|Rezension| „Ein Dino zeigt Gefühle“ Das Spiel zum Buch

|Rezension| „Ein Dino zeigt Gefühle“ Das Spiel zum Buch

spiel 2

mebes & noack * 13.12.2013 * ~ 20 €

Meinung

Spielerisches Lernen bleibt Kindern oft mehr im Unterbewusstsein hängen als wenn man ihnen nur Vorträge über das hält, was man deutlich machen möchte. Manche Kinder tun sich schwer, in anderen ihre Gefühle zu erkennen oder sehen nicht genau hin, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Dabei ist Körpersprache das erste und deutlichste Anzeichen dafür, wie es einem Menschen geht.

Bei der „Ein Dino zeigt Gefühle“-Box handelt es sich um ein Spiel, das auf dem Memorieprinzip basiert. Man erhält 48 Bildkärtchen und 6 Legetafeln für ein Bildmotto, die beidseitig bedruckt sind – auf der einen Seite das Bild des Dinos, für die schwerere Variante die Beschreibung der Gefühle, die der Dino ausdrücken möchte. Die Regeln sind so simpel, dass sie auf der Boxrückseite Platz haben. Die Kinder decken zum Beispiel Karten auf und müssen durch genaues Hinsehen benennen, wie sich der Dino fühlt. So lernen sie spielerisch das Erkennen und Benennen von Gefühlen.

Optisch sind die Karten natürlich an die Bücher „Ein Dino zeigt Gefühle“ angepasst. Sie sind aus hochwertiger dicker Pappe und überleben unbeschadet eine Menge Kinderhände (wenn auch nicht Kindermünder, aber das sollte mit einem Anfangsalter von 4 Jahren kein Problem sein).

Fazit

Ein Dino zeigt Gefühle zieht auf jeden Fall in meinen Klassenspielschrank ein, weil es ein liebevoll gestaltetes Spiel zum Thema Emotionen ist.

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|Rezension| M. R. Carey „Die Berufene“

|Rezension| M. R. Carey „Die Berufene“

die berufene

Knaur * 1.10.2014 * OT The Girl with All the Gifts * ISBN: 978-3-426-51513-6

 TB 14,99 € * eBook 12,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein grauen­hafter Parasit befällt die Menschheit. Millionen sind bereits infiziert und bedrohen die wenigen Gesunden. Alle Hoffnungen ruhen auf einer Schar Kinder, die anders auf den Erreger reagieren. Auf einer ent­legenen Militärbasis halten Wissenschaftler sie gefangen – zu allem entschlossen, um ihnen ihr biologisches Geheimnis zu entreißen. Doch es läuft nicht nach Plan …

Meinung

Romane, Filme und Serien über Zombies gibt es Unmengen und sie sind zugegeben mein Guilty Pleasure. Manche davon sind ziemlich fad und folgen Schema F. Manche sind ganz anders. Und manche machen mir eine Gänsehaut. So wie Die Berufene.

Tatsächlich ist von Zombies hier gar nicht wirklich die Rede. Die Menschen in dieser Realität werden von einem Pilz befallen, der ihre Gehirnfunktionen übernimmt und sie zu Hungernden macht. Der Pilz, von dem sie befallen sind, existiert übrigens wirklich und diese Vorstellung fand ich schon beunruhigend – kein fehlgeschlagenes Experiment, keine über Tiere übertragbare Krankheit, sondern die Weiterentwicklung eines tatsächlich existenten Organismus rafft die Menschheit dahin und diese Idee ist gar nicht so abwegig. Der Gedanke steckte die ganze Zeit in meinem Kopf fest. (Hier könnt ihr euch über den Pilz informieren. Gruselig, oder?)

Die Berufene liefert Figuren, die man hassen kann, Figuren, die man lieben kann, und Figuren, die man erst hasst und dann liebt. Und erstaunlicherweise überleben diese Figuren alle ziemlich lange. Dennoch waren alle irgendwie doch die typischen Klischeezombiegeschichtenprotagonisten – der hintergründig weichherzige Soldat, der naive Soldat, die bösartige Wissenschaftlerin, die gute Mutter, die Ausnahme von der Zombieregel – sie alle kann man finden. Aber sie bleiben nicht die unausgefüllten und auswechselbaren Stereotypen – ich habe mein Herz an jeden von ihnen verloren (mit einer offensichtlichen Ausnahme) und war tatsächlich sehr glücklich, dass ich sie möglichst lange begleiten konnte.

Aber so richtig gepackt hat mich die Atmosphäre, die beschrieben wurde. Abgesehen von den typischen Zombieapokalypseumgebungen wie zugestopfte Autobahnen gab es Orte und Szenen, die mir eine richtige Gruselgänsehaut gemacht haben – vor allem in London wurde ich dieses beklemmende Gefühl nie wieder richtig los. Hier merkt man einfach, dass der Autor schon immer viel damit gearbeitet hat, düstere Stimmungen aufzubauen, immerhin ist er auch der Autor von Hellblazer und schreibt Skripte für TV-Shows. Und das alles schafft er ohne übermäßig Blut und andere ekelerregende Körperflüssigkeiten spritzen zu lassen (auch wenn man ohne dann doch nicht völlig auskommt).

Fazit

Ein beängstigendes Werk mit düsterer Stimmung und beklemmender Atmosphäre – unbedingt lesen, wenn man Zombiegeschichten und das Drumherum liebt!

|Rezension| Tehereh Mafi „Shatter Me“ Reihe

|Rezension| Tehereh Mafi „Shatter Me“ Reihe

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Wenn ich mich umhöre, dann scheint es nur zwei Gruppen von Lesern zu geben: Die, die die Shatter Me-Reihe geliebt haben und die, die sie richtig grauenvoll fanden. Ich gehöre eindeutig zur ersten Fraktion.

Zum einen war da dieser Schreibstil, den ich bisher so noch nicht gefunden hatten. Sehr sehr poetisch, mit vielen Metaphern und auch Durchstreichungen der ersten ungefilterten Gedanken der Protagonistin fand ich, dass dieser Stil vor allem die erste einsame Zeit von Juliette wiedergespiegelt hat, die schon immer kaum Kontakt zu Menschen und dafür mehr zur Literatur hatte.

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Es gab so viele Figuren, die mir unheimlich sympathisch waren, angefangen bei Juliette über Kenji mit seiner fast erschlagenden Ehrlichkeit bis hin zu Adams kleinen entzückenden Bruder James. Adam selbst fand ich am Anfang toll für Juliette, wurde dann aber zunehmend genervt, dass er einer von der Sorte Mann war, der den Mund nicht aufbekommt und schlimmer noch – der ein richtiger Arsch wird, wenn seine Gefühle verletzt sind. Mit Juliettes Beziehungsentscheidungen ist nicht jeder glücklich geworden, ich schon.

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Viele Handlungsstränge fand ich überraschend und hätte sie so nicht erwartet. Die Autorin schaffte es immer wieder, Vergangenheit und Gegenwart so zu verknüpfen, dass es Sinn macht, man aber plötzlich ein anderes Bild auf vergangene Ereignisse bekommt.

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Enttäuscht war ich ehrlich gesagt nur am Ende etwas, denn das war doch wirklich viel zu einfach. Nachdem ein so langer und mühsamer Weg beschritten wurde, hätte man es Juliette doch noch etwas schwerer machen können. Nicht, dass ich nicht trotzdem Tränen vergossen hätte.

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|Rezension| Julia Mayer „Die Keime“

|Rezension| Julia Mayer „Die Keime“

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Reihe: Old Souls Band: 1 von 8

Selbstverlegt (23. Nov 2012) – 285 Seiten – ISBN 1481088637 – 2,99 € eBook

Die Geschichte

Amerika, 2074. Auf der Flucht vor den Menschen, die nach dem Leben der „Keime“ trachten, findet sich Avery als eine der wenigen Überlebenden mit anderen Flüchtlingen zusammen. Verzweifelt sind sie auf der Suche nach dem verlorenen Frieden ihrer Gesellschaft. Doch genau dies wird ihnen nicht gewährt, schließlich sind sie Keime – Bürger, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass das höchste Gut der futuristischen Menschheit – die Wiedergeburt – nicht länger möglich ist.

Meine Meinung

Es fällt mir wirklich schwer, meine Meinung über Die Keime richtig in Worte zu fassen und ich ringe jetzt schon seit Wochen mit dieser Rezension. Woran liegt das nur?

Als ich bei der letzten Seite angekommen bin, habe ich mich gefragt, ob ich wirklich kapiert habe, worum es geht, und ob ich einfach Punkte überlesen habe oder ob wirklich nichts Genaueres darüber in der Geschichte vorkam. Ich habe verstanden, dass Menschen wiedergeboren werden und verschiedene Stadien durchlaufen, bis sie zur endgültigen Weisheit gelangen. Auch kapiert habe ich, dass sie sich dafür wohl an ihre alten Leben erinnern müssen. Aber da immer mehr Menschen geboren werden als sterben, werden manche mit Anspruch auf die Wiedergeburt dennoch nicht zurück in einen neuen Körper geschickt, weil neue Keime ihren Platz besetzen. Dennoch hätte ich diese Abläufe gerne genauer erklärt bekommen, ein bisschen bleibt das Gefühl bei mir zurück, als würden mir wichtige Details aus dieser dystopischen Welt abgehen – über die Vergangenheit wird fast nicht gesprochen, weder über die der Gesellschaft noch über die der Figuren, obwohl mich das brennend interessiert hätte.

Die beiden Hauptcharaktere wechseln sich ab und so kann man einmal Avery und dann wieder Cash begleiten, wobei mich letzterer ziemlich genervt hat und mir recht egal war. Mag sein, dass er ein ganz schreckliches Schicksal hat und sich einsam fühlt ohne seine Eltern, aber meine Güte ist der Junge ein selbstmitleidiger Egoist. Ich hatte immer das Gefühl, dass er sich ganz gerne in seinem Leid suhlt und am liebsten noch alle anderen nach unten ziehen möchte, um sich nicht so einsam zu fühlen. Avery und ihren Begleiter Skar – obwohl der ja eigentlich nicht unbedingt sympathisch geschrieben wurde – mochte ich beide jedoch gerne und sie hätten mir als Figuren auch völlig gereicht. Besonders ihre angedeutete Vergangenheit hätte doch noch genauer ausgeführt werden können. Vielleicht kommt das noch in den Folgebänden, bei Skar bezweifle ich das aber momentan schwer.

Das Beste an Keime war die Art, wie es geschrieben wurde – eine Mischung aus poetischer Sprache und schonungsloser Ehrlichkeit – hier wird gespuckt, gekotzt und geschwitzt, aber auch tiefsten Gedanken der Figuren eingedrungen. Schreiben kann die junge Autorin also absolut – nur an der Darstellung ihrer Welt hätte sie noch etwas feilen können.