Garth Nix „Listiger Freitag“

Garth Nix „Listiger Freitag“

Originaltitel: Lady Friday

Reihe: Die Schlüssel zum Königreich

Band: 5

Verlag: Ehrenwirth ( November 2008 )

Seiten: 304

Preis: 16,95 €

Inhalt

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er muss sieben Schlüssel besorgen… von sieben Erzfeinden.

Arthur Penhaligon, Held wider Willen, hat Großes geleistet: Vier Feinde sind besiegt – der schwarze Montag, der grimmige Dienstag, der kalte Mittwoch und der raue Donnerstag -, und alle mussten sie ihre Schlüssel an Arthur abgeben. Dennoch wird die Woche für Arthur von Tag zu Tag schlimmer. Seine Freunde sind in Gefangenschaft geraten, und eine neue Armee aus Nichtlingen bedroht die Welt.
Überdies muss Arthur sich für den Kampf gegen die listige Lady Freitag wappnen – eine Gegnerin, die mit ihrem Spiegel die Erinnerungen, Gefühle und Seelen ihrer Opfer zu stehlen vermag.

Meinung

„Mit listiger Freitag“ führt Garth Nix seine siebenteilige Reihe über „Die Schlüssel zum Königreich“ fort. Garth Nix wurde 1963 in Melbourne geboren und arbeitete nach seinem Abschluss an der University of Canberra als Buchhändler und Verleger. Garth Nix begann seine Autorenkarriere mit der Kurzgeschichte „Sam, Cars and Cuckoo“ 1984 und veröffentlichte sein erstes Buch „The Ragwitch“ 1990. Später konzentrierte er sich aber vermehrt auf zusammenhängende Buchreihen wie „Das alte Königreich“ und „Der siebte Turm“. Seine Romane wurden weltweit mehr als 4,5 Millionen Mal verkauft und in 36 Sprachen übersetzt.

„Die Schlüssel zum Königreich“ handelt von Arthur Penhaligon. Arthur zieht mit seinen Adoptiveltern in eine neue Stadt und sein erster Schultag läuft schon mies, denn sein Sportlehrer glaubt ihm nicht, dass er Asthmatiker ist, und aus Angst zu widersprechen, läuft Arthur mit den anderen Schülern so lange Runden, bis er einen Anfall bekommt, der theoretisch sein Tod wäre. Käme da nicht dieser schrullige alte Mann in einem Schubkarren angefahren, würde ihm einen Uhrzeiger in die Hand drücken und dann wieder verschwinden. Der Uhrzeiger ist ein Schlüssel zum Königreich und der alte Mann Herr Montag, der mit diesem Manöver versucht, die Architektin des Hauses zu betrügen. Doch Arthur stirbt nicht, wie von Herrn Montag erwartet, sondern erholt sich dank des Schlüssels schnell wieder. Doch jetzt wird er in den Kampf um die Erbschaft des Hauses verwickelt, das nur er sehen kann und das in eine Parallelwelt führt. Und dieser Kampf erstreckt sich jetzt auch in Arthurs Welt und bezieht alle seine Lieben mit ein.
Mittlerweile hat Arthur es geschafft, vier der sieben Wochentage zu besiegen und deren Schlüssel an sich zu bringen. Mit jedem Schlüssel, den er besitzt, wird er aber mehr an das Haus gebunden und in seine Rolle als rechtmäßiger Erbe der Architektin gezwungen, die er eigentlich gar nicht annehmen will. Das einzige was er möchte, ist zurück zu seinen Eltern und Freunden in seine Welt und in Ruhe weiterleben. Doch das ist ihm nicht vergönnt, denn Lady Freitag hat sich einen bösen Plan ausgedacht, an die Macht im Haus zu gelangen.

„Listiger Freitag“ hält sich durchweg am Sprach- und Erzählstil der ersten vier Bände fest. Und dieser Erzählstil ist leider stellenweise sehr kindlich. Da ist von „Schlawinern“ die Rede und im Fließtext endet ein Satz des öfteren mit „und so“. Andererseits klingen manche Sätze der Protagonisten gestelzt, als würde der Autor versuchen, wieder etwas Erwachsenensprache einzubringen, damit das Buch nicht zu naiv wirkt.
Dabei ist die Handlung bei weitem nicht naiv. Oft ist vom Tod die Rede und bis auf rauer Donnerstag wurden bis jetzt alle Wochentage umgebracht, weil sie offenbar etwas wissen, was sie nicht mit Arthur teilen sollen. Auch existieren teilweise sehr furchteinflössende Monster im Haus. Die Nichtlinge sehen zum Beispiel wie missgestaltete Menschen aus, mit zu vielen oder zu wenigen Körperteilen an den falschen Stellen. Und im Keller des Hauses lebt der Alte, ein muskelbepackter brutaler Mann, der mit Ketten an eine Uhr gefesselt ist und um Punkt 12 Uhr von kleinen Uhrmännern blutig gefoltert wird.

Insgesamt hat Nix in Band 5 Probleme, noch Durchblick in das Chaos zu bringen, das das Haus umgibt. Zum einen verwendet er das erste Kapitel fast komplett darauf, die Handlung bis zum aktuellen Zeitpunkt nachzuerzählen, was aber nur bruchstückhaft funktioniert. So ist es für jemanden, der mitten in der Serie einsteigt, schwer zu verstehen, worum es in den ersten vier Bänden überhaupt ging. Auch das Haus, das Leben in ihm und die Rangfolgen und Rollen der Personen sind mittlerweile so überladen und unübersichtlich, dass sogar jemand, der die Serie bis jetzt mitverfolgt hat, Schwierigkeiten hat, der Handlung zu folgen. Zudem ist die Zahl der Protagonisten hat mittlerweile zu hoch, um sich noch jedem einzelnen davon genügend widmen zu können.

Auch in seinen Illustrationen hält sich Nix an die Vorgängerbände. Jedes Kapitel wird durch ein Bild ergänzt, das eine Seite groß ist und eine wichtige Szene aus dem Kapitel darstellt. Dadurch fällt es dem Leser leichter, sich manche von Nix seltsamen Kreaturen bildlich vorzustellen.

Fazit

„Listiger Freitag“ von Garth Nix ist der fünfte Band der „Schlüssel zum Königreich“ Reihe. In dieser fortgeschrittenen Stufe der Reihe kämpft Nix mittlerweile mit seiner Überzahl von Hauptfiguren, Massen von Nebenfiguren und seiner sich mittlerweile nur noch chaotisch anmutenden Geschichte. Der Band orientiert sich sprachlich stark an seinen Vorgängern und wirkt sehr kindlich, obwohl der Inhalt alles andere als harmlos scheint. Die Illustrationen, die die Kapitel ausschmücken, sind zur Entschädigung dafür sehr gut gelungen.

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