|Rezension| Rachel Caine „Carpe Corpus“

|Rezension| Rachel Caine „Carpe Corpus“

Reihe:  The Morganville Vampires

Band: 6

Verlag: Signet (Juni 2009)

Seiten: 256

ISBN: 0451227190

Preis: 5,46 €

Inhalt

Morganville hat einen neuen Herrscher – Bishop hat Amelie besiegt und die Kontrolle über die Stadt und deren Einwohner übernommen – inklusive Michael, Myrnin und Claire. Doch ist der Kampf wirklich schon vorbei?

Meinung

Monate vergehen. Claire ist weiterhin Bishops Laufburschin, auch wenn der Zauber, der sie an Bishop bindet, langsam abschwächt. Michael arbeitet ebenso weiterhin für den neuen Herrscher über Morganville, ebenso Myrnin. Eve wechselt kein Wort mehr mit Claire, die mit ihren Eltern zusammengezogen ist. Und Shane sitzt gemeinsam mit seinem Vater im Gefängnis. Doch dann kommt Claires 17. Geburtstag, den sie sich ganz anders vorgestellt hätte. Und ihr Geburtstagswunsch an Bishop bringt Steine ins Rollen, die Morganville völlig verändern.

Mittlerweile muss jedem Leser der Morganville-Bücher klar sein, dass nichts so ist, wie es scheint. Deswegen ist es langsam nicht mehr überraschend, dass die Bösen dann eben doch nicht so böse sind. Der Leser geht zu Anfang des Buches von folgenden Umständen aus: Amelie ist tot. Bishop ist der neue Chef. Myrnin und Michael sind böse Vampire, die Claire total aufs Glatteis geführt haben. Claire ist das aber egal, weil Claire für Bishop arbeitet. Dass letzteres nicht stimmt, erfährt der Leser gleich zu Anfang, denn Bishops Zauberspruch verliert mit der Zeit an Wirkung. Zwar kann sich Claire immernoch nicht gegen Befehle wehren, aber ihre Scheißegal-Einstellung ist sie wieder los. Das bringt sie auch dazu, an ihrem Geburtstag Bishop darum zu bitten, Shane sehen zu dürfen. Dabei erfährt sie von Myrnin, dass er immernoch auf ihrer Seite ist, genau wie Michael, und trifft sogar auf die quicklebendige Amelie. Mal wieder wurde am Anfang geklärt, dass das Ende des letzten Teils nur Schauspiel war. Keine große Sache.

Myrnin in seinen beiden Rollen als Claires Freund und Bishops Handlanger ist aber wieder einmal genial. Myrnin entwickelt sich sowieso zu meinem absoluten Lieblingscharakter. Bishop sieht es nicht für nötig an, ihn zu heilen, also steht Myrnin immer an der Schwelle zum Wahnsinn. Da kann es passieren, dass er mit einem Haufen Plastikketten von Mardi Gras herumläuft und über Trennungsschmerz philosophiert (wobei er Trennung mehr als wörtlich nimmt), sich in das Glass-Haus schleicht, ohne dass sogar Michael etwas davon mitbekommt und sich im nächsten Moment schützend vor Claire wirft, um ihr Leben zu retten. Myrnins Vertrauen in Claire übersteigt bisher jegliche andere zwischenmenschliche Beziehung, die er in den letzten Jahren hatte.

Ein wenig seltsam mutet Myrnins Erfindung an, die er Claire präsentiert. (Achtung, Spoiler!) Schon immer hat sich Claire gewundert, wie Morganville funktioniert: Wieso kann man die Stadtgrenze nicht überqueren? Wieso verliert man sein Gedächtnis, wenn man es doch tut? Wie kann Amelie in Sekundenschnelle von Haus zu Haus reisen? Wie funktionieren die Portale? Die Antwort hat drei Buchstaben: Ada. Ada ist – halten wir uns fest – ein lebender Vampircomputer. Aus Holz zusammengebastelt und mit der Seele seiner begabtesten Schülerin bestückt, hält Ada Morganville am Laufen. Jeder, auf den sie programmiert ist, muss sie mit Blut versorgen. Blöd nur, dass Ava Claire absolut nicht leiden kann.

„Carpe Corpus“ hat Höhen und Tiefen. Teilweise scheint der Plot nirgends hinzuführen und ist total chaotisch. Teilweise gibt es aber auch Szenen, die einem den Pipi in die Augen treiben oder den Leser unweigerlich zum Lachen bringen. Das Ende wirkt, als würde es die Serie abschließen, verspricht aber gleichzeitig eine neue Basis, auf der neue Bände aufbauen können.

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