Gabrielle Zevin „Elsewhere“

Gabrielle Zevin „Elsewhere“

Verlag: Square Fish (Mai 2007)

Seiten: 304

ISBN: 0312367465

Preis: 5 €

Inhalt

Die 15jährige Liz wacht auf einem Schiff auf. Zuerst ist sie völlig orientierungslos, doch mit der Zeit dämmert ihr, dass sie tot ist. Liz hatte einen Unfall und wurde auf ihrem Fahrrad von einem Taxi angefahren. Nun ist sie auf dem Weg nach Elsewhere, wo sie ihre Großmutter empfängt, die schon vor ihrer Geburt an Krebs gestorben ist. Liz erfährt, dass sie in Elsewhere wieder jünger wird, bis sie als Baby zurück auf die Erde gebracht wird. Doch Liz hat enorme Probleme damit, sich damit abzufinden, dass ihr Leben vorbei ist, dass sie nie erwachsen werden, nie heiraten und nie Kinder kriegen wird. Sie weigert sich schlichtweg, sich in Elsewhere einzuleben.

Meinung

Die Autorin hat mit „Elsewhere“ eine sehr schöne Idee. Nach dem Tod gelangen alle Menschen an einen Ort namens Elsewhere, eine Art Insel, wo sie von ihren Verwandten empfangen werden, falls es möglich ist. Sie bekommen einen Berater, der ihnen erklärt, wie das Leben auf Elsewhere funktioniert. Der Tote altert rückwärts, bis er als Baby von 7 Tagen in einen Fluss gesetzt wird und so wieder auf die Erde zurückkehrt, um ein neues Leben anzufangen. Kontakt zu den Menschen auf der Erde ist verboten, jedoch kann man die Erde von den Observationsdecks aus beobachten. Die Möglichkeit zum Kontakt besteht trotzdem durch den Well, der am Meeresboden liegt. Jeder Bewohner von Elsewhere kann sich einen neuen Beruf aussuchen, bei dem er zwar Geld verdient, der aber in erster Linie seinem eigenen Glück dient.

Liz Leben auf Elsewhere sieht anfangs sehr trist aus. Sie wird von ihrer Großmutter aufgenommen, die vor ihrer Geburt schon starb und mittlerweile das Alter ihrer Mutter erreicht hat und ihr auch sehr ähnlich sieht. Nach ihrem Besuch bei ihrem Betreuer interessieren sie nur die Observationsdecks, wo sie die ersten Wochen ihres Lebens auf Elsewhere durchgehend verbringt. Dann beschließt sie, ihren Eltern mitzuteilen, wer ihr Mörder ist und kauft sich eine Taucherausrüstung. Zwar lässt sie bald von ihrem Plan ab, denn ihr „Mörder“ scheint ein viel zu lieber Mann, als dass sie ihn verraten möchte, doch die Aktivität, die sie in ihr Leben gebracht hat, gibt ihr endlich den Anstoss, ihr Leben auf Elsewhere zu beginnen. Sie nimmt eine Stelle als Betreuerin für ankommende Hunde an und meldet sich wieder bei ihren Freunden vom Schiff. Liz verliebt sich sogar.

Leider fehlt dem Buch eine durchgehende Handlung. Liz Erlebnisse wirken aneinandergereiht, ohne auf etwas zuzusteuern. Selbst ihre Beziehung zu Owen bildet mehr Episoden, als eine tragischschöne Liebesgeschichte. Gegen Ende des Buches überspringt die Autorin ganze Jahre, als hätte sie das Buch so schnell wie möglich fertigstellen wollen und keine Lust mehr darauf gehabt.  Die meiste Zeit ist Liz nervtötend, jammerig, selbstgerecht und egoistisch. Auch andere Protagonisten wecken Aggressionen, ob gewollt oder nicht, wird dabei nicht deutlich.

Die Liebesgeschichte zu Owen wirkt auch ziemlich seltsam. Owen stirbt mit Mitte/Ende Zwanzig als Feuerwehrmann an einer Rauchvergiftung. Als Liz in Elsewhere ankommt, ist er körperlich 17. Die geistige Rückentwicklung beginnt aber erst mit ca. 4 Jahren und bis dahin werden die Bewohner von Elsewhere geistig weiter älter. Also lässt sich der fast 40jährige Owen mit einer 16jährigen ein… ( Liz und Owen rechnen sich das natürlich anders aus, aber das ist ein anderes Thema… ).

Gabrielle Zevin bringt viele Logikfehler in ihre Geschichte ein, bei denen man sich wundern muss, dass sie den Lektoren nicht aufgefallen sind. Zum einen wechseln Owens und Liz Altersunterschiede pausenlos zu Gunsten ihrer Beziehung. Außerdem erzählt Liz, dass sie sich einmal am Babysitten versucht hat und es danach gelassen hat, weil es ihr nicht gefiel. Ein paar Kapitel weiter erzählt sie aber von einem 150 Doller teuren Pullover, den sie ihrem Vater von ihrem Babysittergeld bezahlt hat…

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3 Gedanken zu “Gabrielle Zevin „Elsewhere“

  1. Gut, dass es nicht nur mir so ging mit diesem obstrusen Altersunterschied. Oh mann und die Logikfehler sind mir nicht mal aufgefallen, aber die hätte ein Lektor schon bemerken sollen.
    Episodenhaft trifft es auch sehr gut, manchmal war ich nicht sicher, ob mein Hörbuch nicht vielleicht einen Sprung hatte und ich etwas verpasst habe, weil es so unvermittelt mit einem anderen Handlungsstrang weiterging.

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