auch deswegen ein Highlight, weil es so gut organisiert war und die eingeladene Autorin Helen Maslin (von Darkmere Summer) so süß und begeistert davon war, da zu sein, dass man sie einfach sympathisch finden musste. Außerdem hatte ich das unverschämte Glück und sogar noch ein Überraschungspaket bekommen, das noch mit der Post ankommen wird. Jippie!

Zusammen mit Natascha von Bookdibluempf, Mitfränkin und meine letztjährige Messebegleitung, hatte ich dann einen Termin bei Magellan, um einen Blick ins neue Programm werfen zu dürfen. Viel verraten dürfen wir nicht, aber so viel: viele beliebte Kinderreihen werden fortgesetzt, von Frau Zipse ist auch wieder etwas dabei und der Rest des Jugendbuchprogramms ist wieder gewohnt gut! Das Programm hat uns übrigens Cara von Readingrat’s gezeigt, was ich aber erst am nächsten Tag bei den blogger:sessions kapiert habe, als wir uns länger unterhalten konnten. (Das war übrigens ein Phänomen, das sich so durch die Messe gezogen hat. Der Satz „Ach, das bist du?!“ fiel des Öfteren.)

In der Bloggerlounge haben wir dann meine älteste Bloggerkollegin und Studienfreundin Ramona von EL Tragalibros aufgegabelt und sind dann etwas über die Messe gestreift (eigentlich wollten wir ja zum Heyne-Fantasytreffen, mussten aber feststellen, dass wir zu dritt irgendwie mehr Party waren als das, was da gerade abging….). So landeten wir dann irgendwann beim Lovelybookstreffen.

Ich fand es gut, dass die Goodiebags schon zu Beginn ausgeteilt wurden, scheinbar hat man aus dem Chaos der letzten Treffen gelernt. So war es ein sehr entspanntes und ruhiges Treffen, bei dem die Autorinnen Kate Morton und Kirsty Logan Fragen beantwortet haben und es am Ende noch ein Lovelybooks-Quiz gab. Da meine Ausgabe von The Gracekeepers leider nicht mehr rechtzeitig angekommen war, ließen wir Kuchen und Signierstunde aus und streiften noch etwas durch die Hallen, wobei wir wieder in Halle 1 landeten auf der Suche nach dem Pummeleinhornstand und Ramonas alten Kollegen. Ich entschuldige mich bei jedem, den ich auf seine Schleppe oder Mantel getreten bin, aber es war einfach so verflucht eng dort!

Zum Schluss, nach einem letzten Abstecher in die Bloggerlounge, landeten wir noch bei der Podiumsdiskussion zu „Be social, link local“, die Autoren dazu animieren möchte, ihre lokalen Buchhändler auf ihren Autorenseiten zu verlinken.

Zum Abschluss gab es für Ramona und mich noch eine leckere Pizza und eine riesige Portion Nudeln in meiner Unterkunft, weil wir halb verhungert aus dem Messetag kamen.

Messesonntag

Am Sonntag, nach einem ganz wunderbaren Termin bei Ullstein, bei dem uns Ramona von Kielfeder die Vorschau gezeigt hat (es erwarten euch unter anderem eine aufrüttelnde Geschichte über zwei Schwestern, etwas für die Feministinnen unter uns, neue lustige Prüfungsantworten von Schülern und Lustiges für die Eltern und Erzieher. Außerdem eine spannende Geschichte über einen Jungen, der behauptet, dass er wisse, dass er schon einmal gelebt hätte und seine Eltern gar nicht seine Eltern wären.), war für mich dann nur noch die blogger:sessions angesagt. Was heißt hier nur – war ich in den Tagen zuvor schon dazu gezwungen, aus meiner Komfortzone auszubrechen und Menschen anzusprechen, fiel es mir hier ganz leicht und es war tatsächlich unheimlich toll, Menschen zu treffen, die ich nur online kannte, immer wieder das Gefühl zu haben: Ach, DU bist das! und auch mal erkannt zu werden. Halb im Social Media, halb in den Vortragsräumen habe ich dann auch mal mehr, mal weniger faszinierende Vorträge gehört, angefangen mit Karlas motivierender Keynote. Zur Diskussion möchte ich persönlich gerade mal nichts beitragen, weil ich mein Diskussionspotential gerade auf ganz anderen Ebenen brauche. Es war wirklich echt spannend, live dabei zu sein, dagegen sind die Twitterbeiträge und eher provisorischen Aufzeichnungen gar nichts!

Tatsächlich bin ich bisher noch nie so motiviert und glücklich nach Hause gefahren wie von der diesjährigen Buchmesse. Ich war froh über jede Begegnung mit anderen Buchleuten, glücklich, alte Gesichter wieder- und neue Gesichter gesehen zu haben und habe vielleicht auch ein wenig mitgenommen, dass ich mich nicht mehr so klein machen möchte. Ich blogge nicht umsonst seit 8 Jahren, um mich dann unsichtbar zu machen. Alle, die hier nicht namentlich erwähnt wurden – ich habe mich echt SO gefreut, euch zu treffen, und ihr seid ganz sicher nicht vergessen!