Laura Whitcomb „A Certain Slant of Light“

Laura Whitcomb „A Certain Slant of Light“

Verlag: Graphia Books  ( September 2005 )

ISBN: 978-0618585328

Seiten: 288

Preis: 6,30

Inhalt

Helen ist seit 130 Jahren tot, „Light“, wie sie es nennt, und an eine bestimmte Person gebunden, der sie überall hin folgen muss. Ihr fünfter „Host“, Mr. Brown, ist Englischlehrer und in dessen Klasse passiert es auch: Ein Junge kann sie sehen. Ängstlich und gleichzeitig fasziniert fühlt sich Helen zu dem Jungen hingezogen. James, auch „Light“, hat sich des Körpers des jungen Billy vor kurzem angenommen, als dessen Seele den Körper einfach zurückgelassen hat. James und Helen verlieben sich ineinander und Helen übernimmt den verlassenen Körper der 15jährigen Jenny. Gemeinsam erforschen sie ihre Vergangenheit, an die sie sich nun schrittweise wieder erinnern können und versuchen gleichzeitig, das Leben der jungen Menschen weiterzuleben, das sie übernommen haben, und das sich auf beiden Seiten als schwierig herausstellt.

Meinung

„A Certain Slant of Light“ kursiert in der englischsprachigen Twilight-Fangemeinde als Buchtipp und so bin ich auch über das Buch gestolpert. Die Geschichte der beiden Geister James und Helen hat mich von Anfang an fasziniert.

Dabei richtet sich das Buch größtenteils an Helens Geschichte aus. Helen ist Mitte 20 und schon 130 Jahre tot. Ihre „Hosts“, an die sie gebunden ist, teilen alle ihre Leidenschaft für Literatur und Poesie. Auch Mr. Brown, ihr momentaner Host, schreibt an einem Buch und Helen sieht sich als seine Muse. Natürlich kann Helen niemand sehen und so überrascht es sie, als in der Englischstunde ihres Mr. Browns plötzlich ein Paar Jungenaugen auf ihr ruht. Als der Junge sie dann auch noch anspricht, ist sie völlig verwirrt. Es stellt sich heraus, dass James – Ende 20 und im Gegensatz zu ihr eigentlich an ein bestimmtes Haus anstatt einen Menschen gebunden – den Körper des Jungen Billy Blake übernommen hat, der ihn als leere Hülle in James Haus zurückgelassen hat, vollgepumpt mit Drogen. Helen wechselt bald zu James als Host, überwältigt von ihren Gefühlen für ihn, und sucht sich kurz darauf gemeinsam mit ihm einen ebenfalls leeren Körper. Sie finden die 15jährige Jenny, Tochter zutiefst religiöser Eltern.

Billys Probleme sind – wenn auch nicht normal – doch jedem Jugendlichen und Erwachsenen zumindest bekannt: Er nimmt Drogen, seine Mutter wurde so schwer von seinem Vater verprügelt, dass sie in einer Pflegeanstalt lebt und rund um die Uhr Betreuung benötigt, Billys Vater sitzt im Gefängnis und sein Bruder muss sich um ihn kümmern. Außerdem hängt er mit kriminellen Jugendlichen herum. Jennys Probleme dagegen sind für die meisten schon fremder. Ihre Eltern sind religiös, pflegen größtenteils Kontakte nur innerhalb ihrer Gemeinde, lesen nur christliche  Bücher und Jenny lebt in einem goldenen Käfig. Die Länge ihres Rocksaumes wird gemessen, jeden Morgen muss sie einen Bibelspruch in ihr Tagebuch notieren, der sie ermahnt, sich an die Bibel zu halten und Kontakte darf sie nur zu Gemeindemitgliedern halten.  Beide Jugendliche halten ihr Leben nicht mehr aus und flüchten aus ihren Körpern, hinterlassen sie als leere Hüllen, die ihr Leben ohne sie weiterführen, bis James und Helen sie finden und übernehmen.

Auch James und Helen haben beide ihre eigenen Probleme. Beide erinnern sich nicht, wieso sie auf der Erde zurückgelassen wurden und sind überzeugt, beide ein Verbrechen begangen zu haben, das sie aus dem Himmel ausschließt.  Als Light konnten sie sich an ihr altes Leben nicht erinnern, doch als sie die Körper übernehmen, erinnern sie sich von Tag zu Tag mehr.

Das Buch ist insgesamt sehr schön geschrieben, vor allem aber die Stellen, als Helen oder James Briefe oder Geschichten schreiben, sind sehr poetisch gehalten. So schreibt Helen ihrem alten Host Mr. Brown einen Brief und liest ihn ihm vor, um ihm zu sagen, dass er ohne sie sein Buch weiterschreiben muss und dass es ihr leid tut, gegangen zu sein.

Fazit

„A Certain Slant of Light“ ist ein sehr schönes und romantisches Buch in Balance zwischen großer Liebe und den alltäglichen und nicht alltäglichen Problemen eines Teenagers. Vor allem die poetische Sprache macht das Buch zu einem echten Lesegenuß.

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3 Gedanken zu “Laura Whitcomb „A Certain Slant of Light“

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