Lara Adrian „Gefangene des Blutes“

Lara Adrian „Gefangene des Blutes“

51N8K0Wn88L._SL500_AA240_Reihe: Midnight Breed

Band: 2

Verlag: Lyx (September 2007)

Seiten: 416

ISBN: 3802581318

Preis: 9,95 €

Inhalt

Bei der Tierärztin Tess Culver taucht ein Mann auf, der aus mehreren Schusswunden blutet. Verzweifelt kämpft sie um sein Leben, ohne zu ahnen, dass es sich bei dem gutaussehenden Fremden um einen Vampir handelt. Da schmiedet ein verhängnisvoller Kuss das Schicksal der beiden auf ewig aneinander und macht sie zu Verbündeten im Kampf gegen die Mächte der Finsternis …

Meinung

Als Dante schwer verletzt in der Tierarztpraxis der jungen Ärztin Tess landet, ahnt er noch nicht, dass er bald ein großes Problem haben wird. Nach einem Angriff ist er schwer verwundet und benötigt Blut, um sich zu heilen. Das Blut holt er sich bei Tess, doch zu spät bemerkt er, dass die Frau eine Stammesgefährtin ist. Ab jetzt gehören Dante und Tess zusammen. Doch Dante will und wollte auch nie eine Stammesgefährtin und Tess hat keine Ahnung von ihrer Situation, denn Dante löscht ihr Gedächtnis. Aber er kann sich von der jungen Frau nicht fernhalten, auch deshalb nicht, weil Verbindung besteht zwischen ihr und den Fällen verschwundener Vampire, von denen man weiß, dass sie die neue Partydroge Crimson nehmen, die sie in einen Blutrausch versetzt.

„Gefangene des Blutes“ ist wie schon der Vorgänger „Geliebte der Nacht“ größtenteils einfach ein Roman, der sich um Sex dreht. Zwar versucht die Autorin, eine Handlung einzubauen, indem sie die verschwundenen Vampire einbaut, doch dieser Handlungsfaden steht weit hinter der Geschichte um Tess und Dante. Nebenbei baut die Autorin noch ein paar Kapitel über den Agenten Chase Sterling ein, die aber auch nur darauf hinauslaufen, Sexszenen einzubauen.

Besonders bedenklich ist die Rolle, die Frauen in Adrian’s Romanen einnehmen. Frauen, die Randfiguren bilden, sind meist arrogant oder extrem naiv und grundsätzlich offen für One Night Stands. Sie dienen entweder dazu, die sexuellen Gelüste der vampirischen Protagonisten auszuleben oder dazu, die weibliche Hauptrolle als ihnen überlegen darzustellen. Nicht, dass die weibliche Hauptrolle wirklich eine selbstständigere Rolle einnimmt. Tess ist – wie schon Gabrielle in Band 1 – ein psychisches Wrack, das es die Hälfte der Zeit nicht lassen kann, sich selbst unglaublich leid zu tun. Und auch, wenn sie von sich selbst behaupten, selbstbewusste und selbstständige Frauen zu sein, bildet der Vampir immer den Retter in der Not, der sie aus ihrem psychischen Loch in den erotischen Himmel hebt. Jedesmal, wenn Tess Dante abweisen will, fallen sie sich 5 Minuten später doch in die Arme und haben hemmungslos Sex miteinander. Scheinbar sind Adrians Frauen nicht in der Lage, der erotischen Ausstrahlung zu wiederstehen und werfen ihre Einstellungen über Bord für ein sexuelles Erlebnis. Noch bedenklicher ist, dass das Stammesgefährtinnenprinzip besagt, dass eine Frau dem Vampir gehört, der von ihr getrunken hat. Vor allem Dante spricht pausenlos davon, dass er Tess jetzt besitzt, als wäre sie ein Haustier.

So naiv, zerbrechlich und unselbstständig die Frauen wirken – ihnen stehen die übertrieben männlichen Vampirkrieger gegenüber. Jeder einzelne davon ist ein Brocken Fleisch und Muskeln und mit Waffen ausgestattet, kann keinen Satz herausbringen ohne mindestens ein Schimpfwort oder ohne ans Ende ein „Mann“, „Kumpel“ oder „Alter“ zu packen, bei Frauen wahlweise eher „Süße“, „Schätzchen“ oder „Engelchen“ mit einem süffisanten Unterton. Dante hält Wägen mit bloßen Händen auf, um dann auf ihren Motorhauben zu surfen.

Zwischen all dem Testosteron, den willenlosen Frauen und den hanebüchenen oder einfach langweiligen Szenen tröpfelt die eigentliche Handlung vor sich hin. Erst in den letzten Kapiteln kommt sie wirklich voran, als wäre der Autorin plötzlich aufgefallen, dass sie die Geschichte ja noch beenden muss

Fazit

„Gefangene des Blutes“ ist wie schon sein Vorgänger ein Sexroman mit phantastischen Elementen. Die Geschichte zwischen den Sexszenen tröpfelt vor sich hin und wird erst gegen Ende überhaupt richtig aufgenommen. Stirnrunzeln wecken auch die männlichen und weiblichen Rollenprofile. Während Frauen bei Adrian sexuelle offenherzige Naivchen sind, beziehungsweise in der Hauptrolle eine psychisch angeschlagene Frau mit mangelndem Rückgrat, verströmen die Männer wolkenweise Testosteron.

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